Brief 1 - Mai 1996


1. In eigener Sache 2

2. Aus der Arbeit der Historischen Kommission 3

3. Aus der Forschung 25

4. Nachrichten und Berichte 38

5. Veranstaltungskalender 46

6. Neuerscheinungen zur Erziehungs- und Bildungsgeschichte 54

7. Mitgliederspiegel 78

1. In eigener Sache


Das verspätete Erscheinen dieses Rundbriefes ist umfangreichen Umbaumaßnahmen an der Universität Potsdam und den damit verbundenen Umzügen geschuldet. Wir bitten um Verständnis für diese Verzögerung.

Auch diesem Rundbrief liegt wieder ein Adressenänderungscoupon bei. Wir bitten alle Mitglieder, diesen Service auch weiterhin zu nutzen.

Die Redaktion des Rundbriefes ist ab sofort auch über e-mail erreichbar:

link@rz.uni-potsdam.de

Manuskripte werden nach Möglichkeit auf Diskette erbeten!

Mit Namen gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Kleinere redaktionelle Veränderungen vorbehalten.

Beilagenhinweis: Dieser Ausgabe liegen je ein Prospekt des DEUTSCHEN STUDIEN VERLAGES, des AUSTRIA MEDIENSERVICE und der UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK ERLANGEN-NÜRNBERG sowie ein FRAGEBOGEN ZUR DOKUMENTATION BILDUNGSHISTORISCHER FORSCHUNGSPROJEKTE und ein HANDZETTEL FÜR EINE NACHWUCHSTAGUNG der Historischen Kommission bei.


IMPRESSUM




Herausgeber: Historische Kommission der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft


Redaktion: HANNO SCHMITT, JÖRG-W. LINK


Anschrift: Universität Potsdam,
Lehrstuhl Historische Pädagogik
Postfach 60 15 53, 14415 Potsdam
Tel.: (0331) 977-2572; 977-2146; Fax: (0331) 977-2063;
e-mail: link@rz.uni-potsdam.de
privat: Im Bogen 15 c, 14471 Potsdam, Tel. (0331) 961383.



Druck: AVZ, Universität Potsdam




ISSN 0943-7754




Die Titelgrafik stammt ursprünglich aus "Des guten Knaben Selbstgespräch" (1811). In: Zum Kinderbuch. Betrachtungen. Kritisches. Praktisches. Hrsg. v. Jörg Drews. Frankfurt a. M. 1975, S. 107.


Redaktionsschluß für Brief 1/96 war der 31. März 1996.

Redaktionsschluß

für den nächsten Rundbrief ist der

30. September 1996

2. Aus der Arbeit der Historischen Kommission


PROTOKOLL DER MITGLIEDERVERSAMMLUNG

der Historischen Kommission der DGfE am 11. März 1996 in Halle im Rahmen des DGfE-Kongresses

Beginn: 18.00 Uhr Ende: 19.00 Uhr

Anwesend: 26 Mitglieder, 2 Gäste

Leitung der Sitzung: Der Vorstand (H. SCHMITT, U. SANDFUCHS, H.J. APEL)

Protokoll: F. TOSCH

Tagesordnung:

  1. Feststellung der Tagesordnung
  2. Annahme des Protokolls der Ludwigsfelder Mitgliederversammlung (vgl. Rundbrief 2/95)
  3. Mitteilungen und Anfragen
  4. DFG-Fachgutachter
  5. Jahrestagung 1997
  6. Verschiedenes

TOP 1: Die Tagesordnung wird mit dem Hinweis des Vorsitzenden, TOP 4 abzusetzen, angenommen.

TOP 2: Herr SCHOLTZ fragt nach dem Stand der Veröffentlichung der Beiträge, die auf der Tagung in Thurnau gehalten wurden, worauf Herr APEL deutlich macht, daß die entstandenen Probleme aus dem Weg geräumt wurden.

