2. Aus der Arbeit der Historischen Kommission
6. Neuerscheinungen zur Erziehungs- und Bildungsgeschichte
Eine Arbeitsgruppe der Historischen Kommission konzipiert gegenwaertig in Kooperation mit der Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung Berlin (BBF) das Internet-Angebot "Historische Bildungsforschung Online" (HBO), das voraussichtlich gegen Ende des Jahres im WWW veroeffentlicht wird (vgl. S. 6-7). Diese Web-Sites werden u.a. auch den Rundbrief aufnehmen und in strukturierter Form praesentieren. Damit wird die Nutzbarkeit der Online-Ausgabe des Rundbriefes gegenueber der gegenwaertig angebotenen Volltextversion wesentlich verbessert. Freunde des schnellen Mausklicks moegen sich deshalb bitte noch ein wenig gedulden, bis auch die vorliegende Ausgabe wieder im Netz zur Verfuegung steht. Die neue Internet-Adresse geben wir selbstverstaendlich rechtzeitig bekannt. Die aelteren Nummern des Rundbriefes liegen nach wie vor unter folgender Adresse:
http://www.educat.hu-berlin.de/dgfe/rund97-2.htm (bzw. rund 97-1.htm usw.)
Bitte denken Sie daran: Der Adressenaenderungscoupon (aus technischen Gruenden nicht mehr als Beilage, sondern auf der letzten Seite; ggfs. bitte abtrennen) hilft uns, den Versand stets auf dem aktuellen Stand zu halten.
Manuskripte werden nach Moeglichkeit auf Diskette erbeten!
Mit Namen gekennzeichnete Beitraege stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Kleinere redaktionelle Veraenderungen bleiben vorbehalten.
Beilagenhinweis: Dieser Ausgabe liegen Prospekte des BOEHLAU-VERLAGES, des SCHNEIDER VERLAGES HOHENGEHREN, des FILANDER-VERLAGES sowie ein FRAGEBOGEN FUER INTERESSENTEN AN HBO und ein FRAGEBOGEN ZUR DOKUMENTATION BILDUNGSHISTORISCHER FORSCHUNGSPROJEKTE bei.
IMPRESSUM
Herausgeber: Historische Kommission der Deutschen Gesellschaft fuer Erziehungswissenschaft
Redaktion: UWE SANDFUCHS, JOERG-W. LINK
Anschrift: Universitaet Potsdam,
Professur fuer Historische Paedagogik
Postfach 60 15 53, 14415 Potsdam
Tel.: (0331) 977-2572; 977-2146; Fax: (0331) 977-2063
e-mail: link@rz.uni-potsdam.de
Druck: AVZ, Universitaet Potsdam
ISSN 0943-7754
Die Titelgrafik stammt urspruenglich aus "Des guten Knaben Selbstgespraech" (1811). In: Zum Kinderbuch. Betrachtungen. Kritisches. Praktisches. Hrsg. v. Joerg Drews. Frankfurt a. M. 1975, S. 107.
Redaktionsschluss fuer Brief 1 /98 war der 31. Maerz 1998.
Redaktionsschluss fuer den naechsten Rundbrief ist der 30. September 1998.
Ende: 19.00 Uhr
Anwesend: 35 Mitglieder, 3 Gaeste, insgesamt 38 Personen (1 Entschuldigung)
Leitung der Sitzung: Vorsitzender und Vorstand der Historischen Kommission
(SANDFUCHS, MILLER-KIPP, APEL)
Protokoll: GISELA MILLER-KIPP / BENEDIKTA NEUENHAUSEN
Tagesordnung:
TOP 1: Feststellung der Tagesordnung
TOP 2: Annahme des Protokolls der Mitgliederversammlung vom 24. September 1997
TOP 3: Bericht des Vorstandes
TOP 4: Jahrestagung 1999
TOP 5: "Histo-Kids" - Tagung
TOP 6: ISCHE
TOP 7: Jahrbuch
TOP 8: Arbeitskreis "Vormoderne Erziehungsgeschichte"
TOP 9: Kooperation mit der Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung
TOP10: Rundbrief
TOP11: Verschiedenes
TOP 1:
Der Vorsitzende eroeffnet die Sitzung. Die Mitgliederversammlung (MGV) gedenkt der verstorbenen Mitglieder. Die verschickte Tagesordnung wird um den Punkt ISCHE (als neuen TOP 6) erweitert und wie vorliegend angenommen.
TOP 2:
Das Protokoll der MGV vom 24. Sept. 1997 (Jahrestagung in Thurnau) wird wie folgt korrigiert: »TOP 6 (Wahl des Beirats): ergaenze hinter BERG (in Klammern) "Nominierung ohne Ruecksprache und in Abwesenheit"; TOP 9 (Jahrbuch): streiche "68er"; setze "48er".« Mit diesen beiden von Frau MILLER-KIPP vorgeschlagenen Korrekturen wird das Protokoll bei vier Enthaltungen ohne Gegenstimme angenommen.
TOP 3:
Der Kassenwart (Prof. APEL) gibt den Kontenstand bekannt: Gesamtkasse 30.525,66 DM (davon 2.618,93 DM Giro, 27.916,73 DM Festgeld). Zu erwartende Kosten: Jahrbuch, Rundbrief, Druckbeihilfen, Reisekosten Vorstand.
Die Mitgliederzahl liegt derzeit bei ca. 261. Die Mahnung an saeumige Zahler (Auftrag aus der letzten MGV) hat einige hundert Mark erbracht.
Der Vorsitzende(Prof. SANDFUCHS) berichtet:
Die naechste Jahrestagung wird vom 19.-22.September 1999 in Dresden stattfinden. Der Vorstand schlaegt als Thema "Das oeffentliche Bildungswesen. Historische Entwicklung - gesellschaftliche Funktion - paedagogischer Streit" vor. Nach ausfuehrlicher Diskussion wird das Thema so angenommen.
TOP 5:
Der Vorsitzende schlaegt vor, die - wie schon berichtet, sehr gut angenommene - "Histo-Kids"-Tagung turnusmaessig durchzufuehren; als Termin wird der Maerz 1999, als Ort wieder Ludwigsfelde angesetzt. Nach einigen Rueckfragen wird dieser Vorschlag angenommen. Der Vorsitzende ruft zur Beteiligung an dieser Tagung auf. Anmeldungen bei ihm.
TOP 6:
Herr LUETH berichtet, dass es zur ISCHE im August 1998 bislang nur vier deutsche Anmeldungen gibt. Er kritisiert die deutsche Abstinenz auf internationalen Tagungen und verweist auf die Notwendigkeit solcher Beteiligung insbesondere im Blick auf die europaeische Geltung der Disziplin. - Die MGV diskutiert den Sachverhalt. - Herr LUETH wird durch Akklamation fuer den Vorstand der ISCHE nominiert.
TOP 7:
1. Herausgeberkollegium und Redaktion des Jahrbuchs sind neu zu besetzen. Der Vorsitzende erlaeutert das Verfahren nach der Geschaeftsordnung (GO) des Jahrbuchs. Aus dem Herausgeberkollegium scheiden nunmehr ordnungsgemaess sechs Mitglieder aus; genau sechs Mitglieder sind inzwischen schon aus Alters- oder Gesundheitsgruenden ausgeschieden. - Ergaenzung erfolgt durch Vorstand und Beirat der Historischen Kommission (drei Mitglieder) sowie ueber Kooptation durch das Herausgeberkollegium selbst. Vorstand und Beirat der HK entsenden in das neue Herausgeberkollegium Herrn SANDFUCHS (qua Amt) sowie Frau HEIDEMARIE KEMNITZ und Frau MILLER-KIPP (vgl. §§ 1.1. und 1.2. der GO); auf die Entsendung einer dritten Person wird derzeit bewusst verzichtet. - Vorstand und Beirat der HK werden dem Herausgeberkollegium Frau MILLER-KIPP als Sprecherin eben des Herausgeberkollegiums und die Herren SCHMITT und TENORTH fuer die Redaktion vorschlagen. - Das Herausgeberkollegium wird im Anschluss an die MGV befinden.
2. Herr HERRMANN verweist auf die Schwierigkeiten bei Erstellung und Edition des Jahrbuches. Er schlaegt vor, es gegebenenfalls nur alle zwei Jahre erscheinen zu lassen und auch interdisziplinaer zu oeffnen. - Die MGV diskutiert diese Aspekte ausfuehrlich. Sie und der Vorstand danken Herrn HERRMANN fuer die bisher geleistete Arbeit.
TOP 8:
Herr HORN traegt zum Tagungsprogramm des AVE, besonders zur kommenden Tagung "Jungsein und in die Jahre kommen" (14.-16. Sept. in Hamburg) vor. - Der Vorstand hat Herrn HORN zum Verbindungsmann zwischen HK und dem AVE bestellt. Die MGV akklamiert diese Bestellung.
TOP 9:
Der Vorstand und Herr RITZI berichten von der bisherigen Zusammenarbeit mit der BBF und regen weitere Zusammenarbeit an. Z.B. koennen in der BBF Ausstellungen und kleinere Tagungen / Symposien organisiert werden. Herr RITZI steht als Ansprechpartner zur Verfuegung.
Herr HORN berichtet vom - kommenden - Web-Angebot "HBO" ("Historische Bildungsforschung online"), das von der HK und der BBF gemeinsam getragen wird. Er erlaeutert die Arbeit an der Homepage und deren Angebot. Interessenten moegen sich an ihn wenden. - Die MGV dankt Herrn HORN fuer seine Arbeit.
TOP 10:
Das Erscheinen des Rundbriefs in 1998 ist sichergestellt.
TOP 11:
Hanno SCHMITT erlaeutert die Kongressplanung, die noch zu seiner Amtszeit erfolgte. Er weist auf die Arbeitsgruppe von Frau BLECKWENN hin. - Reiner LEHBERGER verweist auf seine Ausstellung. - Hans-Juergen APEL weist auf den inzwischen erschienenen Band zum Symposium der HK auf dem DGfE-Kongress 1996 hin (CH. LUETH /CH. WULF [Hrsg.]: Vervollkommnung durch Arbeit und Bildung, Weinheim 1997).
Der naechste DGfE-Kongress findet im Maerz 2000 in Hannover statt.
[Das Original-Protokoll kann bei Bedarf beim Vorstand eingesehen werden.]
Prof. Dr. Uwe SANDFUCHS, Lehrstuhl fuer Grundschulpaedagogik, Technische Universitaet Dresden, Weberplatz 5, 01217 Dresden, Tel.: (0351) 463-3310, Fax: (0351) 463-7243
Prof. Dr. Uwe SANDFUCHS, Lehrstuhl fuer Grundschulpaedagogik, Technische Universitaet Dresden, Weberplatz 5, 01217 Dresden, Tel.: (0351) 463-3310, Fax: (0351) 463-7243 - oder -
Joerg-W. LINK, Universitaet Potsdam, Institut fuer Paedagogik, Postfach 601553, 14415 Potsdam, Tel. (0331) 977-2146, Fax (0331) 977-2063, e-mail: link@rz.uni-potsdam.de
Anregungen etwa fuer eine thematische Buendelung, ein thematisches oder methodisches Rahmenprogramm (Roundtable, Diskussionsforen ...) oder AEhnliches sind selbstverstaendlich willkommen.
HBO wird Informationen und Verknuepfungen vorrangig zur deutschsprachigen bildungshistorischen Forschung enthalten. Darunter fallen Projektvorstellungen und -berichte, aber auch Ankuendigungen von und Berichte ueber Tagungen und Ausstellungen. Daneben soll HBO auch ein Forum fuer die Diskussion aktueller Forschungsfragen sein, was durch die Aufnahme von Beitraegen und Rezensionen sowie durch eine bildungshistorische Mailingliste erreicht werden soll.
HBO hat zwar einen deutschsprachigen Schwerpunkt, wird sich aber auch um internationale Kontakte und Vernetzungen bemuehen.
Die endgueltige WWW-Adresse wird zu gegebener Zeit auch im Rundbrief der Historischen Kommission mitgeteilt.
Interessenten an der bildungshistorischen Mailingliste, potentielle Rezensenten und Beitraeger zu unserem bildungshistorischen Forum fuellen einfach den diesem Rundbrief beiliegenden Fragebogen aus und schicken ihn per Post an Dr. Klaus-Peter HORN. Oder Sie senden eine mail mit den entsprechenden Angaben an kphorn@educat.hu-berlin.de.
Alle Angaben werden ausschliesslich fuer den Zweck der UEbersicht ueber die Interessenten erhoben und in UEbereinstimmung mit den geltenden Datenschutzbestimmungen aufbewahrt. Es erfolgt keine Weitergabe der Daten an Dritte.
Vielen Dank fuer alle Angaben und Hinweise, die Sie der Koordinationsstelle haben zukommen lassen. Bitte senden Sie alle neuen Angaben, Informationen und Hinweise an meine Dienstadresse:
PROF. DR. WALTER MUELLER, Lehrstuhl fuer Schulpaedagogik, Universitaet Wuerzburg, Wittelsbacherplatz 1, 97074 Wuerzburg.
Tagungen:
Das diesjaehrige schulgeschichtliche Symposion im Bayerischen Schulmuseum Ichenhausen mit dem Thema "Musik und Musikunterricht: Geschichte, Gegenwart, Zukunft" findet vom 1. - 4. Oktober 1998 statt. Umrahmt wird diese Veranstaltung durch eine Ausstellung im Schulmuseum zur Geschichte und Gegenwart des Musikunterrichts (1. Oktober - 15. Dezember 1998). Anmeldung bei: Prof. Dr. M. LIEDTKE, Lehrstuhl Paedagogik I, Regensburger Str. 160, 90478 Nuernberg.
Am 5.6.1998 tagt an der Europa-Universitaet in Frankfurt /Oder ein Gremium, das sich mit deutschen und polnischen Schulbuechern befasst. Anlaesslich dieser Schulbuchkonferenz plant das Museum Viadrina, Abteilung Schulmuseum, den Teilnehmern der Tagung eine Praesentation von Schulbuechern in Vergangenheit und Gegenwart vorzustellen. Gleichzeitig ist ein Kolloquium mit Lehrern und Schuelern zu dieser Problematik geplant.
Ausstellungen:
Das Museum of Childhood, Edinburgh zeigte vom 7. Februar - 21. Maerz 1998 die Ausstellung "Bosnia´s New Generation", die anhand von Kinderarbeiten aus dem Krisengebiet die Gefuehle und AEngste der betroffenen Kinder zum Ausdruck brachte.
Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm fuer das Jahr 1998 bieten Schloss Aschach, welches ueber 3 Museumsabteilungen verfuegt sowie das Fraenkische Freilandmuseum Fladungen. So wird z.B. im Unterfraenkischen Schulmuseum Schloss Aschach vom 13.05. bis 01.11.98 eine Sonderausstellung mit dem Titel "Gib acht, mein Kind, man darf auf der Strasse nicht spielen!" - Verkehrserziehung in der alten Landschule, praesentiert. Weitere Auskuenfte ueber das Programm-Angebot: Schloss Aschach, Schloss-Str. 24, 97708 Bad Bocklet, Tel.: 09708 /6142 oder 358, Fax: 09708 /6104; Fraenkisches Freilandmuseum Fladungen, 97650 Fladungen, Tel.: 09778 /9123-0, Fax: 09778 /9123-45.
Das Schulmuseum Nordwuerttemberg zeigt noch bis zum 05.04.1998 die Sonderausstellung "Wer den Pfennig nicht ehrt ... Schulsparen und Spardosen". Diese Ausstellung beleuchtet nicht nur die Aspekte Sparsamkeit und Geiz als Tugend und Laster sowie das faecheruebergreifende Thema Sparen im Unterricht zweier Jahrhunderte, sondern informiert zugleich anschaulich ueber die Geschichte des Schulsparens. Adresse: Schulmuseum Nordwuerttemberg, Schillerstr. 13, 70806 Kornwestheim, Tel.: 07154 / 16100 oder 29106.
Zu der im letzten Rundbrief erwaehnten Sonderausstellung "Schoenheit der Geometrie" des Schulmuseums Nordwuerttemberg, ist jetzt auch ein Begleitheft erschienen.
Einen UEberblick ueber die Entwicklung der Medien in der Schule in den letzten 50 Jahren bis hin zum Computer ermoeglicht die Sonderausstellung des Nordwestdeutschen Schulmuseums Zetel - Bohlenbergerfeld. Die Ausstellung mit dem Titel "Zwischen Laterna magica und Multi Media - Medien in der Schule" laeuft von Mai bis Oktober 1998. Naehere Informationen unter Tel.: (04453) 1381; Fax: (04453) 938189.
Im Deutschen Hygiene-Museum wird fuer April 1999 eine Ausstellung mit dem Titel "Der Neue Mensch - Obsessionen des 20. Jahrhunderts" vorbereitet. Inhaltlich beschaeftigt sich diese Exposition aus kultur- und wissenschaftsgeschichtlicher Perspektive mit den Entwuerfen des Menschen in diesem Jahrhundert. Dabei sollen nicht nur die Visionen zur Verbesserung und Perfektionierung des Menschen beleuchtet werden, sondern zugleich auch die praktischen Ergebnisse. Interessenten wenden sich bitte an: Deutsches Hygiene-Museum, Frau Sigrid WALTHER, Postfach 120162, 01002 Dresden.
Drei Sonderausstellungen praesentiert das Schulmuseum Steinhorst: Die Ausstellung "Ein bisschen mehr Macht. Politische Partizipation von Maedchen und Jungen", die vom 28.03. bis 28.06.1998 besucht werden kann, thematisiert Fragen der politischen Beteiligung von Maedchen und Jungen einschliesslich der Herabsetzung des Wahlalters bei Kommunalwahlen in Niedersachsen von 18 auf 16 Jahre. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Modellprojekt "Wittinger Jugendparlament". Ausstellungsbegleitend ist ein ca. 200seitiger Sammelband zum Thema "politische Partizipation von Kindern und Jugendlichen" zum Preis von DM 25 erhaeltlich. Vom 04.07. bis 01.11.1998 wird die Sonderausstellung "Damit mussten Sie rechnen ... auch auf dem Lande - Schuleinschreibebuecher aus Niedersachsen. Das Rechnen mit Muenze, Mass und Gewicht seit Adam Ries" gezeigt. Auch zu dieser Ausstellung ist ein Katalog erschienen. Anlaesslich der 60sten Wiederkehr der Reichspogromnacht am 9. / 10. November 1938 ist schliesslich ab 10.11.1998 die Sonderausstellung "Schule und Judenfeindschaft" zu sehen. Es handelt sich hierbei um eine Wanderausstellung der Paedagogischen Hochschule Weingarten.
Die bis zum 22. Maerz 1998 im Schulmuseum Steinhorst gezeigte Sonderausstellung "Heinrich Randolph - ein Lehrerleben zur Kaiserzeit", die insgesamt 30 professionell gestaltete Ausstellungstafeln umfasst, kann vom Schulmuseum entliehen werden. Naehere Informationen zu den Leihvoraussetzungen und den Sonderausstellungen: Schulmuseum Steinhorst, Marktstr. 20, 29367 Steinhorst, Tel.: 05148 /4015.
Publikationen:
Im Rahmen der Schulbuchbibliotheksarbeit des Georg-Eckert-Instituts kamen zwei Publikationen heraus: 1. erschien unter dem Titel "Fibelgeschichte /History of primers" das Heft 3, 1997, der Zeitschrift "Internationale Schulbuchforschung" mit Beitraegen aus OEsterreich, Schweden, England, Frankreich, Spanien, Polen und Deutschland. Das Heft ist mit z.T. farbigen Abbildungen versehen und ueber den Buchhandel zu beziehen (Verlag Hahn'sche Buchhandlung, Hannover, ISSN 0172-8237, Preis: DM 12,00). Des weiteren wurde der 1. Teilbestandskatalog von Schulbuechern der Bibliothek veroeffentlicht, die bis 1945 erschienen sind. Er enthaelt ca. 6.000 Lese- und Realienbuecher einschliesslich Fibeln und ist mit verschiedenen Registern versehen, die breite Suchmoeglichkeiten gestatten. Mit ca. 400 Seiten ebenfalls bei der Hahn'schen Buchhandlung erschienen, (ISBN 3-88304-295-1) kostet er DM 40,00.
Sonstiges:
Das Schulmuseum "Museo della Scuola" der Stadtgemeinde Bozen laedt zu einem Wettbewerb ein, der sich mit folgender Thematik beschaeftigt: "Erlebnis Schule ausserhalb der Schulmauern - Geschichten von gestern und heute". Teilnahmeberechtigt sind Schueler und Schuelerinnen der Grund-, Mittel- und Oberschulen der Provinz Bozen. Einsendeschluss ist der 30. April 1998. Naehere Informationen: Schulmuseum der Stadtgemeinde Bozen, c / o Mittelschule "Archimede", Duca d'Aosta-Strasse 46, 39100 Bozen, Tel.: 0471-282509 /272092, Fax: 0471-262046.
Des weiteren plant das Schulmuseum eine Ausstellung von Schulwandbildern, die voraussichtlich im Oktober 1998 eroeffnet werden soll.
Das Nuernberger Schulmuseum musste seinen historischen Standort im Schulhaus Paniersplatz 1995 aufgeben und in das staedtische Centrum Industriekultur umziehen. Am 12. Februar fand nun die Wiedereroeffnung des Schulmuseums statt, das als Gemeinschaftsprojekt der Stadt Nuernberg und der Universitaet Erlangen-Nuernberg entstand. Den Schwerpunkt des Museums bildet das Thema "Schule im Industriezeitalter", mit Einzelaspekten wie z.B.: "Die Schulpflicht", "Die hoeheren Schulen" oder "Berufsausbildung". Anschrift: Schulmuseum im Centrum Industriekultur, AEussere Sulzbacher Str. 62, 90491 Nuernberg. Infos ueber Tel.: 0911 /2314670.
Am 06. Dezember 1997 wurde das "Stadtmuseum Delmenhorst" in der frueheren Lichtstation auf der Nordwolle in Delmenhorst eroeffnet. Eine der fuenf Hauptabteilungen beleuchtet primaer den Wandel der Ackerbuergerstadt zur groessten Industriestadt im Grossherzogtum Oldenburg nach 1870. Ebenso wird die Geschichte der mit der industriellen Kinderarbeit im 19. Jahrhundert verbundenen "Fabrikschule" der "Jute" praesentiert, die von 1871 bis 1893 in Delmenhorst existierte. Adresse: Stadtmuseum, Am Turbinenhaus 10, 27749 Delmenhorst.
Das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck laedt mit seinem museumspaedagogischen Angebot "Schule im Museum" fuer Grund-, Haupt- und Realschulen sowie Foerderschulen und Gymnasien zum ausserschulischen Lernen ein. Durch am Lehrplan orientierte Themen aus dem baeuerlich-doerflichen Lebensbereich sollen die Schueler Einblicke in die Lebens-, Wohn- und Arbeitsbedingungen sowie die sozialen Verhaeltnisse der Dorfbevoelkerung erhalten. Den Unterricht erteilen museums-eigene Lehrkraefte. Handreichungen fuer Lehrer zur Vor- und Nachbereitung des Museumsbesuchs werden bei Bedarf zugesendet. Adresse: Landratsamt, Abteilung Freilichtmuseum, Postfach 4453, 78509 Tuttlingen.
Durch eine Verlegung konnte sich die schulhistorische Sammlung der Stadt Wuppertal ausweiten. Die neue Adresse lautet: Rottscheidter Str. 6, 42329 Wuppertal, Tel.: 0202 /563-6951; Fax: 0202 /563-8432.
Das Museum Kindheit und Jugend (Schulmuseum) erlaubt 1998 seinen Besuchern, einen Blick in seine "Schatzkammer" zu werfen. Unter dem doppeldeutigen Titel "Erste Schritte ...in die Welt, ...in die Schule, ...ins Leben" praesentiert das Museum eine thematisch und altersgegliederte Auswahl aus seinen ca. 80.000 Objekten zu den Lebensstationen von der Geburt bis zur Volljaehrigkeit. Damit wird als "Erster Schritt" die Erweiterung vom Schulmuseum hin zum Museum fuer Kindheit und Jugend in Deutschland seit dem 18. Jhd. nach innen und aussen getestet.
Der bildungs- und schulgeschichtliche Museumsteil ist parallel dazu weiterhin zu besichtigen. Der Besucherschreibraum, derzeit noch mit einer Sonderausstellung zum "Mahnmal fuer die ermordeten Juden Europas" als Schuelerarbeit ergaenzt und der Projektraum mit den fuenf "Geschichtshaeusern zum Blaettern" ueber das Kriegsende 1945 sind trotz der Erweiterung geoeffnet. Adresse: Museum fuer Kindheit und Jugend, Schulmuseum Berlin, Wallstr. 32, 10179 Berlin, Tel.:(030) 2750383, Fax:(030) 2792979.
Anlaesslich seines 100-jaehrigen Jubilaeums laedt das Slowenische Schulmuseum in Ljubljana zur Mitarbeit an der Schulchronik / ©olska kronika 7 /XXXI 1998 ein. In diesem Sammelband sollen anhand von kuerzeren uebersichtlichen Beitraegen die Verhaeltnisse, in denen das Schulwesen und die Lehrerschaft in verschiedenen Laendern vor hundert Jahren wirkten, dargelegt werden. Detailliertere Informationen erhalten Sie unter folgender Adresse: Slovenski solski muzej, Plecnikoc trg 1, 1000 Ljubljana, Slovenski, Tel.: ++ 38661 /213024 (uprava), 061 /213127 (kustosi), 061 /213163 (knjiznica), Fax: ++38661 /213024.
Wir bitten alle Kollegen, bei der Darstellung der Forschungsprojekte einen Umfang von Fragebogen und einer zusaetzlichen Seite nicht zu ueberschreiten.
Sie koennen uns die Arbeit sehr erleichtern, wenn Sie die Berichte als Manuskript und als Datei (Winword, Word o.ae.) einreichen.
Der Fragebogen kann selbstverstaendlich an alle Interessenten weitergegeben werden!
PD Dr. Sybille BEETZ, Universitaet Bremen, Schwachhauser-Heerstr. 56a, Bremen, 28209
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Hoffnungstraeger 'Autonome Schule' - Zur Struktur der paedagogischen Wunschdebatte um die Befreiung der Bildungsinstitutionen
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
Die aktuelle bildungspolitische Diskussion um die Autonomie der Schule steht in einem historischen Argumentations- und Handlungszusammenhang. Der analytische Blick auf diesen Kontext fuehrt zu der Erkenntnis, dass das organisationstheoretisch fundierte Konstrukt 'Autonome Schule', das eine Verbesserung von Schulqualitaet in Aussicht stellt, der historischen (reform)paedagogischen Wunschdebatte verbunden ist. Die Untersuchung hinterfragt mit der Aufdeckung von Permanenzen die ungebrochene Fortschreibung des paedagogischen Sehnsuchtsdiskurses.
4. Herangezogene Materialien / benutzte Archive / Archivbestaende
Staatsarchiv Bremen; UB Bremen
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
abgeschlossene Untersuchung
6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)
Habilitation
Prof. Dr. Joseph CACH, Philosophische Fakultaet der Karls-Universitaet-Praha, Krickova, Pardubice, Tsch. Republik
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Tschechische Republik und Europa -sub specie edukationis
Historische Entwicklung und Probleme, Zustand im Jahre 1998, Ausblick nach dem Jahre 2000
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
I. Methodologische Fragestellung
II. Gestalten. Comenius / Komenský / G.A. Lindner und seine paedagogische Enzyklopaedie, Wien-Leipzig 1884. F. Drtina, Philosophie. F. Cáda, Paedopsychologie und Experimentelle Paedagogik. - O. Kádner, Systematik. Die erste Republik in den Jahren 1918-1938 als Hoehepunkt der Entwicklung. - Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg. Marxistische Wissenschaft und ihre Simplifikationen. Zustand nach dem Jahre 1989. Problematik in den nationalen und internationalen Bedingungen, insbesondere deutsche Problematik. - Problematik in den Beziehungen zur Philosophie, Anthropologie, Soziologie, Psychologie, Biologie usw. Theologie und Paedagogik, Wissenschaftler und Bildung des Volkes. J.E. Purkyne, B. Bolzano, T.G. Masaryk, F. Krejsí, J. Patcka u.a. - Philosophie der Bildung und Erziehung. Sub specie aeternitatis.
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
Dezember 1998
7. Zusaetzliche Erlaeuterungen
Existiert die Moeglichkeit, dieses Buch in deutscher Sprache (UEbersetzung wird vorbereitet) zu veroeffentlichen?
Dr. Bernd DUEHLMEIER, Universitaet Hannover, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Institut fuer Paedagogik, Bismarckstr. 2, 30173 Hannover
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Die "kleinen Reformpaedagogen" und ihre Versuchs- und Beispielschulen im niedersaechsischen Volksschulwesen von der Weimarer Republik bis zur Nachkriegszeit. Ein Beitrag zur reformpaedagogischen Praxis
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
Trotz der Verlagerung der historischen Erforschung der Reformpaedagogik von ideengeschichtlichen Fragestellungen hin zur Realgeschichte reformpaedagogischer Schulen, ist eine Konzentration auf die eher bekannten Versuchsschulen und die sie praegenden Paedagogen unverkennbar. Hintergrund hierfuer duerfte u.a. die guenstigere Quellenlage sein. Demgegenueber bleibt die reformpaedagogische Praxis im Volksschulwesen bisher ebenso ausgespart wie die Erforschung solcher Regionen, die nicht zu den Zentren der Reformpaedagogik gehoeren. Die vorliegende Untersuchung will einen Beitrag zur Schliessung dieser Luecke leisten, indem sie den folgenden Fragestellungen nachgeht: Welche reformpaedagogischen Projekte hat es im niedersaechsischen Volksschulwesen zwischen 1920 und 1960 gegeben, von welchen Lehrern wurden sie getragen und wie sah ihre Unterrichtspraxis aus? Welche biographischen und konzeptionellen Kontinuitaeten und Diskontinuitaeten lassen sich fuer die Zeit nach 1933 und nach 1945 nachweisen? Da mehrere Reformprojekte in Landschulen angesiedelt waren, soll darueber hinaus der Frage nachgegangen werden, ob die Landschulreform mehr oder weniger unabhaengig von den politischen Zaesuren innerhalb der vier Jahrzehnte des Untersuchungszeitraumes verlief. Schliesslich soll bei einem Vergleich der Weimarer Zeit und der Nachkriegszeit die Frage aufgeworfen werden, ob die Reformarbeit von "unten" oder von "oben" initiiert worden ist.
Der Aufbau der Arbeit stellt sich folgendermassen dar: Nachdem in der Einleitung UEberlegungen zur Rekonstruktion der Unterrichtspraxis angestellt worden sind, stehen im 1. Kapitel zwei Landschulversuche der Weimarer Zeit im Mittelpunkt: der Arbeitsschulgarten von F. GERDES in Victorbur / Ostfriesland und das Konzept einer "Schule als Lernwerkstatt" von K. PRELLE in Jeringhave /Oldenburg. Daneben geht es um Bemuehungen zur inneren Schulreform in fuenf Landschulen, die allerdings ueber keinen Versuchsschulstatus verfuegten. Schliesslich geht es am Beispiel der Volksschule Froebelstrasse in Hannover um die Frage, welchen Beitrag die weltlichen Schulen zur inneren Schulreform geleistet haben.
Im 2. Kapitel steht der Werdegang der Weimarer Reformvolksschullehrer in der Zeit nach 1933 im Vordergrund: Wurde F. GERDES zwangsversetzt und degradiert, versuchte K. PRELLE sein Schulkonzept zu erhalten und fluechtete schliesslich in die innere Emigration, bis auch er 1937 zwangsversetzt wurde. Zwei Weimarer Reformlehrer dienten sich dem NS-Regime an, und es gelang ihnen, ihre Schulen zu "NS-Musterschulen" auszubauen.
Im 3. Kapitel werden zum einen die "Vorkriegs-Reformlehrer" in ihrer Berufsbiographie nach 1945 verfolgt. Aufstieg und konzeptionelle Weiterarbeit lassen sich hierbei ebenso belegen wie der tiefe berufliche Fall nach Entnazifizierung und Jahren der Arbeitslosigkeit. Zum anderen werden exemplarisch die Ende der 40er Jahre in den Schulaufsichtskreisen Niedersachsens eingerichteten Beispielschulen ebenso vorgestellt wie jene Volksschulen, die vom Kultusministerium als Versuchsschulen anerkannt waren. Hier kommt den Jena-Plan-Schulen eine besondere Bedeutung zu, von denen einige - wie etwa die Jena-Plan-Schulen in Hannover, Celle und Oberojesa - den Status einer UEbungsschule fuer die Paedagogischen Hochschulen in Hannover, Celle und Goettingen hatten. Darueber hinaus geht es in diesem Kapitel um selbstaendige paedagogische Versuche einzelner Volksschullehrer. Als Beispiele seien genannt: das freie Unterrichtsgespraech, die Errichtung eines Schulturngartens und die Einbeziehung des Schulfunks in den Unterricht. Schliesslich wird auf eine Gruppe vorwiegend junger Volksschullehrer eingegangen, die nach 1945 ausgebildet worden sind und sich im "Oldenburger Arbeitskreis fuer praktische Schulreform" zusammengefunden haben. Hier wurden nicht nur eigene Unterrichtskonzepte diskutiert, sondern auch Arbeitsmittel hergestellt.
In der Schlussbetrachtung sollen die oben genannten Fragestellungen diskutiert werden, ergaenzt um den methodischen Aspekt, inwieweit es mit dem vorhandenen Quellenmaterial gelungen ist, sich der historischen Unterrichtspraxis anzunaehern, und um die Frage, welchen Beitrag die historische Aufarbeitung der Reformpaedagogik fuer die Aktualitaet reformpaedagogischer Konzepte im heutigen Schulwesen leisten kann.
4. Herangezogene Materialien / benutzte Archive / Archivbestaende
Ungedruckte Quellen: Niedersaechsisches Hauptstaatsarchiv Hannover, Niedersaechsische Staatsarchive Aurich, Oldenburg und Stade; verschiedene Stadt-, Kommunal- und Schularchive; Schulmuseum Folmhusen; Personalakten; Lehrernachlaesse und Schuelerarbeiten aus Privatbesitz.
Gedruckte Quellen: Praxisberichte aus Monographien und paedagogischen Zeitschriften.
Weitere Quellen: Ca. 300 Fotos aus Privatbesitz sowie 100 Interviews mit ehemaligen Lehrern und Schuelern.
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
Ende 1998
6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)
Habilitationsschrift
Dr. Ulrich FRANZ, Muehltalstrasse 108, 69121 Heidelberg, Tel.: 06221 / 451445
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Wie ist Erziehung moeglich? Eine sozialgeschichtliche Entstehungsanalyse erzieherischen Denkens
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
Ausgangspunkt meiner UEberlegungen ist die Annahme, dass das Denken eine grundlegende Eigenschaft des Menschen ist und daher auch auf die Erziehung einwirkt. Die Untersuchung soll nun diesen vorausgesetzten Zusammenhang von Denken und Erziehung analysieren. Dabei mache ich mir die Beobachtung zunutze, dass das allgemeine Denken von Epoche zu Epoche und von Kultur zu Kultur unterschiedlich komplex strukturiert ist. Um nun diese nur vorlaeufige Beobachtung in einen systematischen Zusammenhang zu bringen, benutze ich die bisher am meisten empirisch ueberpruefte Theorie der Denkentwicklung, naemlich PIAGETS psychogenetischen Strukturalismus, und setze diese systematisch in Bezug mit der elaboriertesten Theorie der Staatsentwicklung von Jonathan FRIEDMANN und mit den kulturhistorisch vergleichenden Studien Max WEBERS. Dadurch komme ich zu dem Ergebnis, dass das Denken, bzw. die Denkformen im Sinne PIAGETS, unmittelbar von der Komplexitaet einer Vergesellschaftungsform abhaengt und taetsaechlich ein funktionaler, direkter Zusammenhangzwischen Denk- und Vergesellschaftungsform historisch rekonstruierbar ist. UEberraschend ist jedoch, dass das moralische Denken als Grundlage erzieherischen Denkens nicht synchron sich mit der Denkformenentwicklung veraendert, sondern sich um eine Denkstufe verzoegert entwickelt hat.
Moralisches und erzieherisches Denken als Bestandteil von ersterem definiere ich ueber die Analyse der "Reziprozitaet" eigener Beduerfnisse in Bezug zu den Beduerfnissen von Anderen. Erziehung unterscheidet sich von Moral durch die zusaetzliche Beachtung und Analyse der kindlichen Faehigkeiten.
Die Analyse der Reziprozitaet oder Balance zwischen eigenen und kindlichen Beduerfnissen im Verhaeltnis zu den unterstellten Faehigkeiten eines Kindes aendert sich im Laufe der Kulturgeschichte nicht nur vom Grad der Komplexitaet, sondern auch vom Erziehungsstil her. Denn je mehr man in die Kultur- und Sozialgeschichte zurueckgeht, desto autoritaerer wird der allgemeine Erziehungsstil, wie Lloyd DEMAUSE, Elisabeth BADINTER u.a. rekonstruieren konnten. Der liberale Erziehungsstil dagegen entsteht wegen der kognitiv bedingten Zunahme der Introspektionsfaehigkeit, so dass den Kindern heute um so weniger an Faehigkeiten attestiert wird, was mit einer entsprechend groesseren Beachtung der kindlichen Beduerfnisse einhergeht.
4. Herangezogene Materialien / benutzte Archive / Archivbestaende
u.a. Kulturhistorische Studien Max WEBERS
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
Die Arbeit wurde im Mai 1995 abgeschlossen und ist im April 1996 mit einem zusaetzlichen Nachwort versehen worden.
6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)
Dissertation
7. Zusaetzliche Erlaeuterungen
Die Dissertation wurde der Sozial- und Verhaltenswissenschaftlichen Fakultaet der Universitaet Heidelberg vorgelegt. Der Betreuer war Prof. Dr. Volker LENHART und der Zweitgutachter Prof. Dr. Manfred WALLER. Die muendliche Pruefung fand am 21.02.1996 statt.
Dipl.-Paed. Gabriele HEEPEN, Universitaet Bremen, FB 12, Bibliothekstr., 28359 Bremen (Betreuung: Prof. Dr. Leo ROTH, Prof. Dr. Wiltrud DRECHSEL, Universitaet Bremen)
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Erziehung im Nationalsozialismus: Deutsch-voelkische Erziehung und Bildung im Dritten Reich - dargestellt am Beispiel des Oldenburgischen Schulblattes "Der Erzieher zwischen Weser und Ems von 1933-39"
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
Ab 1920 wird das Oldenburgische Schulblatt einer Analyse unterzogen. Dabei werden zunehmend nationalistische und ab 1925 nationalsozialistische Themen identifiziert; dieses steigert sich bis 1933 wesentlich, wobei als Fundamente, auf "denen die Kraft unserer Nation liegt", festgestellt werden: " Volkstum und Rasse, Fuehrertum, Wehrhaftigkeit, Familie, Religion, Ehrfurcht vor der Vergangenheit. Durch sie soll die Jugend geformt und gebildet werden zum deutschen Menschen." Die Inhalte aendern sich bis 1939 nicht. Mit dem 19.08.1933 erschien das Schulblatt in weiterlaufender Numerierung (Nr. 29, 58 Jg.) unter dem Namen "Olden-burgische NS Lehrerzeitung. Landesblatt der Oldenburgischen Erzieher." Mit dem 21.12.1933 (Nr. 46) wurde das Blatt eingestellt und als "Erzieher zwischen Weser und Ems" weitergefuehrt. Es war ab 1939 Beilage der Reichszeitung des NSLB "Der Deutsche Erzieher", Ausgabe Gau Weser-Ems, fortlaufend numeriert bis zur Einstellung 1939 im 58. Jg. Der Jahrgang 59 erschien im Jahre 1955 als das "Oldenburgische Schulblatt". Man greife damit "auf eine bewaehrte und nur durch aeussere Machteinwirkung unterbrochene Tradition des Landeslehrervereins zurueck." Die "unterbrochene Tradition" konstatierte ein Autor, der nach 1933 eindeutige Artikel in "Der Erzieher zwischen Weser und Ems" geschrieben hatte und nach 1945 Leiter der PH Oldenburg wurde...