Das Protokoll der Mitgliederversammlung v. 20. September 1995 in Ludwigsfelde (vgl. Rundbrief 2/95) wird ohne Einwände angenommen.

TOP 3: Mitteilungen und Anfragen

Der Vorsitzende der Historischen Kommission, Herr SCHMITT, verweist auf den kurzen Zeitraum seit der Mitgliederversammlung in Ludwigsfelde und gibt den aktuellen Mitgliederstand der Historischen Kommission mit 269 Mitgliedern an.

Die Mitgliederversammlung gedenkt der im Berichtszeitraum verstorbenen Mitglieder.

Herr SCHMITT teilt mit, daß Kollegen aus Osteuropa den Rundbrief auf Wunsch kostenlos und ohne Mitgliedschaft erhalten können. Vorschläge, Hinweise über Aktivitäten und Anregungen zur inhaltlichen Gestaltung des Rundbriefes sind - wie immer - erwünscht und willkommen!

Generell bittet Herr SCHMITT, neben den mündlichen Anfragen auf Mitgliederversammlungen verstärkt auch von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, schriftliche Anfragen und Anträge an den Vorstand zwischen den Versammlungen zu richten.

Herr SANDFUCHS berichtet der Mitgliederversammlung über Diskussionen auf der am 10. März 1996 stattgefundenen DGfE-Vorstandssitzung, künftig evtl. eine Satzungsänderung hinsichtlich der Strukturen innerhalb der DGfE (Sektionen, Kommissionen, Arbeitsgruppen) dahingehend herbeizuführen, die Zahl der Sektionen zu reduzieren. Hierzu ist jedoch eine 2/3 Mehrheit der Mitglieder der DGfE erforderlich.

TOP 4: Die generelle Beratung des Verfahrens der Nominierung von DFG-Fachgutachtern wurde von der TO abgesetzt.

TOP 5: Jahrestagung 1997

Herr APEL teilt der Mitgliederversammlung den Beschluß des Vorstandes mit, daß - auf der Grundlage der bisher eingereichten Themenvorschläge für die nächste Jahrestagung der Historischen Kommission (vgl. TOP 11 Protokoll v. 20. September im Rundbrief 2/95) - als Thema "Professionalisierung pädagogischer Berufe im historischen Prozeß" ausgewählt wurde. Die Tagung findet in der Zeit vom 22. - 24. September 1997 in Thurnau statt. Die Mitgliederversammlung dankt Herrn APEL und Herrn SANDFUCHS für ihre Bereitschaft, diese Tagung vorzubereiten. Herr APEL äußert aus seiner Sicht erste präzisierende Gedanken zum möglichen inhaltlichen Spektrum des von ihm vorgeschlagenen Themenkreises (Thema ermöglicht u.a. die Identifizierung verschiedener pädagogischer Berufsrichtungen wie LehrerInnen, SozialarbeiterInnen, Hochschulpersonal; Diskussion von Problemen und Modellen der Lehrerausbildung im historischen Prozeß; Rolle von LehrerInnenvereinen sowie Publikationsorganen; Rolle der DGfE als Professionalisierungsinstanz).

In der Diskussion wird eingehend die Frage nach Förderungsmöglichkeiten für den wissenschaftlichen Nachwuchs erörtert. Herr SANDFUCHS berichtet über seine Initiative, im März 1997 gemeinsam mit Herrn LINK eine Tagung für den wissenschaftlichen Nachwuchs mit offener Themengestaltung zu organisieren. Diese Tagung soll dem Nachwuchs sowohl Gelegenheit zur eingehenden Vorstellung laufender oder kürzlich abgeschlossener Forschungsprojekte geben, als auch die plurale und wechselseitige Diskussion zwischen den Nachwuchsteilnehmern und natürlich auch den Mitgliedern der HK befördern.

Dieser Vorschlag wird zunächst kontrovers diskutiert. Herr LÜTH regt an, weiterhin auf den Jahrestagungen auch jüngeren Wissenschaftlern Gelegenheit zur Vorstellung ihrer Projekte zu geben und wird von Frau BERG dahingehend unterstützt, das "integrative Modell beizubehalten und es stark zu machen". Herr HERRMANN schlägt vor, evtl. die Jahrestagungen durch einen Workshop zu ergänzen, auf dem Nachwuchswissenschaftler mit möglichst vielen interessierten Mitgliedern der Historischen Kommission ihre Forschungsergebnisse thematisch konzentriert diskutieren könnten. Außerdem würden so zusätzliche organisatorische und zeitliche Belastungen für alle Beteiligten entfallen. Herr SANDFUCHS und Herr SCHMITT betonen ausdrücklich, daß es sich bei der projektierten Nachwuchstagung weder um eine Konkurrenzveranstaltung zu anderen Vorhaben, noch um ein desintegrierendes, den Generationendialog behinderndes Modell handelt. Vielmehr ist es als zusätzliches Instrument der speziellen Nachwuchsförderung gedacht. Selbstverständlich werden jüngere Wissenschaftler wie bislang schon auch künftig als Referenten auf den Jahrestagungen vertreten sein. Das ersetze indessen nicht völlig eine erweiterte Nachwuchsförderung.

Die Mitgliederversammlung unterstützt schließlich mehrheitlich die Initiative von Herrn SANDFUCHS und äußert den Wunsch, die Erfahrungen mit diesem Modell nach der Tagung in die weitere Diskussion um die Nachwuchsförderung innerhalb der Historischen Kommission einzubringen, um so die bestmögliche Lösung zu finden.

TOP 6: Der TOP Verschiedenes entfiel.

JAHRESTAGUNG 1997 IN THURNAU

Das Thema unserer Jahrestagung 1997 lautet "Professionalisierung pädagogischer Berufe im Historischen Prozeß". Die Tagung findet vom 21. bis 24. September 1997 in Thurnau bei Bayreuth statt. Die Organisation haben PROF. DR. UWE SANDFUCHS (Dresden) und PROF. DR. HANS JÜRGEN APEL (Bayreuth) übernommen. Anregungen zur Thematik sind erwünscht und willkommen. Genaueres über den Stand der Planung teilen wir im nächsten Rundbrief (Oktober/ November) mit.

Kontaktadresse: PROF. DR. UWE SANDFUCHS, TU Dresden, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Mommsenstraße 13, 01062 Dresden, Tel. (0351) 463-3310, Fax 463-7243. - PROF. DR. HANS JÜRGEN APEL, Universität Bayreuth, Lehrstuhl Schulpädagogik, Geschwister-Scholl-Platz 3, 95440 Bayreuth, Tel. (0921) 555082, Fax 555053.

"HISTO-KIDS": NACHWUCHSTAGUNG
DER HISTORISCHEN KOMMISSION

Vorstand und Mitgliederversammlung der Historischen Kommission haben sich in Halle darüber verständigt, zur verstärkten Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Historischen Pädagogik eine Nachwuchstagung zu initiieren (vgl. o.a. Protokoll der Mitgliederversammlung TOP 5). Geplant ist zunächst unabhängig von unserer Jahrestagung eine Tagung, auf der laufende und kürzlich abgeschlossene bildungshistorische Dissertationen, aktuelle Post-Doc-Projekte, aber auch z.B. geeignete Examensarbeiten vorgestellt und diskutiert werden können. Während die Referenten sich ausschließlich aus diesem Kreis rekrutieren sollen, ist darüber hinaus die Teilnahme möglichst vieler Mitglieder der Historischen Kommission nicht nur erwünscht und geplant, sondern für eine sachorientierte fruchtbare Diskussion und Weiterentwicklung der Projekte geradezu notwendig. Nicht zuletzt um die Kommunikation und möglicherweise auch Kooperation jüngerer Bildungshistoriker anzuregen und zu fördern, steht die Teilnahme an der Tagung selbstverständlich allen Interessenten auch außerhalb der Historischen Kommission offen.