4. Herangezogene Materialien / benutzte Archive / Archivbestaende
Primaer- und Sekundaerliteratur, vor allem aber die ueber 4000 Seiten der unter 3. genannten Zeitschriften
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
abgeschlossen
6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)
Diplomarbeit in der Erziehungswissenschaft
Prof. Dr. Hans-Georg HERRLITZ, Paedagogisches Seminar der Georg-August-Universitaet, Baurat-Gerber-Str. 4 /6, 37073 Goettingen.
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Das Ausland als Argument in der paedagogischen Reformdiskussion
3. Fragestellungen und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
Unter dem o. a. Titel hat Bernd ZYMEK 1975 eine Analyse der internationalen Berichterstattung deutscher paedagogischer Zeitschriften im Zeitraum 1871 - 1952 vorgelegt, und zwar auf der Grundlage einer statistischen und inhaltlichen Auswertung von ueber 2000 Aufsaetzen in 29 ausgewaehlten Fach- und Verbandsorganen. ZYMEK zeigt, dass sich in Deutschland seit dem Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der europaeischen und nordamerikanischen Schulreformbewegung ein internationaler paedagogischer Diskurs herausgebildet hat, der in der deutschsprachigen Fachpublizistik zu einer kontinuierlichen Beschaeftigung mit dem auslaendischen Erziehungs- und Bildungswesen fuehrte. Dabei wird deutlich, dass die Beschaeftigung mit internationalen Entwicklungen vor allem aus bildungspolitischem und schulpraktischem Interesse erfolgte, d. h. ueberwiegend in der schlichten Absicht, die eigene Position mit dem "Ausland als Argument" zusaetzlich zu rechtfertigen oder gar zu immunisieren. Die Auseinandersetzung mit auslaendischen Bildungstheorien scheint demgegenueber sekundaer geblieben zu sein, und nur bei wenigen deutschen Autoren (z. B. Franz HILKER oder auch Heinrich ROTH) bekam das Konzept einer internationalen paedagogischen Forschung auch eine kritische Funktion gegenueber der bildungspolitischen Passivitaet und Restauration in den drei westlichen Besatzungszonen und in der jungen Bundesrepublik zugewiesen.
Die Untersuchung ZYMEKS endet leider mit dem Jahr 1952 und hat bedauerlicherweise bislang keine Fortsetzung gefunden. Doch gerade die letzten vier Jahrzehnte , in erster Linie die "reformeuphorischen" 60er und 70er Jahre, scheinen mir fuer die Frage nach dem "Ausland als Argument" ein besonders ergiebiges Untersuchungsfeld zu sein:
Herangezogene Materialien / benutzte Archive / Archivbestaende
Folgende Zeitschriften im Zeitraum 1953 - 1997 sollen statistisch und inhaltsanalytisch ausgewertet werden: Bildung und Erziehung - Paedagogische Rundschau - Sammlung / Neue Sammlung - Zeitschrift fuer Paedagogik - Die Deutsche Schule - Die hoehere Schule - und vergleichsweise: - Volkshochschule im Westen - Paedagogik / DDR
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
Ende 2000
6. Status der Arbeit
Aufsaetze
Prof. Dr. Dieter HOOF, Technische Universitaet Braunschweig, Seminar fuer Schulpaedagogik, Bueltenweg 74 /75, 38106 Braunschweig
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Opfer - Engel - Menschenkind, Studien zum Kindheitsverstaendnis in Altertum und frueher Neuzeit
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
Die im Titel angezeigte Thematik wird in drei Teilbereichen mit einer verbindenden "historischen Fortfuehrung" entfaltet:
I. Kinder auf dem Blutaltar und im Feuerofen - Die Israeliten in der Auseinandersetzung mit dem Baal und dem Moloch
II. Die Kinder von Brauron - Annaeherung an die Lebensvollzuege in einer paradigmatisch aufleuchtenden Institution
III. Eine Stadt und ihre Kinder - Florenz in der Fruehrenaissance
4. Herangezogene Materialien / benutzte Archive / Archivbestaende
schriftliche, archaeologische und kunsthistorische Quellen
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
Schlussphase
6.Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)
Forschungsprojekt
Prof. Dr. Volker LENHART, Ruprecht-Karls-Universitaet-Heidelberg, Erziehungswissenschaftliches Seminar, Akademiestrasse 3, 69117 Heidelberg
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Karl Volkmar STOY in Heidelberg - Herbartianismus im deutschen Suedwesten
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
Von 1866 bis 1874 war der Herbartianer STOY als besoldeter Honorarprofessor an der Universitaet Heidelberg taetig. Die Studie untersucht die Motive fuer STOYS Wechsel von Jena an die Ruperto Carola. Er nahm an, fuer sein auf Modernisierung gerichtetes, herbartianisch ausformuliertes Konzept universitaerer Lehrerbildung im liberalen Boden besonders guenstige Realisierungsbedingungen zu finden. Der Aufsatz analysiert die Schwierigkeiten, denen STOYS Programm in der Heidelberger Philosophischen Fakultaet begegnete, er stellt darueber hinaus die Lehrtaetigkeit des Paedagogen in der Universitaet (bedeutendster Schueler war Wilhelm REIN) und ausserhalb - Vortraege fuer die nordbadische Volksschullehrerschaft - dar. Die zusammenfassende Interpretation der historischen Ereignisfolge erfolgt auf der Grundlage der folgenden Hypothese ueber den Zusammenhang des Herbartianismus als eines wissenschaftlichen Theoriesystems mit dem schulisch institutionalisierten Bildungssystem: Der Herbartianismus war die Begleittheorie eines im Systemaufbau begriffenen Bildungswesens. Der Systemaufbau der Bildung war ein (den Zeitgenossen durchaus bewusster) wichtiger bedingender Faktor des widerspruechlich verlaufenden gesamtgesellschaftlichen Modernisierungsprozesses europaeischer Gesellschaften des 19. Jahrhunderts.
4. Herangezogene Materialien / benutzte Archive / Archivbestaende
Archivalien aus dem Universitaetsarchiv Heidelberg und dem Badischen Generallandesarchivs Karlsruhe; Vorlesungsverzeichnisse der Universitaet Heidelberg, 2. Haelfte 19. Jh.
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
fertig
6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)
Aufsatz zu einem Tagungsband "Der Herbartianismus - die vergessene Wissenschaftsgeschichte" (erscheint voraussichtlich 1998 im Deutschen Studienverlag, Weinheim)
Prof. Dr. Ingrid LOHMANN, Universitaet Hamburg, Fachbereich Erziehungswissenschaft, Von-Melle-Park 8, D-20146 Hamburg. Email: Lohmann erzwiss. uni-hamburg.de
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Chevrat Chinuch Nearim. Die juedische Freischule in Berlin (1778-1825) im Umfeld preussischer Bildungspolitik und juedischer Kultusreform. Eine Quellensammlung. Herausgegeben von Ingrid LOHMANN, Christian BAHNSEN, Britta L. BEHM, Peter DIETRICH und Uta LOHMANN.
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
Die Sammlung dokumentiert die Geschichte der juedischen Freischule in Berlin von 1778 bis 1825. Die Auswahl der Quellen zur Schule selbst ist so vollstaendig wie moeglich: Jedes im Zuge der Erarbeitung dieser Dokumentation bekannt gewordene zeitgenoessische Schriftstueck, das die Freischule direkt betrifft, ist aufgenommen. Darueber hinaus enthaelt die Sammlung Dokumente, die die Freischule in ihr geschichtliches Umfeld einbetten: Biographien juedischer Aufklaerer und Programmatiken zur Reform des juedischen Erziehungswesens (ca. 1780-1810), Aktenstuecke zur Bildungspolitik und Verwaltung des preussischen Staates, Texte zur innerjuedischen Auseinandersetzung um die Modernisierung des Kultus und Unterrichts (1812-1832).
Einige Jahre nach dem Ende der Freischule - ihre Nachfolgerin, die juedische Gemeindeschule (1826-1942), hatte sich kaum konsolidiert - begannen in den Ministerien fuer Inneres sowie fuer Kultus und Unterricht Verhandlungen ueber eine neue "Judenordnung"; sie wurden mit Beratungen ueber die Errichtung gesonderter juedischer Elementarschulen verbunden. Diese Verhandlungen, hier ebenfalls in Auszuegen dokumentiert, beleuchten die gegenueber den Zeiten von Aufklaerung und Emanzipation veraenderte Politik des preussischen Staates. Den Schluss des Bandes bilden Passagen aus der aelteren Sekundarliteratur (ca. 1860-1900). Sie verdeutlichen u.a. den hohen Symbolwert fuer die angestrebte soziale Integration, den die Erinnerung an die Anfaenge der modernen Erziehung fuer die deutsche Judenschaft hatte.
4. Herangezogene Materialien / benutzte Archive / Archivbestaende
Fast alle aus dem Handschriftlichen uebertragenen Aktenstuecke liegen hier zum ersten Mal in gedruckter Form vor. Darueber hinaus stammen die meisten Quellen, die schon im Untersuchungszeitraum gedruckt vorlagen, aus Archivbestaenden. Dies gilt etwa fuer die Nachrichten von der Freischule, die bisher kaum zugaenglich waren. Einige der vorgestellten Texte sind aus dem Haskala-Hebraeischen, das auch fuer native-speakers heute nicht mehr ohne weiteres verstaendlich ist, uebersetzt. Die vorliegende Edition stellt damit erstmals eine umfassende Materialgrundlage fuer die Rekonstruktion dieses Kapitels der deutsch-juedischen Bildungsgeschichte zur Verfuegung. Daneben soll sie auch ein Lesebuch sein.
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
Herbst 1998
6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)
Band 1 der Schriftenreihe Juedische Bildungsgeschichte in Deutschland, herausgegeben von Ingrid LOHMANN und Uta LOHMANN.
7. Zusaetzliche Erlaeuterungen
Neben schon erschienenen Aufsaetzen handelt es sich bei diesem Quellenband um die erste Publikation des abgeschlossenen DFG-Projekts Juedische Dialogkultur und das Problem der Interkulturalitaet. Historische Rekonstruktion am Beispiel der juedischen Freischule in Berlin (1778-1825). Es erscheint mit einer Einleitung von Ingrid LOHMANN sowie einem Vorwort in Englisch von Michael A. MEYER (Hebrew Union College, Cincinatti, Ohio), in Hebraeisch von Shmuel FEINER (Bar Ilan Universitaet, Ramat Gan) und in Deutsch von Harald SCHOLTZ (Freie Universitaet, Berlin).
Das Inhaltsverzeichnis des Materialteils findet sich im Internet unter www.erzwiss.uni-hamburg.de/Inst01/Projekt/JF/ilreihe.htm#band.
Prof. em. Dr. Andreas MOECKEL, Wuerzburg; Prof. Dr. Dr. h.c. Gottfried ADAM, Wien; Prof. Dr. Heidemarie ADAM, Leipzig; Von-Luxburg-Str.9, 97074 Wuerzburg, Tel: 0931-83285, Fax: 0931-85953;
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Quellen zur Erziehung geistig behinderter Kinder, Band 1: 19.Jahrhundert (1997 erschienen), Band 2: 20. Jahrhundert
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
Texte, meist gedruckte und schwer zugaengliche als Beitrag zur Geschichte der Erziehung geistig Behinderter
4. Herangezogene Materialien / benutzte Archive / Archivbestaende
Staatsarchiv Ludwigsburg, Staatsarchiv Berlin Dahlem; aber nur zu Erlaeuterungen im Begleittext, nicht zur Publikation
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
1998
6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)
Quellensammlung
7.Zusaetzliche Erlaeuterungen
Die Quellensammlung ist nicht streng wissenschaftlich, und zwar insofern, als von den 31 Beitraegen zu Band 1 sehr viele gekuerzt wurden. Trotzdem ist die Arbeit fuer Wissenschaftler von Wert, da alle Namensangaben nach Moeglichkeit mit Geburts- und Todesjahr, Beruf und gelegentlich mit weiteren Angaben versehen wurden, so weit das gelang.
Dietmar ROTH, c/o Noviciado 17, E-04830 Vélez-Blanco (Almeria), Spanien (Betreuer: Prof. Dr. Leo ROTH, Universitaet Bremen, Prof. Dr. Christian WENTZLAFF-EGGEBERT, Universitaet Koeln, Prof. Dr. Fernando Garcia LARA, Almeria)
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Anthropologische Voraussetzungen und didaktische Absichten des Jesuitentheaters im Spanien des 16. Jahrhunderts anhand der Werke von Pedro Pablo DE ACEVEDO
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
Das Projekt fragt nach der Beziehung zwischen katholischer Reformbewegung (1530 bis 1580) am Beispiel des Jesuitenordens, der Formulierung eines Curriculums fuer die Kollegien des Societas Jesu im Sinne eines christlichen Humanismus und dem Einsatz des Theaters als Mittel der Vermittlung theologischer Inhalte an einen z.T. nur ungenuegend mit den Grundueberzeugungen der katholischen Religionslehre bekannten Laien.
Anhand von noch nicht edierten Werken des zu seiner Zeit erfolgreichen Jesuiten Pedro Pablo DE ACEVEDO (1521-1573) wird auf die jesuitische Sichtweise des Menschen (contemplatio in actione; intellectus et voluntas; discretio etc.), die Bedeutung der Rhetorik fuer die missionarische Taetigkeit der Jesuiten und deren Umsetzung in den Lehrplaenen fuer die Kollegien und die Nutzung des Theaters, besonders der Tragoedie und des Lehrdialogs, als Sonderform der rhetorischen Ausbildung und Mittel zur Beeinflussung der Zuschauer eingegangen.
Dabei werden (hermeneutisch) anhand der ueberlieferten Werke als auch anhand von zeitgenoessischem Aktenmaterial zur Auffuehrungspraxis die Bedingungen und Wirkmechanismen fuer den grossen Erfolg dieser Form des zum grossen Teil in lateinischer Sprache dargebotenen Schultheaters analysiert.
4. Herangezogene Materialien / benutzte Archive / Archivbestaende
Archiv des Jesuitenordens in der Ordensprovinz Rheinland, Koeln; Stadtarchiv Koeln; Biblioteca de la Real Academia de la Historia, Madrid; Archivo de la Compania de Jesus (Provincia de Toledo), Alcala de Henares; Archivo de la Compania de Jesus (Provincia de Andalucia), Granada
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
Im Jahr 2000. Archivmaterial liegt auf Microfiche vor und ist ausgewertet, z.T. transkribiert zur Edition, Sekundaerliteratur ausgewertet, Haelfte der Studie verfasst.
6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)
Dissertation aus Themenbereich geplant.
Publikation: ROTH, D.: Humanismus und katholische Reform im Jesuitentheater Spaniens. In: DUWE, G. / ROTH, L.: Kunst und Humanismus in den Niederlanden des 15. - 17. Jhds., Frankfurt a.M., Berlin, Bern u.a. 1995, S.110-152.
Prof. Dr. Leo ROTH, Universitaet Bremen, FB 12, Bibliothekstr., 28359 Bremen
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Der Erziehungstheoretiker Erasmus von Rotterdam
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
In einem Forschungs- und Lehrprojekt zum Thema "Kunst und Humanismus in den Niederlanden des 15.-17. Jahrhunderts", das ueber mehrere Semester lief, wurden von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen (Kunst, Erziehungswissenschaft, Theologie, Musik, Nautik etc.) einzelne Aspekte des Problembereiches bearbeitet. Fuer die Erziehungswissenschaft ging es unter anderem darum, die Bedeutung des Erasmus und seiner paedagogischen Gedanken in seiner Zeit darzustellen. Gleichzeitig war zu ueberpruefen, wie weit seine anthropologische Grundlegung dem Stand heutigen Wissens in der Psychologischen Anthropologie (THOMAE), der Paedagogischen Anthropologie (BOCK), der Sozialanthropolgie (SCHOEPF), der soziologischen Anthropologie (PARSONS, LEPENIES) entspricht. Dabei erweist sich, dass Erasmus als sehr umfassender und "moderner" Denker eine Paedagogik entworfen hat, die auch heute noch Programm sein kann: Eine durch die Macht der Erziehung zu schaffende friedliche Welt, die Errichtung einer humanen Schule, die Realisierung eines humanen Unterrichts.
4. Herangezogene Materialien / benutzte Archive / Archivbestaende
keine Angaben
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
abgeschlossen
6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)
ROTH, L.: Der Erziehungstheoretiker Erasmus von Rotterdam. In: DUWE, G. / ROTH, L. (Hrsg.): Kunst und Humanismus in den Niederlanden des 15.-17. Jahrhunderts. Frankfurt a.M., Berlin, Bern u.a. 1995, S. 153-176.
Prof. Dr. Leo ROTH, Universitaet Bremen, FB 12, Bibliothekstr., 28359 Bremen
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Deutsche Universitaetsgeschichte im 15. - 17. Jahrhundert
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
Die Zahl der deutschen Universitaeten nimmt seit Mitte des 14.Jahrhunderts kontinuierlich zu, gleiches gilt fuer die Studentenzahlen. Ab 1515 zeigt sich eine gegenlaeufige Tendenz. Die Studentenzahlen nehmen rapide ab, viele Universitaeten schliessen. Erst um 1560 werden die Studentenzahlen von 1515 wieder erreicht. In der deutschen Bildungsgeschichte gibt es keinen vergleichbaren Einbruch. (Nur die Kulturrevolution in China bis 1975 zeigt ein aehnliches Bild.) Als Grund fuer den deutschen Einbruch konnte die Reformation herangezogen werden. Die Wissenschaftsfeindlichkeit ihrer Anfaenge fuehrte zum Rueckgang der Studentenzahlen. LUTHER stellt 1530 fest, dass allein in Sachsen 4000 gelehrte Personen (Pfarrer, AErzte, Lehrer) fehlen wuerden. Aber auch die Berufung auf das richtig verstandene Wort Gottes muss eine Auseinandersetzung mit den Vertretern des Wortes Gottes in der roemischen Kirche wissenschaftlich, d.h. philologisch fuehren. Das fuehrt in protestantischen Territorien zur Umwandlung bestehender Institutionen zu protestantischen Universitaeten, zur Aufwertung von Gymnasien zu Universitaeten und zu Neugruendungen. Dieses wiederum bringt als Reaktion die Neugruendung katholischer Universitaeten hervor.
4. Herangezogene Materialien / benutzte Archive / Archivbestaende
keine Angaben
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
abgeschlossen
6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)
ROTH, L.: Universalitaet und Regionalisierung der deutschen Universitaet im 15. - 17. Jahrhundert. In: DUWE, G. / ROTH, L. (Hrsg.): Kunst und Humanismus in den Niederlanden des 15.-17. Jahrhunderts. Frankfurt a.M., Berlin, Bern u.a. 1995, S. 85-109.
ROTH, L.: Die Reformation als Zaesur in der deutschen Universitaetsentwicklung. In: KODRON, Chr. (Hrsg.): Vergleichende Erziehungswissenschaft. Festschrift fuer Wolfgang MITTER. Koeln 1997, S. 707-724.
Prof. Dr. Werner SACHER, Friedrich-Alexander-Universitaet Erlangen-Nuernberg, Erziehungswissenschaftliche Fakultaet - Lehrstuhl fuer Schulpaedagogik, Regensburger Str. 160, 90478 Nuernberg
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Vorbereitung einer Auswahl-Edition der Korrespondenz Eduard SPRANGERS mit Kaethe HADLICH
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
Ziel des Projektes ist es, eine Auswahl-Edition der im ganzen bisher wissenschaftlich nicht aufgearbeiteten und nicht allgemein zugaenglichen Korrespondenz Eduard SPRANGERS mit Kaethe HADLICH von 1903 bis 1960 (wovon die Anteile Kaethe HADLICHS in Fachkreisen als verschollen galten) vorzubereiten.