Thematisch wird die Tagung nach den vorliegenden Angeboten konzipiert, d.h. prinzipiell kann jedes bildungshistorische Projekt vorgestellt werden, wobei nach Möglichkeit inhaltliche Schwerpunktthemen zusammengestellt werden. Das läßt sich indes bei einer offenen Planung endgültig erst am Material entscheiden. Als Veranstaltungsformen sind vorläufig Workshops und Vorträge (evt. mit Kommentatoren) vorgesehen.

Die erste Nachwuchstagung soll - nach den positiven Erfahrungen auf der letzten Jahrestagung der Historischen Kommission - in der Zeit vom 23. bis 27. März 1997 (genauer Termin folgt) ebenfalls im Pädagogischen Landesinstitut Brandenburg in Ludwigsfelde bei Potsdam stattfinden. Dort stehen sowohl geeignete Räumlichkeiten als auch preiswerte Unterkünfte in angenehmer Atmosphäre zur Verfügung. Planung und Organisation der Tagung hat vom Vorstand UWE SANDFUCHS (Dresden) in Kooperation mit JÖRG-W. LINK (Potsdam) übernommen. Damit wir uns zunächst einen ersten Überblick über die vorliegenden, für die Tagung geeigneten Projekte verschaffen können, ist diesem Rundbrief ein Handzettel beigefügt, der von den jeweiligen Interessenten ausgefüllt bis spätestens 1. September 1996 an die angegebene Adresse zurückgeschickt werden kann. Im nächsten Rundbrief (Oktober/ November) werden wir dann auf dieser Grundlage die genaue Planung mitteilen. Wir würden uns, nicht zuletzt mit Blick auf ein aktives wissenschaftliches Leben in unserer Kommission, sehr über rege Rückmeldungen freuen und bitten alle Mitglieder, das Projekt der Nachwuchstagung in ihren Arbeitskontexten bekannt zu machen.

ARBEITSGRUPPE SCHULMUSEEN UND
SCHULGESCHICHTLICHE SAMMLUNGEN

Die nachfolgenden Informationen wurden der Redaktion durch den Koordinator der Arbeitsgruppe 'Schulmuseen und Schulgeschichtliche Sammlungen' PD Dr. WALTER MÜLLER übermittelt.

Recht herzlichen Dank für alle Informationen, die Sie der Koordinationsstelle haben zukommen lassen. Bitte senden Sie auch weiterhin alle diesbezüglichen Informationen an:

PD DR. WALTER MÜLLER, Archiv Schulisches Wandbild, FB 2, Gerhard Mercator Universität - GH - Duisburg, 47048 Duisburg.

Tagungsvorankündigung:

Das 7. Internationale Symposium der Schulmuseen und schulgeschichtlichen Sammlungen wird vom 31.7. bis 3.8.1997 in Leeds/GB stattfinden. Nähere Informationen erteilen ELIZABETH FOSTER unter Tel. (0)1132 334 529 oder Fax (0)1132 334 587 und WYNNE FRANKUM unter Tel. (0)1734 574 678 oder Fax (0)1734 510 470.

Ausstellungen:

Am Freitag, dem 22.3.1996 wird im Nordwestdeutschen Schulmuseum Friesland in Zetel, Bohlenbergerfeld die Sonderausstellung "Schulanfang vor 50, 60, 70 Jahren" eröffnet. Nähere Informationen erhalten Sie im Museum unter 04453/1381 oder bei A. JÜRGENS unter 04453/2994.

Die Ausstellung "Von Ostarrichi nach Österreich - tausend Jahre Bildung und Erziehung im Herzen Europas", die von der Universität Klagenfurt präsentiert wurde, wird vom 15.5. bis 26.10.1996 in variierter Form im Möbelmuseum Maria Saal (bei Klagenfurt) gezeigt. Sie umfaßt eine Collage von Bildern und Texten, sowie Schulbücher, Schulhefte, Schulzeugnisse und Schulmöbel. Zur Ausstellung ist ein Begleitheft erschienen. Informationen erhalten Sie bei Frau SCHULZ im Möbelmuseum unter (0043) 4223/3166.

Im Stadtmuseum Bergkamen, Jahnstr. 31, 59192 Bergkamen wird vom 10.11.1996 - 3.2.1997 die Ausstellung "Es war einmal ... Märchen, Sagen und Fabeln auf Schulwandbildern" gezeigt. Die Ausstellung wird vom Museum der Stadt Lünen vorbereitet.

"Der erste Kindergarten in Westfalen" lautet der Titel der Foyer-Ausstellung, die im Rathaus der Stadt Lünen vom 12.1.1997 bis Ende Februar zu sehen sein wird. Diese Ausstellung wird vom Stadtarchiv und vom Museum der Stadt Lünen organisiert.

An der Pädagogischen Hochschule in Nitra, Slowakien, wird vom 14.6. -17.6.1997 die MEDACTA stattfinden, eine internationale Ausstellung von Lehrbüchern, didaktischen Hilfsbüchern und anderen Lehrmaterialien. Im Rahmen der Ausstellung wird auch eine Konferenz zum Thema "Regionale Schulmuseen und Schulgeschichte" abgehalten. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie bei DOC. PHDR. VIERA ZBIRKOVA unter Tel. 0042 87 511253 oder Fax 0042 87 511013.

Vom 18.11.1995 - 21.1.1996 war im Schulmuseum Rotterdam die Ausstellung "In het alfabet bekwaam, de geschiedenis van het alfabet op school" zu besichtigen. Auskunft und Kontakt über ANNEMIEK SNELDERS unter Tel. 010 40 45 425 oder Fax 010 23 31 801.

Die Ausstellung "Eine Reise nach Tita am Rande des Sahels" wurde bis zum 14.1.1996 vom Saarländischen Schulmuseum Ottweiler präsentiert. Die Ausstellung beleuchtete Aspekte des Lebens und Lernens in einem afrikanischen Dorf in Burkina Faso.

Publikationen:

CARL CÜPPERS/RAINER MICHEL: Tornister, Tafel, Tintenfaß. Eine bergische Schulgeschichte. (Gronenberg Verlag), Gummersbach 1995. Mit einem Grußwort des Ministerpräsidenten von NRW JOHANNES RAU. Neben mehreren interessanten Beiträgen zu Einzelaspekten (z.B. "Fabrikkinder", "Anschauungsmittel", "Handarbeitsunterricht", "Turnen") enthält der Band eine äußerst lesenswerte und aufschlußreiche illustrierte Dokumentation der eigenen Kindheits- und Schulerinnerungen von CARL CÜPPERS, dem Begründer des Schulmuseums Bergisch Gladbach.

"Schulwandbilder - Lehren und lernen mit Anschauungsbildern" lautet der Titel der von DR. WALTER MÜLLER konzipierten Diareihe, die vom Landschaftsverband Rheinland - Landesbildstelle Rheinland herausgegeben wird. Die Diareihe inkl. Beiheft ist zu beziehen über die Medienstelle des LVR, Prinz-Georg-Str.80, 40479 Düsseldorf, Tel. 0211/89-98100, Fax 0211 484476.

Gemeinsam mit Viktoriaschülerinnen hat das Magdeburger Schulmuseum eine Arbeit vorgelegt, die das Magdeburger höhere Mädchenschulwesen, dargestellt am Lebensweg der Magdeburger Viktoriaschule, skizziert. Die Broschüre "Die Viktoriaschule" kann beim Magdeburger Schulmuseum zu einem Unkostenbeitrag von 10,- DM bestellt werden. Adresse: Magdeburger Schulmuseum, Leipziger Str. 46, 39120 Magdeburg, Tel. 0391/616328, Fax 0391/32646.