Diese sehr umfangreiche Korrespondenz (ca. 15000 Briefseiten, davon ca. 7500 von SPRANGER und ca. 6500 von Frau HADLICH) ist von hoechstem biographischen und historischen Interesse
SPRANGER berichtet in den Briefen an Kaethe HADLICH neben persoenlichen und alltaeglichen Begebenheiten und Belangen z.T. in extenso ueber seine eigenen wissenschaftlichen Projekte und die ihn beschaeftigenden philosophischen, psychologischen und paedagogischen Fragen, und er aeussert sich voellig offen und ungeschuetzt zu den politischen Fragen der Zeit. So gibt diese Korrespondenz wertvollen Einblick in die Genese seines Werkes, in Einzelheiten seiner Biographie, in die Lage und die geistige Verfassung der deutschen Paedagogen und der zeitgenoessischen deutschen Gelehrten ueberhaupt. Die Haltung zur Weimarer Demokratie, zum Dritten Reich, zum Widerstand, die Situation der deutschen Paedagogik in dieser Zeit, die Haltung zu bildungspolitischen Streitfragen sollte anhand dieser Korrespondenz einer weiteren Klaerung zugefuehrt werden koennen. Insgesamt ist diese Korrespondenz wohl die bedeutsamste Quelle zur Biographie SPRANGERS, und sie ist darueber hinaus ein hochrangiges Dokument der Geistes- und Zeitgeschichte von der Jahrhundertwende bis in die sechziger Jahre.
Prof. Dr. Heinz-Elmar TENORTH, PD Dr. Karl-Heinz FUESSL, Humboldt-Universitaet zu Berlin, Phil. Fak. IV, Abteilung Historische Erziehungswissenschaft, Unter den Linden 6, 10099 Berlin
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Modernisierung und Professionalisierung: Effekte des Kulturaustauschprogramms der USA am Beispiel paedagogischer Innovationen in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
Gegenstand des Forschungsvorhabens ist das nach dem Zweiten Weltkrieg von den USA mit der Bundesrepublik eingerichtete Kulturaustauschprogramm (Educational Exchange Program), das seinen Hoehepunkt in der ersten Haelfte der Fuenfziger Jahre erreichte. Konzentriert auf das Teilprogramm der Professionalisierung sozialer und paedagogischer Berufe sowie der korrespondierenden Fachdisziplinen fragt das Forschungsvorhaben exemplarisch nach der Realisierung und der Bedeutung des Austauschprogramms fuer Reformen und Innovationen in der bundesdeutschen Gesellschaft. Dabei interessieren insbesondere die Biographien jener Programmteilnehmer, die sich Anfang der 1950er Jahre laengere Zeit mit dem Ziel in den USA aufhielten, die paedagogischen Grundlagen von Jugendarbeit, Gruppen- und Freizeitpaedagogik sowie der Methoden sozialer Arbeit zu studieren, paedagogische Zusatzqualifikationen fuer Lehrer zu erwerben und ihre neu erworbenen Kompetenzen in Deutschland zu verbreiten und anzuwenden. Mit dem Forschungsvorhaben soll ein zentraler Aspekt der Bildungsgeschichte der Nachkriegszeit, das deutsch-amerikanische Kulturaustauschprogramm, exemplarisch in seiner Praxis und seinen Wirkungen untersucht werden. Dazu wird (1) gefragt, wie das Austauschprogramm geplant und vorbereitet wurde, ferner (2) untersucht, wie die Austauschprojekte mit den deutschen Teilnehmern im Zeitraum von 1949 bis 1955 in den USA umgesetzt und verwirklicht wurden und (3) die Bedeutung analysiert, die das Austauschprogramm in Paedagogik und Bildungspolitik der Bundesrepublik Deutschland nach 1950 erlangen konnte.
4. Herangezogene Materialien / benutzte Archive / Archivbestaende
Archivbestaende aus amerikanischen Archiven
National Archives, Washington D.C.
The Catholic University of America, Washington D.C.
Interviews mit Beteiligten, Biographische Dokumentationen
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
Zwischenbericht / Fortsetzungsantrag
6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)
DFG-Projekt, laufende Publikationen
Prof. Dr. Heinz-Elmar TENORTH, Prof. em. Konrad WUENSCHE, Dr. Ulrike MIETZNER, Dr. Ulrike PILARCZYK, Humboldt-Universitaet zu Berlin, Institut fuer Allgemeine Paedagogik, Abt. Historische Erziehungswissenschaft, Unter den Linden 9, 10099 Berlin (Sitz Geschwister-Scholl-Str.6)
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
DFG-Projekt: Umgang mit Indoktrination: Erziehungsintentionen, -formen und -wirkungen in deutschen "Erziehungsstaaten"
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
Das Forschungsprojekt ist auf folgende Schwerpunkte konzentriert:
Wir verfuegen dafuer ueber einen engen Quellenverbund von Fotografien und Texten zu folgenden Themen: Kinder und Jugendliche, in organisierter und nicht-organisierter Freizeit, bei Initiationsveranstaltungen wie Kommunion, Konfirmation, Jugendweihe und Schulabschlussfeiern, auf Reisen, in der Schule, im Unterricht. Die Fotografien werden in einer Bilddatenbank geordnet. Fuer die Recherche wurden Deskriptoren entwickelt, um Themengruppen zusammenzustellen, Reihen von thematisch und analytisch vergleichbaren Fotos bilden und Aussagen an groesseren Bestaenden ueberpruefen zu koennen, die in der Einzelbildanalyse oder durch die Analyse weniger Fotos gewonnen wurden.
4. Herangezogene Materialien / benutzte Archive / Archivbestaende
Wir nutzen private, kommerzielle und offizielle Bildarchive.
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
30.05.2000
6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)
andere Publikationsformen, Habilitation
Dr. Sabine TOPPE, Stader Str.45, 28205 Bremen; Carl von Ossietzky Universitaet Oldenburg, Institut fuer Erziehungswissenschaft 1, 26111 Oldenburg
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Polizey und Geschlecht: Der obrigkeitsstaatliche Mutterschafts-Diskurs in der Aufklaerung
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
Ein weitgehend unbekanntes Gebiet in der Paedagogik und in den Geschlechterdiskursen der deutschen Aufklaerung stellt die Rolle der Polizeywissenschaft - der Lehre von der inneren Politik des Staates im 18. Jahrhundert - im Prozess der Normierung und Verbreitung der modernen Mutterrolle dar. Die Polizey, in der Aufklaerung nicht allein fuer UEberwachung und Bestrafung, sondern auch fuer Gesetzgebung und die private wie allgemeine "Glueckseligkeit" zustaendig, trat als Erzieherin des weiblichen Geschlechts auf und nahm regen Anteil an der ab der Mitte des 18. Jahrhunderts in den deutschen Staedten einsetzenden umfangreichen Kampagne zur Erziehung der "Muetter der gesitteten und gebildeten Staende". Hier wurde Mutterschaft, wie sie auch heute noch definiert wird, als soziales Muster und kulturelle Norm historisch gepraegt und spezifisch modern.
In dem weiten Feld des Aufgabenbereichs der aufgeklaert-absolutistischen Polizey nahm die Erziehung der Frauen zur Muetterlichkeit breiten Raum ein. Im entstehenden modernen Staat buergerlicher Praegung definierte Mutterschaft die Rolle der Frauen als Staatsbuergerinnen, die Obrigkeit benoetigte sie als Gebaererinnen und Erzieherinnen "guter, gluecklicher, arbeitsamer und gesunder Menschen". Staatswissenschaftler und akademisch gebildete AErzte haben im Forum der medizinischen Polizey, einem Teil der Polizeywissenschaft, die "gute Mutter", muetterliche Pflege, Liebe und Erziehung zum staatlichen Programm erhoben. Mit einer einzigartigen Verflechtung von Medizin, Staatswissenschaft, Philosophie und Paedagogik uebersetzten sie in einem umfangreichen Schrifttum die absolutistische Bevoelkerungspolitik in ausgefeilte Anleitungen zur polizeylichen Erziehung, Fuersorge und Kontrolle der Frauen. Die Idee der medizinischen Polizey wurzelt in dem speziellen politischen, wirtschaftlichen und sozialen System des aufgeklaerten Absolutismus. Es gibt keine zeitgenoessische Entsprechung in anderen europaeischen Laendern, was diese Form staatlicher Erziehung und Kontrolle von Weiblichkeit einzigartig macht. Um den umfangreichen polizeylichen Mutterschafts-Diskurs im aufgeklaert-absolutistischen Staat, seinen Beitrag im Prozess der Normierung und Verbreitung der modernen Mutterrolle darzustellen und einzuschaetzen, war es die schwerpunktmaessige Aufgabe dieser Untersuchung, die polizeylichen Programmatiken zu studieren und zu analysieren. Es schloss sich die Frage nach den Umsetzungsstrategien und Methoden der polizeylichen Erziehung zur Mutterschaft an. Und nicht zuletzt erhoben sich die Fragen nach den Motiven und Interessen der Vertreter der Obrigkeit und nach der Umsetzung, Verbreitung und Wirksamkeit des polizeylichen Erziehungsprogramms. Die polizeylich propagierte Mutterrolle wurde akzeptiert, zunaechst von den buergerlichen Frauen, die dieses Leitbild spaeter an alle anderen Schichten weitergaben. Um zu verstehen, wie das moderne Mutterbild sich verbreiten konnte, erschien es wichtig, den Zusammenhang zwischen polizeylichem Diskurs und weiblichen Lebensrealitaeten zu betrachten. So wurde neben den programmatischen Verlautbarungen der Polizeywissenschaftler exemplarisch ausgewaehlte Aussagen von Frauen der buergerlichen Ober- und Mittelschicht und des Adels zum Thema Mutterschaft in Briefen und Lebensbeschreibungen aus der zweiten Haelfte des 18. und den ersten Jahrzehnten des 19.Jahrhunderts untersucht. Im Mittelpunkt standen dabei praegnante Themen, die sowohl in den Zeugnissen der Maenner wie der Frauen breiten Raum einnehmen: die Freuden und Leiden der Schwangeren und Woechnerinnen, das Thema Kinderpflege und -erziehung und die Bedeutung der Mutterrolle im Schreiben der Frauen.
Am Ende der Untersuchung erschien die Vermittlung von konkreten Verhaltensgeboten und Lebensregeln an die Muetter in der Polizeyliteratur als zweitrangige Absicht. Vorrangig muss das Muetterlichkeits-Programm als eine Antwort auf das aufklaererische Problem der Gleichheit und als staatlicher Beitrag zur Legitimierung der Geschlechterbeziehungen in der sich konstituierenden buergerlichen Gesellschaft betrachtet werden. Mit ihren wissenschaftlich begruendeten, philosophisch abgesicherten und mehr oder weniger umgesetzten paedagogischen Anstrengungen, Muetterlichkeit als das Eigenste im Weibe und Mutterschaft als natuerliche Bestimmung der Frau zu postulieren, legitimierte die Polizeywissenschaft die soziale und politische Unterordnung, die der Frau in der neu entstehenden buergerlichen Gesellschaft weiterhin abverlangt wurde und die doch eigentlich den buergerlichen Prinzipien von Freiheit und Gleichheit widersprach. Die "Anpassung" und "Einpassung" der Frau in die entstehende buergerliche Gesellschaft, und nicht die Verbesserung der Kinderaufzucht, ist das zentrale Merkmal des polizeylichen und des gesamten aufklaererischen Muetterlichkeitsdiskurses ueberhaupt. Indem die Frauen staatlicherseits auf ihre Rolle als Muetter festgeschrieben wurden, indem sie Zahl und Zustand der Bevoelkerung garantieren sollten, wurde der Beitrag der Frauen bei der Hervorbringung der modernen buergerlichen Gesellschaft ueber die Verpflichtung der Frauen zur Mutterschaft normativ geregelt - wie auch eingefordert.
4. Herangezogene Materialien / benutzte Archive / Archivbestaende
Ausgewaehlte Handbuecher, Lehrbuecher, Diskurse, Abhandlungen und Theorien der Polizeywissenschaft sowie polizeywissenschaftliche Jahrbuecher, Magazine, Zeitschriften aus der zweiten Haelfte des 18. und den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Eine ebenso repraesentative wie umfangreiche Zusammenstellung polizeywissenschaftlicher Literatur fand sich in der Sammlung Gramberg in der Landesbibliothek Oldenburg. Vorlaeufer der medizinischen Polizey und Veroeffentlichungen im Rahmen der christlichen "guten Policey" aus dem 16. und 17. Jahrhundert und einige Schriften von Polizeyvertretern der Fruehaufklaerung kamen aus der Staatsbibliothek Preussischer Kulturbesitz Berlin, der Staats- und Universitaetsbibliothek Goettingen und der Herzog August Bibliothek Wolfenbuettel hinzu. Die ausgewerteten Briefe und Lebensbeschreibungen der Frauen und Muetter liegen in verschiedenen Sammlungen gedruckt vor.
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
Abgeschlossen. Die Arbeit wird veroeffentlicht in der Reihe "Frauen- und Geschlechterforschung in der Historischen Paedagogik" im Deutschen Verlag.
6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)
Dissertation
PD Dr. Christa UHLIG, Institut fuer Allgemeine Paedagogik, Abt. Hist. Erziehungswiss., Humboldt-Universitaet zu Berlin, 10099 Berlin, Geschwister-Scholl-Str. 6, Tel. 030 /2093-4129
2. Thema / Titel / Bezeichnung des Projektes
Sozialisationserfahrungen in der UdSSR und ihre Wirkungen auf Bildungspolitik und Paedagogik in der SBZ und DDR
3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens
Im Projekt werden bildungspolitisch und paedagogisch relevante Aspekte des Abhaengigkeitsverhaeltnisses der SBZ und fruehen DDR von der UdSSR untersucht. Das Forschungsinteresse gilt primaer der personalen, individuell-subjektiven Dimension dieses Beziehungsgefueges und ihrer Bedeutung fuer bildungspolitische Entwicklungen. Die biographisch-historischen Analysen umfassen jene Personengruppen, die entweder in der Emigration oder in der Kriegsgefangenschaft unter unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Voraussetzungen und jeweils spezifischen Sozialisationssituationen laengere Lebenszeiten in der UdSSR verbringen mussten, nach 1945 in die SBZ bzw. DDR kamen und in bildungspolitischen Funktionen oder in anderen paedagogischen Berufsfeldern taetig waren. Gefragt wird nach Wirkungen gruppenspezifischer Sozialisation und individueller biographischer Erfahrungen auf die Etablierung der politischen, gesellschaftlichen und paedagogischen Verhaeltnisse in der SBZ und DDR, nach Partizipations-, Einfluss- und Handlungsmoeglichkeiten sowie nach der Rolle bei der Konstituierung des Bildungswesens in der DDR.
Die Verknuepfung kollektivbiographischer und einzelbiographischer Forschungen erwies sich als geeigneter Ansatz, Sozialisationserfahrungen in der UdSSR zu erfassen, idealtypisch zu differenzieren und unter wirkungsgeschichtlichen Aspekten zu untersuchen. Damit koennen nicht nur Aussagen zum Abhaengigkeitsverhaeltnis der SBZ und fruehen DDR von der UdSSR fuer den Bereich der Bildungspolitik und Paedagogik geprueft, sondern zugleich personale Zusammenhaenge dieses Beziehungsgefueges aufgedeckt werden. Die Untersuchung geht von der durch die bisherigen Ergebnisse bestaetigten Annahme aus, dass allen 1945 und in den folgenden Jahren aus der UdSSR zurueckgekehrten Personen - Emigranten und Kriegsgefangene - trotz gravierender politischer, biographischer und psychosozialer Differenzen praegende biographische Erfahrungen und Brueche gemeinsam waren, die sich auf die Gestaltung individueller und gesellschaftlicher Lebenswelten auswirkten.
Nachdem in der ersten Forschungsphase das Material fuer die Untersuchung recherchiert und aufbereitet wurde, methodische Ansaetze entwickelt und an Untersuchungsexempel geprueft sowie erste biographische und wirkungsgeschichtliche Resultate gewonnen und publiziert werden konnten, stehen im Zentrum der zweiten Phase vor allem Fragen
Die Untersuchung soll damit zur Erklaerung eines historischen Zeitraums beitragen, in dem sich grundlegende gesellschaftliche Umbrueche und Veraenderungen ereigneten, denen, bedingt durch die politische Systemwende in den osteuropaeischen Laendern, zunehmend auch bildungsgeschichtliches Interesse entgegengebracht wird. Neue bzw. erst jetzt zugaengliche Quellen fordern nicht nur einen Perspektiv-wechsel, sondern auch die Pruefung bisheriger Erkenntnisse ueber die Ausgangslage fuer die Konstituierung der Bildungspolitik und Paedagogik. Im Rahmen dieser generellen Zielsetzung des Projektes fordern die Ergebnisse der bisherigen Quellenerschliessung und jetzt schon vorliegende Forschungsresultate inhaltliche Modifizierungen und methodische Ergaenzungen.
Waehrend sich die Annahme allgemeiner und uebergreifender psychosozialer und politischer lebensgeschichtlicher Praegung durch die "Erfahrung Sowjetunion" einerseits bestaetigt hat, zeigen sich andererseits Differenzen, die mit diesem globalen Raster nicht ausreichend erklaert werden koennen. Das gilt sowohl fuer Unterschiede zwischen den idealtypisch angenommenen Gruppenerfahrungen und ihren wirkungsgeschichtlichen Konsequenzen als auch fuer individuelle biographische Erfahrungen innerhalb der Gruppen. Parallel zur Vervollstaendigung der Quellen beduerfen diese Zusammenhaenge und Differenzen in der zweiten Forschungsphase bei der Auswertung des Materials der historischen und systematischen Pruefung sowie der theoretischen und methodischen Vergewisserung.
4. Herangezogene Materialien / benutzte Archive / Archivbestaende
Die Untersuchung stuetzt sich primaer auf Archivrecherchen, dabei besonders auf Materialien zur Emigration in der UdSSR (offizielle Emigrantenpolitik, Zeitdokumente, subjektive Reflexionen- Erinnerungen, autobiographische Texte), auf Materialien zur Kriegsgefangenschaft sowie auf wirkungsgeschichtliche Belege fuer die Zeit nach 1945 in der SBZ und DDR. Folgende Archive wurden ausgewertet: Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR, Russisches Zentrum zur Erforschung von Dokumenten zur neuesten Geschichte (Moskau); Landesarchive Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thueringen; Universitaetsarchive Leipzig, Halle, Jena; Bibliothek fuer bildungsgeschichtliche Forschung, Archiv; Bundesarchiv, Bestand Volksbildung (SBZ und DDR). Die Archivmaterialien werden durch Literaturrecherchen sowie durch Befragungen von Zeitzeugen und Interviews ergaenzt.
5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes / Bearbeitungsstand
Das Projekt endet im Maerz 1999. Gegenwaertig findet eine Publikation (Dokumentensammlung) ihren Abschluss.
6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift ... )
DFG-Projekt: Publikationen
Der 7. Band der von der Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) herausgegebenen Reihe "Bestandsverzeichnisse zur Bildungsgeschichte" weist "Zeitschriften / Zeitungen 1739 bis 1932" nach. Im Unterschied zu frueheren Bestandsverzeichnissen wird hier nicht nur der Bestand der BBF aufgefuehrt, sondern darueber hinaus die Periodika der Leipziger Comenius-Buecherei sowie der Sueddeutschen Lehrerbuecherei in Muenchen. Insgesamt 1649 Zeitschriften und Zeitungen werden nachgewiesen, wobei rund zwei Drittel davon, also ueber 1000 Titel, zum engeren Bereich der Paedagogik gehoeren.
Damit duerften diese drei Bibliotheken weltweit die groesste Dichte deutschsprachiger paedagogischer Periodika besitzen, wobei die BBF mit allein 1542 Titeln ueber den groessten Anteil verfuegt. Allerdings ist die Vollstaendigkeit je nach Erscheinungsjahren unterschiedlich zu gewichten. Das heisst zunaechst, dass bei vielen Zeitschriften innerhalb des gesamten Erscheinungsverlaufs einzelne Jahrgaenge fehlen. Weiterhin fehlen aber auch einzelne Titel ganz, wobei in der Regel gilt: je aelter das Erscheinungsjahr der Zeitschrift, um so hoeher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie nicht vorhanden ist. Von den bei MARX aufgelisteten 33 paedagogischen Zeitschriften des 18. Jahrhunderts sind nur knapp 50 % (= 15 Titel) im Bestandsverzeichnis aufgefuehrt. Insgesamt werden 41 Zeitschriften des 18. Jahrhunderts nachgewiesen. Die aelteste im Bestandsverzeichnis enthaltene Zeitschrift ist der Titel: "Goettingische Zeitungen von gelehrten Sachen" aus dem Jahr 1739. Die aelteste paedagogische Zeitschrift, die "Acta scholastica, worinnen nebst einem gruendlichen Auszuge derer auserlesensten Programmatum der gegenwaertige Zustand derer beruehmtesten Schulen und der dahin gehoerigen Gelehrsamkeit entdeckt wird", die ab 1741 erschienen ist, befindet sich gleichfalls im Bestandsverzeichnis.