Zur Ausstellung "Schulanfang ohne Zuckertüte", gezeigt im Hamburger Schulmuseum, ist inzwischen ein Begleitheft erschienen: R. LEHBERGER (Hg.) "Geschichte - Schauplatz Hamburg: Schule zwischen Zerstörung und Neubeginn." Sie enthält zahlreiche Fotos, über 50 Dokumente und eine Einführung in das Thema. Gegen einen Unkostenbeitrag von DM 10,- ist die Schrift beim Museum erhältlich.

Erschienen sind zum Jahresbeginn auch die Beiträge zur 3. schulgeschichtlichen Tagung im Hamburger Schulmuseum unter dem Titel: R. LEHBERGER (Hg.) "Schulen der Reformpädagogik nach 1945" (DM 15,-). Neben den Reformschulen aus den Städten Berlin, Bremen, Hamburg und Magdeburg werden die Wiederanfänge in der Odenwaldschule, in Wickersdorf und Marienau erstmals ausführlicher analysiert. Bestelladresse: Hamburger Schulmuseum, Neustädter Str. 60, 20355 Hamburg.

In der Schriftenreihe "Quellen und Studien zur Berlin-Brandenburgischen Bildungsgeschichte" ist als Band 2 "'Er war ein Lehrer' - Heinrich Julius Bruns (1746-1794). Beiträge des Reckahner Kolloquiums anläßlich des 200. Todestages" erschienen. Der von FRANK TOSCH herausgegebe Band enthält den Festvortrag von HANNO SCHMITT bei der Eröffnung des Reckahner Lehrerfestes: "Das Lehramt war ihm eine wirkliche Herzensangelegenheit. Gedanken zum 200. Todestag des Lehrers Heinrich Julius Bruns (1746-1794)" sowie folgende Kolloquiumsbeiträge: WOLFGANG ROKSCH: "Zum Verhältnis zwischen Heinrich Julius Bruns und Friedrich Eberhard von Rochow"; GERKE PACHALI: "Die Bedeutung aufgeklärter Ortsgeistlicher für die Volksaufklärung"; GERHARDT PETRAT: "'Wie bin ich denn auf das alles gekommen?' Lehrer Bruns vermittelt seinen Schülern Rochows Kinderfreund vor den Augen der pädagogischen Welt"; HOLGER BÖNING: "Rochows Bedeutung für die Volksaufklärung"; VOLKMAR WITTMÜTZ: "Friedrich Eberhardt von Rochow und Johann Friedrich Wilberg"; RUDI SCHULZ: "Schulmuseen in Brandenburg und Berlin - Nostalgie oder lebendige Begegnung zwischen gestern und heute". Ein von OTTO GÜNTHER BECKMANN skizzierter Gang durch die historische Lesebuchausstellung zum Kinderfreund im Schloß Reckahn sowie eine Bibliographie der in der Lesebuchausstellung präsentierten Ausgaben des Rochowschen Kinderfreundes runden den Band ab. Die Dokumentation will Zugänge zum - bisher im Vergleich zu FRIEDRICH EBERHARD VON ROCHOW (1734-1805) kaum aufbereiteten - Lebenswerk des Lehrers BRUNS in der von Rochow im Jahre 1773 gegründeten Reckahner Schule eröffnen. Der Band ist gegen eine Schutzgebühr von DM 10,- (incl. Verpackung, Porto) erhältlich bei : DR. FRANK TOSCH, Institut für Pädagogik der Universität Potsdam, Postfach 60 15 53, 14415 Potsdam.