Das ausgehende 19. und das beginnende 20. Jahrhundert sind deutlich besser repraesentiert. Das Zeitschriftenverzeichnis im Encyklopaedischen Handbuch der Paedagogik umfasst 107 Titel fuer das hoehere Schulwesen sowie 123 Titel fuer die Volksschule. Hiervon sind im Bestandsverzeichnis 76 bzw. 113 Titel enthalten, das entspricht rund 80 %. Der Vergleich mit dem Kirchner verschlechtert allerdings das Verhaeltnis zwischen bibliographisch nachweisbaren paedagogischen Periodika und den in den Bestaenden der drei Bibliotheken vorhandenen Titeln. Dieser Vergleich verdeutlicht, dass es bei den Sammlungen eindeutige Schwerpunktsetzungen gibt. So findet sich etwa eine Konzentration bei den Lehrerzeitschriften des deutschsprachigen Raums. In diesem Bereich kann man nahezu von einer vollstaendigen Sammlung ausgehen. Insbesondere Periodika aus Preussen in den Grenzen nach 1866 sind besonders gut repraesentiert. Weniger gut vertreten im Vergleich zum Kirchner sind Zeitschriften, die sich an Kinder oder Jugendliche bzw. an Schueler der unterschiedlichen Schularten wenden. Unterrepraesentiert sind desgleichen Periodika, die sich der haeuslichen Erziehung zuwenden. Und ebenso finden sich Defizite bei deutschsprachigen Periodika, die ausserhalb Deutschlands erschienen sind, vor allem in der Schweiz und in OEsterreich, aber auch in Ungarn, Luxemburg u.a.m.
Der weit ueberwiegende Anteil der im Bestandsverzeichnis verzeichneten Periodika ist in deutscher Sprache geschrieben. Daneben gibt es eine vergleichsweise kleine Auswahl paedagogischer Zeitschriften aus Grossbritannien, Frankreich, Belgien, Niederlande, Italien, Bulgarien u.a.m.
Zur leichteren Benutzbarkeit wurden zu allen Titeln nicht nur die Bestandsangaben der drei Bibliotheken angegeben, sondern der wirkliche Erscheinungsverlauf der Zeitschriften. Darueber hinaus sind Titelaenderungen angegeben, so dass die Verlaufsgeschichte der Periodika verfolgt werden kann.
Das Bestandsverzeichnis soll und kann keine Bibliographie ersetzen. Es will eine einfach handzuhabende UEbersicht sein, die an der Bildungsgeschichte Interessierten einen kompakten UEberblick bietet. Der Band ist fuer 17.- DM zu beziehen ueber die
Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung
Postfach 17 11 38 - 10203 Berlin
Tel.: 030 /29 33 60-33 - Fax: 030 /29 33 60-25 - E-mail: ritzi@bbf.dipf.de
1. Zur Bestandsgeschichte
Der Nachlass Friedrich FROEBELS ist bereits wenige Jahre nach FROEBELS Tod mehrfach zersplittert worden. Heute liegen drei Nachlassteile vor, der "Berliner", der "Keilhauer" und der "Blankenburger Nachlass". Die juengste und ausfuehrlichste Arbeit zur Geschichte des Froebelnachlasses stammt von Helmut HEILAND, der detailliert sowohl die Ursachen der Zersplitterung als auch den derzeitigen Zustand der drei grossen Nachlassteile beschreibt.
Der "Berliner Nachlass", der eigentliche Nachlass FROEBELS, der vor allem Brief-entwuerfe und Werkmanuskripte enthaelt, liegt in der Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts fuer Internationale Paedagogische Forschung in Berlin. Ebenfalls in Berlin befindet sich der "Keilhauer Nachlass", der in der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek, Preussischer Kulturbesitz einzusehen ist.
Der "Blankenburger Nachlass" gehoert seit der Museumseroeffnung im Jahre 1910 dem Friedrich-Froebel-Museum Bad Blankenburg. Seine wichtigsten Teile sind verfilmt worden und ergaenzen den "Berliner Nachlass", so dass der groesste Teil des gesamten persoenlichen Archivbestandes FROEBELS in der Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung entweder im Original oder als Filmkopie, erschlossen durch zwei Findbuecher, zur Verfuegung steht.
2. Beispiele fuer die Beziehungen Froebels zur Maerzrevolution aus dem "Berliner Nachlass"
Die Froebelforschung beschaeftigt sich eingehend mit den Einfluessen des Revolutionsjahres 1848 auf Froebel und sein Werk. Bekannt ist sein vielfach zitierter Brief an Friederike SCHMIDT vom 20. / 22. Maerz 1848, in dem FROEBEL die buergerliche Revolution als "des deutschen Volkes Fruehlingsmorgen" begruesst, ebenso wie jener an Karl HAGEN vom 17. Juli 1848, in dem er schreibt, dass er seit einem Menschenalter fuer die Republik und zu ihr hin erzogen habe.
Neue Erkenntnisse zu FROEBELS Verhaeltnis zu einer Revolution der gesellschaftlichen Verhaeltnisse werden auf der Grundlage des inzwischen in der Froebelforschungsstelle der Duisburger Universitaet erschlossenen Briefmaterials in einem Vortrag von Helmut HEILAND erwartet.
Auch im "Berliner Nachlass" befinden sich Dokumente aus FROEBELS Hand, aus denen hervorgeht, wie begeistert er die Maerzrevolution begruesst hat. So drueckt er z.B. seine Freude ueber die Teilnahme eines ehemaligen Schuelers, Wilhelm BAEHRING, in einem Text aus, der vermutlich als Entwurf fuer die Widmung in einem Exemplar der "Mutter- und Koselieder" gedacht war:
"Dem wackern Mitkaempfer fuer deutsche Freiheit:
Deutsches Recht, deutsche Sitte, deutsche Treue
Deutsche Redlichkeit
in den blutigen Tagen Berlins
dem echt deutschen Juenglinge
meinem braven Zoegling und wuerdigen Paten meiner verklaerten Gattin
Wilhelm Baehring
welcher durch die Tat bewies, dass die UEberzeugung unseres
hochherzigen Dichters
'denn setzet ihr nicht das Leben ein,
nie wird euch das Leben gewonnen sein'
auch die Seinige ist
uebergibt dieses allen deutschen Frauen gewidmete Buch
als Anerkenntnis seiner Deutschsinnigkeit
zum Geschenk fuer seine kuenftige geliebte Braut und Gattin
sein gewesener stets treugesinnter Pflegevater
Friedrich Froebel Keilhau, am 24. Fruehlingmonat 1848"
In den Jahren vor und nach der Revolution war FROEBEL viel auf Reisen, um seine Ideen von der Kleinkindererziehung in Deutschland und darueberhinaus zu verbreiten. Von der Revolution erhoffte er sich wesentliche Reformen in der Bildung und damit im Zusammenhang eine breite Anerkennung und Verbreitung seiner Kindergaerten. Im "Berliner Nachlass" ist unter anderem ein umfangreicher Brief an Friedrich HOFMANN vom 16. Maerz 1848 erhalten, in dem FROEBEL Plaene fuer eine Erziehungsanstalt entwirft.
Auch seine Bemuehungen um die Schaffung einer Musterbildungsanstalt fuer KindergaertnerInnen in Marienthal und um die Gruendung von oertlichen Vereinen zur Unterstuetzung von FROEBELS Bestrebungen sind im Bestand ueberliefert.
Lehrerversammlungen in ganz Deutschland beschaeftigten sich nach der Revolution mit den Kindergaerten als einer notwendigen Vorbereitungsanstalt der Kinder auf den Eintritt in die Schule. Unterlagen verschiedener Lehrerversammlungen dokumentieren diese Bestrebungen. So heisst es z. B. im Protokoll der Konferenz abgeordneter Lehrer saemtlicher Dioecesen des Herzogtums Meiningen vom 24. Maerz 1848: "Die Kinder sollen erst mit dem 7ten Jahre in die Schule gefuehrt werden. Doch soll eine Vorbereitung durch Kleinstkinderschulen oder Kindergaerten (im Froebelschen Sinne) vorausgehen [...] Es moegen Veranstaltungen getroffen werden, um die Seminaristen mit der Einrichtung der Froebel'schen Kindergaerten bekannt zu machen."
FROEBEL selbst beteiligte sich an der Organisation einer allgemeinen deutschen Lehrerversammlung in Rudolstadt fuer den 17. bis 19. August 1848. Von seinen Bemuehungen zeugen Rundschreiben, Einladungen und Anzeigen z. T. von Froebels Hand, z. B. der Entwurf eines Schreibens an den Minister von Pfordten in Dresden, das Verlaufsprotokoll der Lehrerversammlung, der Aufruf der Rudolstaedter Lehrerversammlung an die deutschen Regierungen und den Reichstag zu Frankfurt sowie Zeitungsberichte ueber die Versammlung.
Auch Froebels Bemuehungen um die Ausbildung von Kindergaertnern und Kindergaertnerinnen waren in der nachrevolutionaeren Phase zunaechst erfolgreich. Gleichzeitig entstanden ueberall in Deutschland Kindergaerten, von denen im Nachlass zahlreiche Unterlagen sowie Zeitungs- und Zeitschriftenaufsaetze kuenden. Unter ihnen befindet sich u. a. ein Beitrag von Diesterweg: Der Kinderfreund in Bad Liebenstein.
Um so haerter traf Froebel das gaenzlich unerwartet ueber ihn und sein Werk hereinbrechende Verbot der Kindergaerten in der Monarchie Preussen, das am 23. August 1851 veroeffentlicht wurde. Die scheinbare oder auch wirkliche Verwechslung mit dem Neffen Karl Froebel ist ja bekannt. Froebel ersuchte das preussische Unterrichtsministerium, seine Kindergartenpaedagogik eingehend zu ueberpruefen und das Verbot aufzuheben und wendet sich nach abschlaegigem Bescheid seitens des Ministeriums mit dieser Bitte auch an Friedrich Wilhelm IV. persoenlich. Im "Berliner Nachlass" ist der Entwurf seines Schreibens an den Koenig von Preussen erhalten.
Froebel, schwer getroffen durch diesen Angriff auf sein Lebenswerk, stirbt 1852. Erst 1860 werden die Kindergaerten wieder zugelassen.
Im Zentrum der Veranstaltung standen praktische und technische Fragen der Archivierung und Archivbenutzung. Im einzelnen ging es u.a. um Bestandssicherung, -erhaltung und -verzeichnung. Hierzu konnte Wolfgang DEIKE, Wiss. Dokumentar im Archiv der Odenwaldschule, den anderen Archivaren und Archivbeauftragten an praktischen Beispielen aus seiner Arbeit wertvolle Hinweise geben. Desweiteren standen auch Rechtsfragen, Nutzungsbedingungen und Finanzierungsfragen der Archivarbeit auf dem Tagungsplan. Dank der ausgezeichneten Organisation der Tagung durch Bernhard MUELLER (Hermann-Lietz-Schule Schloss Bieberstein), der einmal mehr die unkomplizierte Gastfreundschaft seiner Schule unter Beweis stellte, konnten sich die Teilnehmer auf einer Exkursion ins Stadtarchiv Fulda auch ein Bild von der praktischen Arbeit eines kommunalen Archivs vor Ort machen. Dieser Aspekt wurde schliesslich noch ergaenzt durch die professionellen Hinweise von Stephani GOETHALS (Stadtarchiv Pfungstadt), die als Expertin eingeladen worden war.
Insgesamt ist es ein Ziel des Arbeitskreises, die Archivarbeit der verschiedenen Landerziehungsheime produktiv zu koordinieren und die Bestaende der interessierten Fachoeffentlichkeit bekannt zu machen. Ein Weg dazu sind - wie im letzten Heft angekuendigt und am Beispiel des Archivs der Odenwaldschule begonnen - Berichte ueber die einzelnen LEH-Archive und ihre Bestaende im Rundbrief der Historischen Kommission. Als zweites Archiv stellt sich daher diesmal das Kurt-Hahn-Archiv, Schloss Salem vor.
Kontaktadresse des Arbeitskreises: Hartmut ALPHEI, Odenwaldschule, 64646 Heppenheim, Tel. (06252) 75483, Fax (06252) 787480.
"Im vergangenen Wintertrimester besuchten zwei franzoesische Schuelerinnen fuer einige Wochen Salem. Eines Tages fragte eine dieser Gastschuelerinnen, wo sie Material ueber die Geschichte der Schule und des Klosters finden koenne. Niemand war in der Lage diese Frage zu beantworten."
So begann ein Bericht eines Schuelers ueber das Schularchiv, der im Salemer Heft 1965 erschien.
1964 hatte Jocelin YOUNG begonnen, Unterlagen in einem Wandschrank seines damaligen Internatsleiterbueros zu sammeln. Im Fruehjahr 1965 begann unter seiner Fuehrung eine Arbeitsgruppe von Schuelern Informationen ueber den ehemaligen Klosterbesitz zu sammeln. Dabei wurden mehr als 200 Doerfer Suedwestdeutschlands besucht und ein Dia-Vortrag erarbeitet.
Der Wandschrank fuellte sich schnell mit Unterlagen zur Geschichte der Salemer Schulen und des Klosters. Im Jahre 1966 passte nichts mehr hinein und es wurde nach groesseren Raeumlichkeiten gesucht. Diese fand man endlich in der alten Schulwaescherei. Es gab dort keine Heizung und es fehlten einige Tueren an den Schraenken, so wurde das Archiv vorerst "provisorisch" eingerichtet.
Zu Kurt HAHNS Geburtstag im Juni 1966 gab es bereits genuegend Material, um eine Archiv-Ausstellung zu veranstalten. Dies war der erste Wendepunkt, denn diese Ausstellung weckte das Interesse der Altsalemer, die von nun an ihre Unterlagen und Fotos zu spenden begannen. So erbten wir z.B. verschiedene Nachlaesse von ehemaligen Mitarbeitern; wir erhielten die wortgetreu abgeschriebenen Briefe eines Schuelers aus den Jahren 1920 - 1926 und die Tagebuecher eines anderen Schuelers 1933 - 1934 in Spetzgart, sowie eine von Schuelern geschriebene Chronik aus der Heinrich-BLENDINGER Zeit 1938 - 1944. Es wurden drei Exemplare des 1929er Fotoalbums gefunden, das Kurt HAHN zusammenstellen liess, um damit in den USA Sponsoren zu werben, ausserdem Filme, Fotos, Buecher. 1970 zog das Archiv in die Wohnung YOUNG. Die Schule und ein Altschueler stifteten die Moebel, ein anderer Altschueler die Ordner und die Kurt-Hahn-Stiftung den Kopierer.
Das Archiv musste dringend katalogisiert werden, um es der OEffentlichkeit zugaenglicher zu machen. 1980 uebernahm Frau Petra BLECHSCHMIDT, die damals als Sekretaerin an der Schule taetig war, diese immense Aufgabe.
Immer mehr Interessenten kamen um zu forschen. Von den Internen seien vor allem Dr. Illa MISCOLL und Dr. Michael KNOLL genannt, von deren Forschungstrieb in Bezug auf Kurt HAHN und die Geschichte Salems, unser Archiv sehr profitiert hat. So sind z.B. sehr viele Beitraege aus anderen Archiven durch die beiden zu uns gelangt. Im Laufe der Jahre wurde es zunehmend deutlich, dass sich das Archiv immer mehr im weitesten Sinne um die Person Kurt HAHNS drehte. Die Menschen, die von "aussen" kamen um das Archiv zu besuchen, wollten mehr ueber seine Paedagogik, deren Einfluss und internationale Auswirkungen wissen. Oder sie wollten mehr ueber HAHNS politische Rolle waehrend und zwischen den beiden Weltkriegen erfahren. Als das Archiv 1988 unter die schuetzende Hand der Kurt-Hahn-Stiftung gestellt wurde, bekam es folgerichtig den Namen Kurt-Hahn-Archiv.
Frau BLECHSCHMIDT beendete ihre Taetigkeit im Jahre 1987, nachdem sie in 7-jaehriger Arbeit dem Archiv seine heutige Form gegeben hatte. Der Bestand laesst sich sehen und wird intern (von Schuelern, Mitarbeitern und Altschuelern), wie extern z.B. von Doktoranden und Staatsexamenskandidaten oder anderen Forschenden genutzt. Der Eine will etwas ueber Heinrich BLENDINGER oder Erich MEISSNER wissen, der Andere etwas ueber Kurt HAHNS Rolle bei den Friedensvertraegen in Versailles 1919, der Dritte will das Dokument sehen, in dem Koenigin Elizabeth bei ihrem Besuch 1965 einen schulfreien Tag schuf. Der Naechste muss eine Facharbeit in Deutsch ueber die Gruendung der Schule Salem schreiben, ein Anderer sucht seine Klassenliste aus dem Jahre 1933...
Im Jahre 1990 wurde ich von der Schule als Leiterin des Archivs angestellt und setze die Arbeit meines Vaters, Jocelin YOUNG, weiter fort.
Das Archiv umfasst heute etwa 600 Ordner mit Schriftstuecken von und ueber Kurt HAHN, sowie ueber die Schulen und Institutionen, die von ihm oder in seinem Sinne ins Leben gerufen wurden; ausserdem Buecher, Filme, Toncassetten (mit Interviews), Fotoalben, Urkunden, Trophaeen, alte Weihnachtsspielkostueme, Kurt Hahns Tropenhelm etc.
1993 wurde das Kurt-Hahn-Archiv in einen zentralen Raum in der Schule verlegt.
UEbersicht ueber die Bestaende
Erster Teil: Sonderklassen (SO; Nutzung z.T. beschraenkt, gesperrt)
SO 1.1 - SO 1.5 Geheimarchiv (Persoenlichkeiten, Leitung, Kollegium, Elternbeirat, Internatsverein etc.) SO 2.1 - SO 2.12 Fotos SO 3.1 - SO 3.4 Zeitungsausschnitte SO 4.1 - SO 4.3 Plakate, Fahnen u.ae. SO 5.1 - SO 5.6 Salemer Klostergeschichte SO 6.1 - SO 6.5 Bild- und Tontraeger SO 7.1 - SO 7.5 Salemer Schriften (Prospekte, Schuelerzeitungen u.ae..) SO 8 Buecher SO 9.1 - SO 9.10 Historische und andere Gegenstaende (Moebel, Pokale u.ae) SO 10.1 - SO 10.3 Verschiedenes (Ort Salem, OEffentlichkeitsarbeit etc)Zweiter Teil (Normalklassen)
1.1 - 1.16 Aktivitaeten in Salem (SMV, Dienste, Innungen,Theater,Sport..) 2.1 ? 2.6 Verwaltung u. Organisation im Internat Salem 3.1 - 3.5 Verwaltung u. Organisation in der Schule Salem 4.1 - 4.5 Gesamtleitung u. Geschaeftsleitung Salem 5.1 - 5.9 Zweigschule Spetzgart (Aktivitaeten, Geschichte, Verwaltung.) 6.1 - 6.10 Zweigschule Hohenfels (Aktivitaeten, Geschichte, Verwaltung.) 7.1 - 7.3 Ehemalige Zweigschulen (Hermannsberg, Kirchberg,Birklehof) 8.1 - 8.3 ASV und andere Foerdervereine (Altsalemervereinigung) 9.1 - 9.6 Landerziehungsheime u. andere Schulen (LEH, Kurzschulen, Austausch, Round Square Conference, ZIS etc) 10.1 - 10.10 Sonstiges ( Denkschriften, Reden, Chroniken, Jubilaeen)Das Archiv ist nach Terminabsprache mit Sophie WEIDLICH zugaenglich. Dort sind auch Detailinformationen zu den Bestaenden erhaeltlich.
Kontaktadresse: Sophie WEIDLICH, Schule Schloss Salem, 88682 Salem, Tel: (07553) 81-369, Fax (07553) 81-380.
Urspruenglich gruendete sich das Archiv auf zwei Bestandsgruppen, auf die UEberlieferung der Handschriftenabteilung der frueheren Deutschen Lehrerbuecherei, hauptsaechlich bestehend aus ca. 400 Handschriften von Paedagogen, darunter Briefe, Manuskripte, Ernennungsurkunden und Zeugnisse u. a. von PESTALOZZI, DIESTERWEG, WANDER, Splitterbestaenden von Lehrervereinen, Nachlaessen, Teilnachlaessen und Nachlasssplittern von Paedagogen und auf den Bestand des Archivs der frueheren Akademie der Paedagogischen Wissenschaften der DDR (APW) - ohne Personalunterlagen.
Im Bestand der APW findet man vorwiegend die Verwaltungs- und Forschungsunterlagen ihrer Leitungsgremien, Institute und Arbeitsstellen sowie graue Literatur und Nachlaesse.
Das Archiv gehoert seit 1992 zur Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung und ist seitdem staendig erweitert und ergaenzt worden, so u.a. um den Personenfonds von Karl-Heinz Guenther, einem der Vizepraesidenten der APW. Er besteht aus einer nahezu vollstaendigen Sammlung der Veroeffentlichungen Karl-Heinz GUENTHERS, den dazugehoerigen Manuskripten sowie aus Expertisen, Reden, Gutachten seit 1952, Materialsammlungen und Karteien zu den wissenschaftlichen Themen, zu denen er gearbeitet hat.
Ergaenzt wird dieses Material durch eine Fotosammlung vor allem zur Geschichte des Deutschen Paedagogischen Zentralinstituts (DPZI) der DDR und der APW. Zu erwarten sind weitere Dokumente wie z. B. Tagebuecher und Korrespondenzen.
Der Personenfonds ist nicht verzeichnet und in bestimmten Teilen fuer die Nutzung gesperrt. Eingesehen werden koennen aber sogenannte Prognosematerialien, die unter der Federfuehrung K.-H. GUENTHERS vor allem zur Entwicklung des Bildungswesens der DDR entstanden sind. Zumeist sind es seine Autoren- oder Arbeitsexemplare, teilweise mit handschriftlichen Bemerkungen versehen. Die Sammlung erfasst nahezu lueckenlos alle wesentlichen Materialien zur Bildungsprognose soweit APW bzw. DPZI damit befasst waren vom Ende der sechziger bis zum Ende der achtziger Jahre.
Bereichert wurde das Archiv der BBF durch ein Depositum: das Archiv des Adolf-Reichwein-Vereins e. V. Im Rundbrief 2 / 1997 berichtete Dietmar HAUBFLEISCH darueber.
Weitere Nachlaesse, die als Schenkung uebernommen werden konnten, sind der Nachlass von Rudolf Lochner und ein Teilnachlass von Elisabeth Blochmann.
Rudolf LOCHNER (1885-1978) wird als ein "Wegbereiter der empirischen Erziehungswissenschaft" bezeichnet (vgl.: Wolfgang BREZINKA: Aufklaerung ueber Erziehungstheorien. Beitraege zur Kritik der Paedagogik.- Muenchen, Basel: Ernst Reinhardt, 1989, S. 62-76.). Er hat versucht, sowohl eine Metatheorie der Erziehung als auch ein System der Erziehungswissenschaft wenigstens im Ansatz auszuarbeiten. Zuletzt lehrte er von 1951 bis zu seiner Emeritierung 1963 an der Paedagogischen Hochschule Lueneburg.
Der Nachlass von R. LOCHNER umfasst eine Sammlung seiner gedruckten Schriften, Buecher aus seiner Nachkriegsbibliothek, ungedruckte Manuskripte, Vorlesungsmanuskripte, letztere allerdings weitgehend als Stenogramme, weitere Unterlagen aus seiner Lehrtaetigkeit, Semester- und Examensarbeiten von Studenten und Korrespondenzen LOCHNERS.
Der Teilnachlass von Elisabeth BLOCHMANN (1892-1972) enthaelt vor allem Lebensdokumente wie ihre Geburtsurkunde, Zeugnisse, Arbeitsvertraege, Berufungsunterlagen, Staatsbuergerschaftsangelegenheiten, einen Lebenslauf, eine handschriftliche Rezension sowie Sonderdrucke ihrer Veroeffentlichungen.
Weiterhin wurde das Archiv durch zwei umfangreiche Sammlungen bereichert, um das Archiv des Instituts fuer zeitgeschichtliche Jugendforschung e. V. und um die Sammlungen der Gutachterstelle fuer deutsches Schul- und Studienwesen des Berliner Instituts fuer Lehrerfort- und -weiterbildung und Schulentwicklung (BIL).
Das Archiv des Instituts fuer zeitgeschichtliche Jugendforschung e. V. (IZJ) ist eine Sammlung von Materialien zur Geschichte der Arbeiterjugendbewegung und insbesondere zur Geschichte der Jugendorganisation "Freie Deutsche Jugend (FDJ) der DDR. Im Bestand befinden sich zum Teil Originalakten, zum Teil Kopien von in anderen Archiven liegenden Unterlagen sowie Videos und Tonbandprotokolle von Gespraechen mit Zeitzeugen. Sie geben u. a. Aufschluss ueber die Gruendung der FDJ, die Arbeit der Jugendorganisation in der DDR und der BRD, ueber internationale Beziehungen der FDJ sowie ueber die Jugendhochschule "Wilhelm Pieck" am Bogensee.
Zu den Sammlungen gehoeren komplett die Leserbriefe an die Redaktion der Zeitung "Junge Welt" aus den Jahren 1988 / 89 bis April 1995 und Akten vom Runden Tisch der Jugend. Datenbanken, Frageboegen, empirische Studien und analytisches Material zu den Erfahrungen von Jugendlichen im deutschen Einigungsprozess ergaenzen diesen Teil des Bestandes.
Ca. 2000 Fotos umspannen den Bogen von der Arbeiterjugendbewegung der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts bis zum Ende der DDR. Eine Vielzahl der Fotos zeigt Grossveranstaltungen der FDJ, SED-Parteitage, Weltfestspiele der Jugend und Studenten usw.
Zum Bestand gehoeren weiterhin 86 Titel von Zeitschriften und Zeitungen, darunter fast vollstaendig das "Neue Deutschland" und die "Junge Welt".
Zusammengetragen wurden ausserdem Qualifikationsschriften wie Diplomarbeiten und Dissertationen, die sich mit der FDJ beschaeftigen sowie Studien des IZJ.
Unterlagen aus dem Sekretariat des Bueros des Zentralrats der FDJ wie z. B. Beschluesse sowie Broschueren der FDJ, deren Originale im Bundesarchiv liegen, sind als Mikrofilm vorhanden.
Der Ursprung der Sammlungen der Gutachterstelle des BIL geht auf die "Koeniglich Preussische Auskunftsstelle fuer Lehrbuecher des hoeheren Unterrichtswesens" zurueck, die 1899 gegruendet und 1913 in die "Auskunftsstelle fuer Schulwesen" umgewandelt worden war. Geleitet wurde sie seit 1913 von Max KULLNICK, der sie noch bis 1950 nunmehr als "Hauptstelle fuer Erziehungs- und Schulwesen" weiterfuehrte. Diesen Namen behielt sie bis 1967 und ist seitdem "Gutachter-stelle fuer deutsches Schul- und Studienwesen" im Paedagogischen Zentrum bzw. im jetzigen BIL.
Der thematisch weitgespannte Bogen der Anfragen machte es erforderlich, immer neue Sammlungen anzulegen. 1922 erhielt die Auskunftsstelle vom Kultusministerium die Bearbeitung der Jahresberichte aller oeffentlichen und privaten hoeheren Schulen Preussens uebertragen und uebernahm die vom Ministerium angelegte Sammlung der bisherigen Jahresberichte. Insgesamt sind heute in der Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung ueber 60 000 solcher Jahresberichte verfuegbar.
Ebenfalls mit dem Jahre 1922 beginnt die Einrichtung einer Personalkartei fuer Lehrer der oeffentlichen hoeheren Schulen Preussens, seit 1932 fuer Lehrer aller Schularten Preussens und des Deutschen Reiches. Weiterhin gehoeren eine umfangreiche Sammlung von Amtsdrucksachen, Akten einzelner hoeherer Schulen und Privatschulen Berlins von ca. 1900 bis 1960, Unterlagen ueber Personalveraenderungen an preussischen hoeheren Schulen von ca. 1930 bis 1945 sowie statistische Erhebungen an Mittel- und hoeheren Schulen im Deutschen Reich zum Bestand.
Die Historische Kommission der Deutschen Gesellschaft fuer Erziehungswissenschaft uebergab ihre Verwaltungsakten an das Archiv, die hauptsaechlich aus Korrespondenzen, Mitgliederverzeichnissen und Vor- und Nachbereitungen von Tagungen bestehen. Sie umfassen einen Zeitraum von ca. 1973 bis 1995 und koennen zu Forschungszwecken eingesehen werden. Kopien sind jedoch nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung der Kommission moeglich.
Neu erschlossene Bestaende und Arbeitsvorhaben
Computergestuetzt verzeichnet werden zur Zeit die UEberlieferungen der Leitungsgremien der APW. Bereits komplett eingearbeitet sind die Direktionsberatungen des DPZI und die Arbeitsberatungen des Praesidenten der APW. Die computergestuetzt erschlossenen Bestaende koennen Online an den Computerarbeitsplaetzen der Bibliothek recherchiert werden. Sie sind ueber verschiedene Indices, darunter ein Schlagwortverzeichnis, zugaenglich.
Zur Zeit werden die Beratungen des Praesidiums der APW vorsortiert und zur Eingabe in die Archiv-Datenbank vorbereitet.
Die computergestuetzte Verzeichnung der ueberlieferten Arbeitsspeicher des Instituts fuer OEkonomie und Planung des Volksbildungswesens (IOEP) und der Zentralstelle fuer Information und Dokumentation (ZPID) der APW, die sich aus Materialsammlungen zu den Forschungsgegenstaenden dieser Einrichtungen zusammensetzen, darunter Informationsmittel der APW, Reise- und Konferenzberichte, Statistiken zum Schulwesen, Praxisanalysen und Forschungsergebnisse, ist abgeschlossen. Weitere Arbeitsspeicher wie der der Arbeitsstelle fuer Auslandspaedagogik (AfA) und der der Arbeitsstelle fuer Vorschulerziehung (AVE) werden 1998 bearbeitet.
Erschlossen werden ausserdem die Bestaende, die die Deutsche Lehrerbuecherei ueber ihre eigene Geschichte hinterlassen hat, wie Unterlagen zur Gruendung der Bibliothek, zum Bestandsprofil, zur Benutzung.
Weiterhin werden die bisher nicht erschlossenen Teile der von der Gutachterstelle des BIL uebernommenen Materialien, insbesondere die Akten der Privatschulen, computergestuetzt erfasst.
Zur Zeit werden die aus der Handschriftenabteilung der Deutschen Lehrerbuecherei ueberlieferten Autographen mit der vollstaendig vorhandenen Handschriftenkartei der Deutschen Lehrerbuecherei verglichen. Dadurch entsteht erstmals seit Kriegsende ein UEberblick ueber die tatsaechlich noch vorhandenen Handschriften. Der groesste Teil aus der Handschriftensammlung der Deutschen Lehrerbuecherei (1943 waren es noch 8 000 Stueck) ist gegen Kriegsende aus Berlin ausgelagert worden und nicht zurueckgekommen. Ein Handschriftenverzeichnis der tatsaechlich vorhandenen Stuecke wird computergestuetzt erstellt.
Abgeschlossen durch ein vorlaeufiges Findbuch wurde die Erschliessung des Nachlasses von Leo Regener (1900-1975), dessen Wert fuer die bildungsgeschichtliche Forschung vor allem in von REGENER aufbewahrten umfangreichen Dokumenten zur Entwicklung des Volksbildungssystems in der SBZ und fruehen DDR liegt.
In einer speziellen Datenbank fuer Handschriften, Autographen, Nachlaesse und Sammlungen (HANS) steht neben dem Teilnachlass Elisabeth Blochmanns der Nachlass von Karl Hoffmann (geb. 1915), der am DPZI und in der APW massgeblich an der Erarbeitung der Lehrplaene, Lehrbuecher und Unterrichtsmittel fuer das Fach Musik beteiligt war, zur Verfuegung.
Aufgenommen in diese Datenbank werden demnaechst die Nachlaesse von Hans Loeffler (1899-1988), in dem die hinterlassenen Materialien zur Neulehrerausbildung und zur Entwicklung der Volksbildung in Berlin zur Zeit der SBZ besonders interessant sind, und der Personenfonds des Wissenschaftlers Franz Hofmann (geb. 1922), der sich vor allem als Comeniologe, aber auch als Kenner der klassischen Paedagogik vom 16. Jahrhundert an, einen Namen erworben hat.
Noch im Verlauf diesen Jahres werden auch die Archivdatenbanken wie schon die der Bibliothek ueber das Internet recherchierbar sein.
Wie kommt man an die Bestaende heran?
Die Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung ist Montag bis Donnerstag von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr und Freitag von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr geoeffnet.
Das Archiv ist unter den Telefonnummern (030) 29 33 60 27 oder (030) 29 33 60 26 sowie unter der e-mail - Adresse basikow@bbf.dipf.de zu erreichen.
Es wird empfohlen, sich telefonisch anzumelden.
"75 Jahre Archiv der Deutschen Jugendbewegung" war Anlass fuer eine grosse Feier am 22.November 1997 auf Burg Ludwigstein. 150 Gaeste nahmen an dem Festakt teil, der auch der Selbstvergewisserung diente. Neben verschiedenen Grussworten und Berichten aus der Arbeit und ueber die Bedeutung sowie den Werdegang des Archivs hoerten die Anwesenden einen Festvortrag von Prof. Dr. Juergen REULECKE (Siegen) ueber "Jugend und Jugendbewegung im 20.Jahrhundert".
Als vor 75 Jahren das "Reichsarchiv der Jugendbewegung" aus bescheidensten Anfaengen entstand, konnte wohl kaum jemand die Entwicklung zum heutigen, national und international anerkannten Institut voraussehen.
Aus der Alltagsarbeit des Archivs sei vor allem auf einige wichtige und gewichtige Zugaenge hingewiesen. Aus dem Nachlass von Hermann KANOW (Frankfurt / Main) und aus Schenkungen von Max Werner BUERGER (Berlin) und Walter DIETRICH (Witzenhausen) uebernahm das Archiv umfangreiche Bestaende an Buechern, Zeitschriften und Akten. Charlotte HEISTER (Berlin) stiftete Nachlassmaterial ihres Mannes, des Schriftstellers Bernhard HEISTER, Dr. Renate GERISCHER (Berlin) Zeichnungen, Noten und Korrespondenzen ihrer Verwandten August HALM und Gustav WYNEKEN. Herbert WESTENBURGER (Frankfurt / Main) begann mit der UEbergabe seiner Sammlungen aus dem Bereich Buendische Jugend und Jugendwiderstand. Die Abteilung Pfadfinder wurde vor allem durch Schenkungen von Juergen W. DIENER (Karben), Wolf KUNKE (Siegen) und Johannes MOYZES (Varel) erweitert. Dr. Jutta BOHNKE-KOLLWITZ (Koeln) ueberliess dem Archiv Korrespondenz von Hans und Peter KOLLWITZ und ihres Freundeskreises.
Kurzinformationen ueber das Archiv
Aufgaben: Das Archiv dient der Sammlung und Sicherung der Dokumente der deutschen Jugendbewegung ab etwa 1890 bis heute. Die vor allem zeit- und kulturgeschichtlich bedeutsamen Bestaende werden der wissenschaftlichen Forschung und der interessierten OEffentlichkeit zugaenglich gemacht.
Bestaende (Hauptabteilungen):
B Buecher (Monographien) ca. 25 000 Titel Z Zeitschriften (Periodika) ca.3500 Titel A Akten (Korrespondezen, Schriftgut, Chroniken usw.) ca. 420 Regalmeter N Nachlaesse Geschlossene Schriftgutsammlung von etwa 120 Personen F Fotos ca. 160 000 Negative und Positive; 600 Alben K Kunst Graphiken und Gemaelde von etwa 200 Kuenstlerinnen und Kuenstlern T Tontraeger und Filme Schallplatten, Tonbaender, Kassetten, Filme, Videos G Gegenstaende (Objekte) Fahnen, Wimpel, Abzeichen, Kleidung, Fahrtengeraet, KleinkunstGeschichte: 1922 gegruendet, 1941 beschlagnahmt, seit 1945 wieder aufgebaut, 1970 aufgenommen in das Landesverzeichnis national wertvoller Archive, seit 1976 hauptamtlich geleitet, seit 1977 in neuen Raeumen
Traeger: Stiftung Jugendburg Ludwigstein und Archiv der Deutschen Jugendbewegung
MitarbeiterInnen: 4, dazu wechselnde ABM- und Projektkraefte
Veroeffentlichungen: Jahrbuch (bisher 18 Baende), Schriftenreihe (bisher 11 Baende); Kataloge in Vorbereitung
Kontaktadresse: Archiv der Deutschen Jugendbewegung, Burg Ludwigstein, 37214 Witzenhausen, Tel. (05542) 1862, Fax: (05542) 910484
Ca. 60 Studierende und Lehrerbildner hatten sich am 5. Mai 1998 zur Eroeffnung einer Ausstellung ueber die ehemalige Lichtwarkschule versammelt. Diese Ausstellung ueber eine Hamburger Reformschule der Weimarer Zeit ist eine Leihgabe des Hamburger Schulmuseums. Sie wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Reiner LEHBERGER (Uni Hamburg) konzipiert, der auch den Eroeffnungsvortrag in Potsdam hielt. Nach mehrmaliger erfolgreicher Praesentation der Ausstellung in Hamburg wurde sie bis zum 26. Mai von der Professur fuer Historische Paedagogik (Prof. Dr. Hanno SCHMITT) und der ihr angeschlossenen Forschungsstelle fuer Berlin Brandenburgische Bildungsgeschichte (Dr. Frank TOSCH) an der Universitaet Potsdam gezeigt.
Eine Ausstellung ueber eine Hamburger Reformschule in Potsdam?
In der Weimarer Republik galt die Lichtwarkschule als eine weit ueber die Stadtgrenze Hamburgs hinaus bekannte Reformschule und hat in jenen Jahren nicht nur viel zum Ruf Hamburgs als "Stadt der Schulreformen" beigetragen, sondern auch ganz wesentliche Impulse und Wirkungen fuer Schulreformen in Berlin und Umgebung erzeugt. Waehrend die anderen Reform- und Versuchsschulen nicht nur der Hansestadt groesstenteils Volksschulen waren, war die Lichtwarkschule eine Schule des hoeheren Schulwesens, d.h. im Regelfall verliessen ihre Schuelerinnen und Schueler die Einrichtung mit dem Reifezeugnis und der Berechtigung zum Studium an einer Universitaet.
Reformschulen im hoeheren Schulwesen waren allerdings nicht nur in Hamburg eine Ausnahmeerscheinung. Zu den wenigen Schulen zaehlt die schulgeschichtliche Forschung fuer das gesamte Deutsche Reich in der Weimarer Zeit neben der Lichtwarkschule v.a. die Schulfarm Insel Scharfenberg und die Karl-Marx-Schule beide in Berlin, die Berthold-Otto-Schule in Magdeburg sowie die Domschule in Luebeck.
Da die Lichtwarkschule 1937 von den Nationalsozialisten aufgeloest und nach Ende des Krieges nicht wiederbelebt wurde, schien diese bedeutende paedagogische Institution nach 1945 in Vergessenheit geraten zu sein. Vor allem ehemalige Lichtwarkschueler wie Loki und Helmut SCHMIDT (Bundeskanzler von 1974 bis 1982) haben in juengster Zeit Erhebliches zur Erinnerung an diese Reformschule beigetragen. Wiederholt haben sie den grossen positiven Einfluss ihrer Schulzeit auf ihre individuelle und spaetere berufliche Entwicklung beschrieben. In dem Buch "Kindheit und Jugend unter Hitler" (Goldmann-Verlag 1994) fuehrt Helmut SCHMIDT unter der UEberschrift "Der Gluecksfall einer guten Schule" als paedagogische Besonderheiten u.a. die Anleitung zum selbstaendigen Arbeiten, das partnerschaftliche Verhaeltnis zwischen Lehrern und Schuelern und die Betonung von Literatur, bildender Kunst und Musik an.