Sonstiges:

Am Richard-Wagner-Gymnasium Bayreuth ist ein Schulmuseum eingerichtet worden. Das 60 Quadratmeter große Museum versteht sich hauptsächlich als Lern- und Arbeitsort für Schüler. Auf fünf großen Schautafeln und in zahlreichen Vitrinen wird der Versuch gemacht, einen Zusammenhang zwischen der allgemeinen Geschichte und der Schulgeschichte herzustellen. Das Schulmuseum kann auf Anfrage von jedermann besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Interessenten wenden sich an das Richard-Wagner-Gymnasium Bayreuth, Wittelsbacherring 9, 95444 Bayreuth, Tel. 0921/60924, Fax 0921/513477.

Das Schulmuseum der Universität Erlangen-Nürnberg ist im November 1995 von seinem bisherigen Standort im Volksschulhaus Paniersplatz 37 in das städtische Centrum Industriekultur in der Äußeren Sulzbacher Str. 62 umgezogen. Der Umzug war notwendig geworden, weil die Stadt Nürnberg die Räume am Paniersplatz wieder als Unterrichtsräume benötigt.

Das Stadtmuseum Berlin/Schulmuseum Berlin teilte folgendes mit:

"Seit Januar 1996 sind das Schulmuseum und das Pädagogische Museum e.V. - beide Berlin - in der Stiftung Stadtmuseum Berlin zur Abteilung "Kindheit und Jugend" (Schulmuseum Berlin) zusammengeschlossen; das Pädagogische Museum e.V. wurde zugleich in einen erweiterten Förderverein der Abteilung umgewidmet. Den Vorstand bilden derzeit: PROF. CLAUS-PETER GROSS, PROF. DR. HANNO SCHMITT und PROF. DR. ELMAR TENORTH. Die Fachzeitschrift "Mitteilungen und Materialien" soll weiterhin erscheinen, wenn auch mit veränderter Herausgeberschaft.

Die im Abteilungsnamen deutliche thematische Veränderung wird neue Forschungs- und Ausstellungsakzente erforderlich machen und langfristig über die Revision der ständigen Ausstellung zur Bildungs- und Erziehungsgeschichte Deutschlands vom 15. Jahrhundert bis 1945 zu einer neuen Ausstellung führen.

Thematische Teile, didaktische Konzepte und gestalterische Experimente werden diese Vorhaben vorbereiten helfen. Sicher ist, daß die Kindheitsbezüge sich nicht mehr ausschließlich auf den Schulrahmen und die institutionalisierte Pädagogik beschränken werden, sondern in einem größeren Umfeld gezeigt werden.

Für Ende 1996 ist im Rahmen eines größeren Vorhabens "Sie bauen auf die Jugend - Schul- und Lebenslagen in der Viersektorenstadt Berlin ab 1945" eine Teilausstellung über das Jahr 1946 geplant."

Im Heimatmuseum in Berlin-Neukölln besteht seit der großen Jahresausstellung (Mai 1993 bis April 1994) "Die ideale Schule" eine schulgeschichtliche Sammlung als eigenständiger Archivbereich. Die Sammlung wurde dokumentiert, zur Ausstellung sind zwei umfangreiche Sachbücher herausgegeben worden. Nähere Informationen sind über das Museum erhältlich: Heimatmuseum Neukölln, Ganghoferstr. 3-5, 12043 Berlin, Tel. 030/68092535, Fax 030/68093811.