Das paedagogische Profil dieser Schule steht auch im Mittelpunkt der Ausstellung. So vor allem
Die Ausstellung richtete sich v.a. an Lehrende und Studierende erziehungswissenschaftlicher Studiengaenge, auch an Lehrerinnen und Lehrer von Schulen im Potsdamer Raum, die Impulse und Anregungen fuer die paedagogische Profilbildung ihrer Schule suchen. Sie war ein in dieser Form bisher nicht praktiziertes Forum fuer intensive Gespraeche und Ort des Erfahrungsaustausches zwischen Erziehungswissenschaft, Schulpraxis und Schulverwaltung.
Eine von Reiner LEHBERGER herausgegebene Broschuere mit den wichtigsten Quellen der Lichtwarkschule unterstuetzte dieses Anliegen. Sie kann entweder ueber das Hamburger Schulmuseum oder ueber die Forschungsstelle fuer Berlin-Brandenburgische Bildungsgeschichte am Institut fuer Paedagogik der Universitaet Potsdam bezogen werden.
Als Begleitprogramm zur Ausstellung fand am 15. Mai 1998 ein von den Ausstellungsorganisatoren in Potsdam veranstalteter Workshop "Historische Reformschulen: Modelle fuer heutige gute Schule" statt. Hier wurde die Lichtwarkschule als Zentrum reformpaedagogischer Bemuehungen in ihren Vernetzungen zu Schulprojekten und Personen im Berliner Raum in der Weimarer Zeit diskutiert und nach dem Ertrag reformpaedagogischer Theorie und Praxis unter veraenderten historischen Rahmenbedingungen fuer die Schule von heute gefragt. Impulsreferate hierzu hielten Dietmar HAUBFLEISCH (Uni Marburg) ueber reformpaedagogische Beziehungen zwischen Hamburg und Berlin in der Weimarer Zeit, Berichte von Joern GARBER (Uni Halle) sowie Franklin KOPITZSCH (Uni Hamburg) ueber Historische Bildung und Kulturkunde bei der Lichtwarkschullehrerin Erna STAHL aus erlebter Schuelerperspektive sowie Hartmut ALPHEI (Odenwaldschule) zur o.g. Workshop-Thematik am Beispiel der Odenwaldschule.
Es waere den Projektbeteiligten des Hamburger Schulmuseums zu wuenschen, dass diese Ausstellung an weiteren Bildungseinrichtungen gezeigt werden koennte. Interessenten wenden sich bitte an Prof. Dr. Reiner LEHBERGER, Hamburger Schulmuseum, Neustaedter Strasse 60, 20355 Hamburg, Tel.: (040) 352946.
Frank TOSCH
Es kommt heute nicht mehr haeufig vor, dass eine Bildungseinrichtung - wie die 1866 in Muenster begruendete Marks-Haindorf-Stiftung - innerhalb weniger Jahre ueberregionale Bedeutung erlangt. Diese Stiftung hatte es sich zur Aufgabe gemacht, juedische Elementarschueler, Handwerker und Lehrer aus der Provinz Westfalen und der Rheinprovinz auszubilden und an die sich wandelnden gesellschaftlichen Bedingungen der Moderne heranzufuehren. Bereits 1825 hatten die Stifter einen Vorlaeuferverein gegruendet, der das Ziel verfolgte, die gesellschaftliche und staatsbuergerliche Emanzipation der Juden zu foerdern. Ohnehin nahmen Bildung und Erziehung im Judentum traditionell einen hohen Stellenwert ein. Was bisher gefehlt hatte, waren schul- und berufsbildende Einrichtungen, die von der Gesellschaft und vom Staat als solche anerkannt wurden.
Mit welchen Schwierigkeiten und Behinderungen sich die Stiftung auf ihrem Weg zwischen Emanzipation und Ausgrenzung auseinanderzusetzen hatte und welche internen Konflikte um Lehrinhalte und Unterrichtsmethoden Lehrerkollegium und Kuratorium beschaeftigten, ist jetzt in der von Susanne Freund verfassten Darstellung zur Geschichte dieser Bildungsinstitution nachzulesen. Die vom Landschaftsverband-Westfalen-Lippe gefoerderte und in der Reihe "Forschungen zur Regionalgeschichte" des Westfaelischen Instituts fuer Regionalgeschichte erschienene Studie beschreibt darueber hinaus, wie sich die Einpassung der privaten Schul- und Berufsbildungsanstalt in die mehr und mehr verstaatlichte Bildungslandschaft Muensters, Westfalens und Preussens vollzog. Susanne Freund zeigt aber zugleich, wie das Streben der juedischen Buerger nach gesellschaftlicher Anerkennung mit der schmerzlichen Erkenntnis konfrontiert wurde, dass eine - als rechtliche und soziale Gleichstellung verstandene - vollstaendige Integration der Juden niemals erreicht werden konnte.
Die Autorin: Dr. Susanne Freund, geb. 1961, studierte Neuere Geschichte, Deutsche Philologie, Publizistik und Paedagogik. Promotion in Muenster mit vorliegender Arbeit.
Die Bibliothek des Georg-Eckert-Instituts, die eine internationale Schulbuchbibliothek mit ca. 150.000 Baenden enthaelt, praesentiert sich erstmals mit einem Teilbestandskatalog ihrer historischen deutschen Schulbuchsammlung. Das Bestandsverzeichnis umfasst ca. 6000 Lese- und Realienbuecher, einschliesslich Fibeln. Da es in diesem bildungshistorischen Teilbereich bisher keine derartige Zusammenstellung gab, stellt dieser Katalog ein Desiderat dar und kann z.T. eine bisher nicht vorhandene Bibliothek ersetzen. Die bibliothekarische Erschliessung geht weit ueber die uebliche Datenerfassung hinaus und weist alle an den Buechern beteilgten Personen (und auch Koerperschaften) aus, wozu auch Kuenstler zaehlen, die auf Kunsttafeln Eingang in die Lesebuecher gefunden haben. Zusaetzliche Register nach Verlagsnamen, Schultypen, Regionen, Fibeln und Gedichtsamlungen erlauben vielfaeltige Abfragemoeglichkeiten.
Mit dieser Veroeffentlichung wird eine Verpflichtung gegenueber der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingeloest, die ueber mehrere Jahre die Erschliessung des Spezialbestandes von deutschen Schulbuechern mit Erscheinungszeitraum bis 1945 im Georg-Eckert-Institut finanziell gefoerdert hatte. Zwei weitere Teilbaende von Geschichts- und Geographiebuechern werden folgen.
Die vorgelegte Dokumentation, die aufgrund einer Sammelaktion in Rumaenien im Jahre 1993 zustande kam, beruecksichtigt nicht nur die Bestaende im Georg-Eckert-Institut, sondern auch die anderer Bibliotheken und darueber hinaus in der Literatur genannte Schulbuchveroeffentlichungen. Sie moege als bibliographisches Arbeitsmittel dienen und helfen, die Quellenlage zu verbessern.
Die beigefuegte Auswahl von Ausschnitten aus Schulbuechern in Form von Inhaltsverzeichnissen, Texten und Abbildungen sollen eine kleinen Einblick in die Fuelle von siebenbuergischen Themen und Sichtweisen geben. Der Beitrag ueber die geschichtliche Entwicklung des Siebenbuerger Schulwesens von Walter Koenig, Vorsitzender des Arbeitskreises fuer siebenbuergische Landeskunde e.V., Heidelberg, rundet den Band ab.
Im Rahmen des Bibliographieprogramms des Herder-Instituts ist jetzt der erste Band der geplanten Reihe selbstaendiger Jahresbibliographien zur Geschichte der Boehmischen Laender und der Slowakei erschienen, die ab dem Berichtsjahr 1995 vom Herder-Institut in Kooperation mit Partnerinstituten in der Tschechischen und der Slowakischen Republik nach gemeinsam festgelegten Bearbeitungsgrundlagen erstellt werden. Fuer die vorliegende Bibliographie, die das im Jahr 1994 erschienene Schrifttum umfasst, wurde das Titelmaterial zunaechst noch allein im Herder-Institut gesammelt, aber im wesentlichen bereits nach den mit den kuenftigen Partnern vereinbarten Kriterien bearbeitet. Das Verzeichnis enthaelt 1126 Titel zur Geschichte der Boehmischen Laender bzw. der Tschechoslowakei und der Tschechischen Republik sowie 298 Titel zur Geschichte der Slowakei bzw. der Slowakischen Republik. Sie werden durch ein Autoren-, ein Personen-, ein geographisches und ein Schlagwortregister erschlossen.
In dem an Archiven und Bibliotheken so reichen Paris will der vorliegende Fuehrer eine solide Orientierung bieten. Er richtet sich an Historiker des 19. und 20. Jahrhunderts, die ein Archivstudium in Paris vorbereiten oder vor Ort nach weiterfuehrenden Informationen suchen. Breiter Raum wird den Bestaenden der grossen staatlichen Archive eingeraeumt (Archives nationales, Archiv des Aussenministeriums, Militaerarchive in Vincennes), aber auch kleinere Spezialarchive und Bibliotheken werden mit praezisen Angaben vorgestellt. In den UEberblick sind auch die im Zeitalter der Dezentralisierung an Bedeutung zunehmenden Aussenstellen der Pariser Zentralarchive einbezogen - von Roubaix bis Aix-en-Provence, von Nantes bis Colmar. Erstmals in einem Archivfuehrer fuer Frankreich wird auch eine Reihe von wichtigen - und zugaenglichen - Unternehmensarchiven beruecksichtigt.
UEber den Autor: Dr. Andreas Wilkens ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut Paris.
In 12 Einzelbeitraegen werden erstmals Biographien von Verfolgten beider deutscher Gewaltregime, der nationalsozialistischen Unterdrueckung und Ausmerzung wie der stalinistischen Repression (1945-1956), bewusst gemeinsam vorgestellt. Durch das Bestuerzende des Einzelschicksals werden die Dimensionen der Unmenschlichkeit auch in ihrer Vielfalt aufgezeigt. Fragen des Verhaltens im UEbergang von der ersten zur zweiten deutschen Diktatur wie auch der Legitimation der zweiten durch den Kampf gegen die erste werden aufgeworfen. Vielfach spiegelt sich auch die problematische Aufarbeitung durch die beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften in diesen Lebenslaeufen. Statt der Nivellierung der Ausserordentlichkeit des Nationalsozialismus wird eine differenzierte Untersuchung von AEhnlichkeiten und Unterschieden beider Gewaltregime geboten. Beruecksichtigt sind: u.a. Katholiken, Sozialdemokraten, Kommunisten und kommunistische Abweichler, junge Liberale und Christdemokraten, Juden und sogenannte Halbjuden wie auch sozial auffaellige Jugendliche. Ein besonderes Kapitel ist Persoenlichkeiten gewidmet, die in beiden Regimen Zuchthaus, Lagerhaft und Folter erdulden mussten. Der Band unterstreicht die Notwendigkeit des umfassenden Gedenkens, da ein tragfaehiger, demokratischer Konsens, der diesen Namen auch verdient, ebenso wie das historisch-politische Selbstverstaendnis der Bundesrepublik des Gedenkens aller Opfer bedarf. Beitragsautoren sind:
Zur nationalsozialistischen Verfolgung: Christian Frieling, Alfons Kenkmann, Beate Meyer, Ulrike Jureit, Christl Wickert / Barbara Koester.
Zur doppelten Verfolgungserfahrung: Friedhelm Boll, Karin Hartewig, Manfred Rexin.
Zur Verfolgung in der SBZ und fruehen DDR: Beatrix Bouvier, Eva Ochs, Brigitte Kaff, Gerhard Papke.
Zur methodischen Reflexion: Bernd Faulenbach.
Zur Erkundung und Erforschung der Heimat- und Schulgeschichte einzelner Regionen und Orte in Thueringen haben Lehrer der veschiedenen Schularten in der Vergangenheit mit vielfaeltigen Publikationen beigetragen. In dieser Tradition steht die im Jahre 1997 erschienene Festschrift zum 120-jaehrigen Jubilaeum der Arnoldischule in Gotha.
Der Autor Hans-Juergen HINRICHS (Jg.1935) - seit 1959 als Lehrer an der Arnoldischule in Gotha taetig - veroeffentlichte bisher Artikel, Aufsaetze und Abhandlungen zu Leben und Wirken des Gothaer Versicherungs- und Schulgruenders Ernst Wilhelm ARNOLDI (1778-1841), zur Geschichte des hoeheren Schulwesens im Landkreis Gotha und zur Kulturgeschichte der alten Gothaer Friedhoefe. Seiner "Rueckbesinnung auf die vielfach weit zurueckreichende Schulgeschichte als belebende und foerdernde Kraft im Dienste der Gestaltung des schulischen Lebens in der Gegenwart" stellte er bewusst ein treffendes Zitat von Cicero voran: "Wer von uns, der als freier Mann erzogen ist, bewahrt nicht seine Erzieher, seine Lehrer und Meister, ja selbst die stumme Staette, an der er aufgezogen und unterrichtet worden ist, mit dankbarer Erinnerung im Gedaechtnis?"
Fuer die ehemaligen Lehrer und Erzieher der Arnoldischule hat der Verfasser in einer zehnjaehrigen Beschaeftigung mit Bildungseinrichtungen des Kreises Gotha ein hervorragendes "Erinnerungsbuch" geschaffen, das einen Gesamteindruck ueber diese weithin bekannte Bildungsstaette Thueringens vermittelt.
Das Buch gliedert sich in 11 chronologische und 12 thematische Kapitel. Bei der Gestaltung ist die Verbindung von Dokumentation und Darstellung sehr gelungen. 270 Fotos und andere Abbildungen illustrieren, unterstuetzen oder ergaenzen den Text. Der Anhang enthaelt Hausordnungen aus verschiedenen Zeiten und eine Sammlung kurioser Begebenheiten aus der Geschichte der Arnoldischule. Der Leser wird auf anschauliche Weise in die Thematik eingefuehrt.
Ein Gesamtverzeichnis der Direktoren, Schulbezeichungen und Schulgebaeude, die historisch gewachsene Identitaet der Arnoldischule und die Wuerdigung des Ehrennamens ARNOLDI werden der Gruendung der Schule 1876 und der Zeit unter der Leitung der verdienstvollen Persoenlichkeiten Dr. Eduard ZSCHAECK (Direktor 1876-1899) und Prof. Dr. Carl ROHRBACH (Direktor 1899-1924) vorangestellt. Aus der urspruenglich sechsjaehrigen Realschule mit einem 1911 erbauten monumentalen Schulgebaeude entwickelte sich seit 1916 die Oberrealschule und von 1931 bis 1937 das Realgymnasium (vgl. S. 53). Das Jahr 1933 veraenderte das Schulleben nach dem "diktatorischen Fuehrerprinzip" und "die Mehrzahl der Lehrer diente willig dem NS-Staat". Die Direktoren Dr. Hans KARGE (1933-1938) und Dr. Walter KINTTOF (1938-1945) stellten sich als "Fuehrer" der Schule die Aufgabe, auch ihre Bildungseinrichtungen zu "mustergueltigen nationalsozialistischen Bildungsstaetten" zu machen. Ganz anders der Neubeginn unter dem Direktorat von Studienrat GAENSLER (1945-1951), einer Phase, in der eine "dem Frieden und Humanismus verpflichtete demokratische Schule aufgebaut" wurde.
Besonders aufschlussreich ist die differenzierte Darstellung des Schullebens in der Arnoldischule fuer die DDR-Zeit: "Es war eine merkwuerdige Mischung von pulsierendem Leben und politischer Repression". Der Autor entwirft ein positives Bild von der Persoenlichkeit des "Verdienten Lehrers des Volkes" Otto NABIELEK, Direktor von 1952-1958, von dem im Unterricht eine seltsame Faszination ausging, "ein echter Mittelpunkt der Arnoldischule". Neben dem fuer die DDR-Gesellschaft typischen Zwiespalt zwischen aeusserer Geschaeftigkeit, aeusserlich zur Schau getragenem Wohlverhalten einerseits und fehlender innerer UEberzeugung von der UEberlegenheit des Sozialismus andererseits, aeussert sich der Autor als aufmerksamer Zeitzeuge auch so: "Dennoch gab es an der Arnoldischule in jenen Jahrzehnten eine ueberaus froehliche Jugend, die ein ereignisreiches, erregendes schulisches und ausserschulisches Leben fuehrte, in einer manchmal schweren, oft aber auch schoenen Zeit viel Optimismus entwickelte und die kulturellen und sportlichen Anregungen und Moeglichkeiten, die die Stadt Gotha zu bieten hatte, voll nutzte" (S.96).
Die erweiterete Oberschule Gotha war besonders in den siebziger und achtziger Jahren wie gleichartige Bildungseinrichtungen in der DDR durch uebermaessige Ideologisierung und Politisierung der Lehrer und Schueler belastet, dennoch war sie bis 1989 / 90 "kein monolithischer Block", sie hat in erster Linie fachliche Kenntnisse und Faehigkeiten fuer Studium und Beruf vermittelt.
Seit der Wende entwickelte sich die traditionsreiche Arnoldischule zum Gymnasium, das in seinen gedruckten Jahresberichten seit dem Schuljahr 1991 / 92 sehr konkret Auskunft gibt ueber das reichhaltige und vielseitige Schulleben; besonders die Traditionspflege im Sinne des Namenstraegers erhielt neue Impulse (Sternwarte, Theaterspiel u.a.).
Im Kapitel 15 wird die Schule als eines der schoensten Schulhaeuser Thueringens und im abschliessenden Kapitel 23 (Epilog) ein seltenes Mass an Kontinuitaet fuer die "beruehmteste und renommierteste Schule von Gotha und Umgebung" hervorgehoben. Summa summarum: Hans-Juergen HINRICHS hat ein sehr materialreiches und lesenswertes Buch zur Schulgeschichte vorgelegt und beispielhaft das Recht der Ostdeutschen auf ihre Selbstdarstellung demonstriert.
Paul MITZENHEIM
Die Artikelserie im Wochenblatt "Suedthueringer Rundschau" ueber die Hildburghaeuser Schulgeschichte - anlaesslich des Jubilaeums des 1877 eroeffneten neuen Schulgebaeudes fuer das Gymnasium - fand eine breite Resonanz. So entschloss sich die Redaktion gemeinsam mit dem Autor, Professor Manfred SCHELER, die Beitraege in einer erweiterten Fassung ergaenzt durch einen umfangreichen Bildteil und einen Anhang in einer Broschuere herauszugeben. Nun liegt eine Gemeinschaftsarbeit im Format DIN A4 vor, an der ehemalige Lehrer und Schueler durch Beitraege und redaktionell mitwirken konnten. Die Gesamtredaktion uebernahmen Manfred SCHELER und Wolfgang BARTHEL, sie wurden tatkraeftig unterstuetzt von dem "Verein der Freunde und Foerderer des Gymnasiums Georgianum" unter der Leitung von Dr. Guenter ZEITZ.
Im Teil I umreisst Manfred SCHELER (Berlin) als ehemaliger Schueler und Lehrer (Jg. 1926) "das Hildburghaeuser Gymnasium im Rahmen der Schulgeschichte unserer Heimat" (S.7-39). Der Teil II ergaenzt die Darstellung durch Schulgesetze von 1610 und 1700, einen Aufsatz ueber die Funktion der Aufbauschulen in Thueringen und ein Schreiben von Direktor Professor ROEDER vom Maerz 1945 sowie eine Wuerdigung dieses langjaehrigen Paedagogen und Schulleiters (S.42-60). Dazu zahlreiche Bilder zur Schulgeschichte von 1952 bis 1997 (S.102-S.117).
So unvollstaendig die Hildburghaeuser Schulgeschichte bei der vorgelegten Broschuere bleibt - insgesamt gesehen liegt ein nuetzliches Erinnerungsbuch vor. Es ist ihm unter den ehemaligen Lehrern und Schuelern sowie heimatgeschichtlich Interessierten eine weite Verbreitung zu wuenschen eingedenk der einleitenden Worte SCHELERS: "Der Mensch erlebt das, was ihm zukommt, nur in der Jugend in ganzer Schaerfe und Frische [...], und davon zehrt er sein Leben lang". Vielleicht hilft dieser Versuch einer Hildburghaeuser Schulgeschichte, die Erinnerung an unsere Schulzeit im Sinne der Worte Hermann HESSES zu schaerfen und nach jahrzehntelanger Spaltung unseres Landes in unserem Bewusstsein das Gemeinsame ueber alles noch Trennende zu stellen.
Paul MITZENHEIM
1. TAGUNGEN (vgl. auch Arbeitsgruppe Schulmuseen)
Im Rahmen einer Ausstellung zum Thema "Friedrich Froebel und das Jahr 1848" findet am 12. Juni 1998 unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Juergen APEL in der Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung eine Tagung statt, die ebenfalls das Revolutionsjahr in den Mittelpunkt stellt.
In vier Beitraegen werden zwei Themenbereiche behandelt. Im ersten Teil wird er Einfluss der Revolution auf die Bildungsidee Friedrich Froebels dargestellt, waehrend sich der zweite Teil auf Bereiche des Schulalltags konzentriert.
Prof. Dr. Helmut HEILAND (Gerhard-Mercator Universitaet / Gesamthochschule Duisburg):
Froebel und die Maerzrevolution 1848.
Froebels Verhaeltnis zu einer Revolution der gesellschaftlichen Verhaeltnisse kann nach einer gruendlichen Recherche des inzwischen im Duisburger Froebel-Archiv erschlossenen Briefmaterials neu bestimmt werden. In dem Vortrag wird deshalb eine quellenfundierte Darstellung seiner Ansicht zur Revolution im allgemeinen und zur Maerzrevolution im besonderen gegeben.
Prof. Dr. Hans-Ulrich GRUNDER (Universitaet Tuebingen):
Froebel in Burgdorf: Realitaet - Wirkung - Mythos.
Froebel ist an Burgdorf und Bern gescheitert. Was die Konkretion der Idee des Kindergartens angeht, hat er von diesem Misserfolg 'profitiert'. Neben personenbezogenen sind konzeptionelle und sozialhistorisch relevante Gruende herauszuarbeiten, welche zum Scheitern Froebels in der Schweiz beigetragen haben. Zwei Thesen leiten die Darstellung:
Volksschullehrer im Vormaerz und das Jahr 1848.
Die Geschichtsschreibung ueber Lehrer und Lehrervereine im Vormaerz hat sich bislang zumeist an solchen Quellen orientiert, in denen sich der Argwohn der Behoerden gegenueber den "freien" Lehrervereinen und deren Emanzipationsstreben dokumentiert. In gewissem Sinne wurde damit jener Hang zur Mythenbildung unterstuetzt, der aus hagiographischen Arbeiten zur Lehrerbewegung aus dem 19.Jahrhundert bekannt ist. Inwieweit der Eindruck einer weitgehend emanzipatorischen "Fortschrittsbewegung" der Volksschullehrer aufrechterhalten werden kann, soll - in der Konzentration auf Berlin - anhand der Lehrerfeste und Pestalozzifeiern und - mit Blick auf Deutschland insgesamt - anhand der Lehrerforderungen von 1848 noch einmal hinterfragt werden.
Prof. Dr. Hans Juergen APEL (Universitaet Bayreuth)
Lehrer hoeherer Schulen und Schueler im Jahr 1848
Auf die "Morgenroete der Revolution" reagierten die Lehrer der hoeheren Schulen recht unterschiedlich. Wenige agitieren und organisieren. Der revolutionaere Impetus wurde bislang vorrangig nach Veroeffentlichungen einiger Beteiligter zu einer neuen Nationalerziehung rekonstruiert. Interessant ist aber die Analyse des Prozesses, wie der revolutionaere Elan allmaehlich durch hinhaltende Taktik der Schulaufsicht und durch Kommunikationsprobleme aufgezehrt wird. Auch die Schueler hoeherer Gymansialklassen entwickeln Verhaltensweisen, die zu neuartigen, naemlich politisch motivierten Disziplinproblemen fuehren. Das bedeutet fuer die Lehrer eine zusaetzliche Herausforderung in schwieriger Zeit. Die bislang nicht beachteten Vorgaenge werden aus Quellen zur preussischen und zur bayrischen Schulgeschichte rekonstruiert.
Im Verlauf der Tagung wird eine Fuehrung durch die Ausstellung "Friedrich Froebel und das Jahr 1848" stattfinden, zu der auch ein Katalog erhaeltlich ist.
Die Tagung findet am 12. Juni 1998 von 9.00-17.00 Uhr in der Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung, Warschauer Str.34, 10243 Berlin, statt. Die Bibliothek ist mit U- oder S-Bahn erreichbar (U1, S3, S5, S6, S7, S75 bis Warschauer Str.)
Weitere Informationen sind erhaeltlich ueber: Christian RITZI, Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung, Postfach 171138, 10203 Berlin, Tel.: (030) 293360-0, Fax: (030) 293360-25, E-Mail: ritzi@bbf.dipf.de
Diese Arbeitstagung wendet sich v.a. an NachwuchswissenschaftlerInnen, die auf dem Gebiet der Historischen Paedagogik geschlechterdifferenzierend forschen. Geplante, laufende oder kuerzlich abgeschlossene Forschungsprojekte koennen hier zur Diskussion gestellt werden.
Fuer weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Prof. Dr. Pia SCHMID / Dr. Edith GLASER, Martin-Luther-Universitaet Halle-Wittenberg, Institut fuer Paedagogik, Franckeplatz 1, Haus 5, 06110 Halle, Tel. (0341) 5523790, (0341) 5523785, Fax (0341) (5527133), e-mail: glaser@paedagogik.uni-halle.de
Frankfurt / M., 4. Juni 1998
Kontaktadresse: Prof. Dr. Hans BOHRMANN, Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e.V., Muensterstr. 9-11, 44122 Dortmund, Tel. (0231) 5023249, Fax (0231) 5026018.
Schweinfurt, 19. bis 20. Juni 1998
Kontaktadresse: Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, August-Bebel-Str.50a, 06108 Halle / Saale.
Kontaktadresse: Prof. Dr. Dieter FELLNER, Institut fuer Informatik III, Universitaet Bonn, Roemerstrasse 164, 53117 Bonn, Tel. (0228) 73-4315 / -4292, Fax: (0228) 73-4382, e-mail: fellner@cs.uni-bonn.de
19. bis 21. Juni 1998
Kontaktadresse: Archiv der Deutschen Jugendbewegung, Burg Ludwigstein, 37214 Witzenhausen, Tel. (05542) 1862, Fax (05542) 910484
Hamburg, 14. bis 16. September 1998
Kontaktadresse: Dr. Martin KITZINGER, Freie Universitaet Berlin, FB Geschichtswissenschaften, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin, Tel. (030) 838-3324, Fax: (030) 838-3545.
Muenster, 29. September bis 2. Oktober 1998
Kontaktadresse: Dr. Norbert REIMANN, Verein deutscher Archivare ,c/o Westfaelisches Archivamt, Warendorfer Str. 24, 48145 Muenster, Tel. (0251) 5913886, Fax (0251) 591269.
Schloss Beuggen (b. Loerrach), 13. bis 16.Oktober 1998
Kontaktadresse: Dr. Dr. Gerhard SCHAEFER, Historische Kommission zur Erforschung des Pietismus, Jebensstrasse 3, 10623 Berlin, Tel. (030) 31001209, Fax (030) 31001200.
Kempen, 12. bis 14. November 1998
Kontaktadresse: Prof. Dr. Rainer A. MUELLER, Katholische Universitaet Eichstaett, Universitaetsallee 1, 85072 Eichstaett, Tel. (08421) 93-1512.
2. AUSSTELLUNGEN (vgl. auch Arbeitsgruppe Schulmuseen)
Friedrich Froebel und das Jahr 1848
eine Ausstellung in der
Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung
vom 22. April - 2. Juli 1998
Warschauer Str. 34 - 10243 Berlin
OEffnungszeiten: Montag - Freitag 10.00 - 18.00 Uhr
Koblenz-Karthause, 28. April bis 10. Juni 1998
Kontaktadresse: Bundesarchiv Koblenz, Potsdamer Str. 1, 56075 Koblenz-Karthause, Tel. (0261) 505226.
Magdeburg, 21. Mai bis 16.August 1998
Kontaktadresse: Dr. Karlheinz KAERGLING, Magdeburger Museen, Kulturhistorisches Museum, Otto-von-Guericke-Str. 68-73, 39104 Magdeburg, Tel. (0391) 5432645, Fax (0391) 5432646.
Frankfurt / M., 3. September bis Dezember 1998
Kontaktadresse: Prof. Dr. Rainer KOCH, Historisches Museum der Stadt Frankfurt / M., Saalgasse 19, 60311 Frankfurt / M., Tel. (069) 212-35599, Fax (069) 212-30702.
2. Oktober 1998 - 31. Januar 1999
Kontaktadresse: Dr. Karlheinz KAERGLING, Magdeburger Museen, Kulturhistorisches Museum, Otto-von-Guericke-Str. 68-73, 39104 Magdeburg, Tel. (0391) 5432645, Fax (0391) 5432646.
Braunschweig, 29. November bis 28. Februar 1999
Kontaktadresse: Gerd BIEGEL / Dr. Angela KLEIN, Braunschweigisches Landesmuseum, Burgplatz 1, 38100 Braunschweig, Tel. (0531) 4842602, Fax (0531) 4842607
Frankfurt / M., 29. Maerz bis Anfang Oktober 1999
Kontaktadresse: Prof. Dr. Rainer KOCH, Historisches Museum der Stadt Frankfurt / M., Saalgasse 19, 60311 Frankfurt / M., Tel. (069) 212-35599, Fax (069) 212-30702.
Von DIETMAR HAUBFLEISCH
Das nachfolgende Verzeichnis von Neuerscheinungen zur Erziehungs- und Bildungsgeschichte enthaelt Monographien und Aufsaetze in Sammelbaenden und Zeitschriften der Jahre 1997 und 1998 und einige Nachtraege des Jahres 1996 (nicht verzeichnet wurden kleinere 'Miszellen' und Rezensionen). Es ist ausser im "Rund-Brief der Historischen Kommission der Deutschen Gesellschaft fuer Erziehungswissenschaft" in elektronischer Form im elektronischen Textarchiv der Universitaetsbibliothek Marburg fuer die Nutzung im Internet (WWW) bereitgestellt; s. dazu die URL: http://archiv.ub.uni-marburg.de/sonst/1997/0004.html Bei der Erstellung des Verzeichnisses wurden neben Neuerwerbungen der Universitaetsbibliothek Marburg und der Bibliothek Erziehungswissenschaften der Philipps-Universitaet Marburg (Autopsie) in erster Linie die Wochenverzeichnisse der Deutschen Bibliothek, ausserdem Verlagsprospekte, paedagogische Zeitschriften u.a.m. herangezogen. Zusaetzlich gingen wieder eine ganze Reihe an Titelmeldungen durch Mitglieder der Kommission ein - ihnen sei hiermit Dank gesagt. Auch fuer die naechste Ausgabe der 'Neuerscheinungen' ist die Mitarbeit der Mitglieder der Kommission - durch konstruktive Kritik und vor allem durch Meldung von (eigenen) Veroeffentlichungen der Jahre 1997 und 1998 - willkommen und erwuenscht! Adresse: Dietmar Haubfleisch, Philipps-Universitaet Marburg, Bibliothek fuer Erziehungswissenschaft, Wilhelm-Roepke-Str. 6B, 35032 Marburg Tel.: 06421 / 28-4613 und -5115 - Fax: 06421 /28-8946 (Geschaeftszimmer) e-mail: haubflei@ub.uni-marburg.de
Der Alltag von 1945-1950. Hoehere Bildungsanstalt fuer Wirtschaftliche Berufe Wien IV, zsgest. von Christian-Mannagetta BECK, Wien 1996.
ALTENHUBER, Hans, Vernunft kontra Irrationalismus. Anton Lampa und die Neue Richtung der Volksbildungsarbeit in OEsterreich, in: Spurensuche. OEsterreichisches Volkshochschularchiv, Jg. 8 (1997), 3-4, S. 43-52.
ALTENHUBER, Hans, 10 Jahre OEsterreichisches Volkshochschularchiv. Verein zur Geschichte der Volkshochschulen, in: Spurensuche. OEsterreichisches Volkshochschularchiv, Jg. 8 (1997), 3-4, S. 4-10.
AMLUNG, Ulrich, Adolf Reichweins klassischer Schulbericht 'Schaffendes Schulvolk' (1937) und sein reformpaedagogisches 'Schulmodell Tiefensee', in: Die Reform des Bildungswesens im Ost-West Dialog. Geschichte, Aufgaben, Probleme, hrsg. von Hermann ROEHRS und Andreas PEHNKE (=Greifswalder Studien zur Erziehungswissenschaft, 1), Frankfurt [u.a.] 1994, S. 155-171; unveraend. wieder in: Ebd., 2., erw. Aufl., Frankfurt [u.a.] 1998, S. 181-196.
AMLUNG, Ullrich / HELMCHEN, Juergen / SANDFUCHS, Uwe, Konzeption fuer das Schulmuseum Dresden, in: Das Schulmuseum. Aufgaben, Konzeptionen und Perspektiven, hrsg. von Ullrich AMLUNG, Juergen HELMCHEN und Uwe SANDFUCHS, Weinheim [u.a.] 1997, S. 193-199.
AMLUNG, Ullrich, Zur Geschichte des Dresdner Schulmuseums bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, in: Das Schulmuseum. Aufgaben, Konzeptionen und Perspektiven, hrsg. von Ullrich AMLUNG, Juergen HELMCHEN und Uwe SANDFUCHS, Weinheim [u.a.] 1997, S. 171-192.
ANDRESEN, Sabine, Maedchenzeit - Jugendzeit. Die 'Erfindung' der Maedchenjugend in der buergerlichen Jugendbewegung, in: Neue Praxis. Zeitschrift fuer Sozialarbeit, Sozialpaedagogik und Sozialpolitik, Jg. 27 (1997), S. 432-441.
Ansaetze und Anlaeufe zur Gruendung eines "OEsterreichischen Schulmuseums". Eine Quellensammlung, hrsg. von Elmar LECHNER (=Retrospektiven in Sachen Bildung, R. 9, Nr. 2), Klagenfurt 1997.
ANSORG, Leonore, Kinder im Klassenkampf. Die Geschichte der Pionierorganisation von 1948 bis Ende der fuenfziger Jahre, Berlin 1997.
ANWEILER, Oskar, Internationale Perspektive, Vergleichende Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik - "Bildung und Erziehung" von 1948 bis 1998, in: Bildung und Erziehung, Jg. 51 (1998), S. 33-43.
ANWEILER, Oskar, "Vom Revisionismusverdikt zum einheitlichen Bildungssystem", in: Bildungsgeschichte einer Diktatur. Bildung und Erziehung in SBZ und DDR im historisch-gesellschaftlichen Kontext. hrsg. von Sonja HAEDER und Heinz-Elmar TENORTH (=Bibliothek fuer Bildungsforschung, 6), Weinheim 1997, S. 121-127.
APEL, Hans Juergen, Zur nationalpolitischen Funktion des Gymnasiums im Wilhelminischen Kaiserreich, in: Vervollkommnung durch Arbeit und Bildung? Anthropologische und historische Perspektiven zum Verhaeltnis von Individuum, Gesellschaft und Staat, hrsg. von Christoph LUETH und Christoph WULF (=Paedagogische Anthropologie, 4), Weinheim 1997, S. 207-220.
ARNHARDT, Gerhard, Reformpaedagogisches im Denken und Handeln an den Fuersten- und Landesschulen Meissen, Schulpforte und Grimma zwischen 1900 und 1930 - Motive, Quellen, Erscheinungsbilder, in: Die Reform des Bildungswesens im Ost-West Dialog. Geschichte, Aufgaben, Probleme, hrsg. von Hermann ROEHRS und Andreas PEHNKE (=Greifswalder Studien zur Erziehungswissenschaft, 1), Frankfurt [u.a.] 1994, S. 87-100; unveraend. wieder in: Ebd., 2., erw. Aufl., Frankfurt [u.a.] 1998, S. 113-126.
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BASKE, Siegfried, Das Hochschulwesen, in: Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte, Bd. VI: 1945 bis zur Gegenwart. Zweiter Teilband: Deutsche Demokratische Republik und neue Bundeslaender, hrsg. von Christoph FUEHR und Carl-Ludwig FURCK, Muenchen 1998, S. 202-228.
BASKE, Siegfried, Paedagogische Wissenschaft, in: Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte, Bd. VI: 1945 bis zur Gegenwart. Zweiter Teilband: Deutsche Demokratische Republik und neue Bundeslaender, hrsg. von Christoph FUEHR und Carl-Ludwig FURCK, Muenchen 1998, S. 137-157.
BASKE, Siegfried, Schulen und Hochschulen, in: Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte, Bd. VI: 1945 bis zur Gegenwart. Zweiter Teilband: Deutsche Demokratische Republik und neue Bundeslaender, hrsg. von Christoph FUEHR und Carl-Ludwig FURCK, Muenchen 1998, S. 159-202.
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Bibliographie Bildungsgeschichte, hrsg. vom Deutschen Institut fuer Internationale Paedagogische Forschung, Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung, Berlin, in Kooperation mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (Akademievorhaben Jahresberichte fuer deutsche Geschichte), der Bundesstaatlichen Bibliothek beim Landesschulrat fuer Niederoesterreich, dem Pestalozzianum Zuerich, der Bibliothek Erziehungswissenschaft der Philipps-Universitaet Marburg und der Abt. fuer Historische Paedagogik an der Universitaet Klagenfurt. Redaktionskollegium: Susanne BARKOWSKI, Christa FOERSTER, Max FURRER, Dietmar HAUBFLEISCH, Christian RITZI und Johannes THOMASSEN. Baltmannsweiler. Jg. 3.1996/97.
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Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Krems, Donau, Piaristengasse. Festschrift. Krems 1997.
Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Lilienfeld. Festschrift anlaesslich des 20-jaehrigen Bestehens des Bundesgymnasium-Bundesrealgymnasium Lilienfeld: 1976-1996, Lilienfeld 1996.
Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Wels, Anton Bruckner-Strasse. 30 Jahre Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Wels, Wels 1997.
Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium. Festschrift des Bundesgymnasium-Bundesrealgymnasium Gmunden zum 100-Jahr-Jubilaeum. Red. von Holger HOELLWERTH [u.a.], Gmunden 1996.
Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Hartberg. 15 Jahre Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Hartberg. Festschrift. Red. Gudrun OPPITZ, Hartberg 1997.
Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Waidhofen, Taya. Festschrift der Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Waidhofen an der Taya. 85 Jahre Handelsschule, 30 Jahre Handelsakademie. Eroeffnung des Zu- und Umbaues, Waidhofen a. d. Taya 1997.
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BURGSTALLER, Franz, Zum 50-Jahr-Jubilaeum der Wiedererrichtung des OEsterreichischen Jugendrotkreuzes 1948, in: Erziehung und Unterricht. OEsterreichische Paedagogische Zeitschrift, Jg. 147 (1997), 10, S. 1105-1119.
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BUXBAUM, Elisabeth, OEsterreich und seine Hymnen. Texte als Indikatoren politischer, staatsbuergerlicher und nationaler Gesinnung, in: Erziehung und Unterricht. OEsterreichische Paedagogische Zeitschrift, Jg. 146 (1996), 3, S. 139-148.
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Denkschriften und Standpunkte der Caritas in Deutschland, Bd. 1: Die Zeit von 1897 bis 1949. Bearb. von Mathias REININGER, Freiburg 1997.
Denkschriften und Standpunkte der Caritas in Deutschland, Bd. 2: Die Zeit von 1950 bis 1997. Bearb. von Dieter SCHLENKER, Freiburg 1997.
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