ARBEITSKREIS VORMODERNE ERZIEHUNGSGESCHICHTE (AVE)

JUGEND IN DER VORMODERNE

6. Interdisziplinäres Symposion des Arbeitskreises Vormoderne
Erziehungsgeschichte in Berlin, Humboldt-Universität, 6. bis 8. März 1997

Die "Entdeckung der Jugend" - und der Kindheit - als eigenständige Entwicklungsphasen im Zuge der Herausbildung der modernen Welt war keine Entdeckung von etwas bislang gänzlich Unbekanntem, sondern ist eher als Erkenntnis der Tatsache zu begreifen, daß die Entwicklungsphasen des Menschen spezifische Bedeutung haben. In der Tradition der Pädagogik erhielt die Generationenfrage spätestens seit Schleiermacher besondere Akzentuierung. Die Frage, was denn die ältere Generation mit der jüngeren Generation wolle, wird bis heute als eine zentrale Frage in der Pädagogik diskutiert. Ins Blickfeld geraten dabei die theoretischen, empirischen und normativen Vorgaben von Erziehung und Bildung; in historischer Perspektive stehen dann vor dem Hintergrund demographischer und ökonomischer Entwicklungen, schicht- und geschlechtsspezifischer Differenzierungen sowie des sozio-kulturellen Wandels die spezifischen Vergesellschaftungs- und Lebensformen von Jugend zur Debatte.

Die aktuelle sozialwissenschaftliche Jugendforschung ist zwar methodisch sehr versiert und theoretisch hoch ambitioniert, doch fehlt ihr zuweilen die historische Dimension. Die historische Jugendforschung zeigt gegenüber der Zeit vor der Aufklärung große Enthaltsamkeit. Die Beschränkung auf die Jugend in der Moderne führt bisweilen zu einer Einäugigkeit hinsichtlich der langen Dauer historischer Phänomene auch und gerade in der Geschichte der Jugend. "Moderne" Erscheinungen, wie z.B. die "Postadoleszenz" als Phase der lang andauernden wirtschaftlichen Abhängigkeit bei gleichzeitiger relativer Freiheit in der Gestaltung des alltäglichen Lebens, paradigmatisch an Studentenbiographien zu erkennen, haben, strukturell gesehen, Vorläufer in der Vormoderne. Jugendbanden und peer-group-Bildung sind ebenfalls nicht exklusiv der Moderne zuzurechnen, wie sich am Phänomen des "Charivari" zeigen läßt.

Vorliegende Arbeiten zur Jugend in der Vormoderne wiederum sind gegenüber Konzepten, Thesen und Ergebnissen der aktuellen sozialwissenschaftlichen Jugendforschung als abstinent zu bezeichnen. Dies führt zu Darstellungen, die schon von der Begriffssprache her kaum auf einander zu beziehen sind, und vertieft die Kluft zwischen der modernen Forschung und den historischen Untersuchungen.

Absicht des Symposions ist es, in Annäherung an Problemstellungen, Methoden und Ergebnisse der aktuellen sozialwissenschaftlichen Jugendforschung, Fragen nach der Spezifik vormoderner Vergesellschaftungs- und Lebensformen zu stellen: Gab es in der Vormoderne schon so etwas wie eine Jugendkultur, gar einen Jugendkult? War Jugend bzw. Jugendlichkeit schon in der Vormoderne Leitbild von Gesellschaften? Gab es so etwas wie jugendliche Subkulturen als eigenständige und von den Erwachsenen unabhängige Lebensbereiche? Wie wurden Generationenkonflikte gelöst? Wie wurde der Übergang vom Kindes- und Jugendalter in die Erwachsenengesellschaft gestaltet (Initiation)? Welchen Einfluß hatten kulturelle und religiöse Wertesysteme auf die Gestaltung von Jugendleben?

Diesen und weiteren Bereichen wird sich das Symposion in mehreren Vorträgen widmen. Der historische Bogen ist dabei gespannt von der Frühmoderne bis in die Antike. Interessenten an der Tagung wenden sich an:

DR. KLAUS-PETER HORN, Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Allgemeine Pädagogik, Abt. Historische Erziehungswissenschaft, Sitz: Geschwister-Scholl-Str. 6, D - 10099 Berlin.

INTERNATIONAL STANDING CONFERENCE FOR THE HISTORY OF EDUCATION (ISCHE)

17. JAHRESTAGUNG DER INTERNATIONAL STANDING CONFERENCE FOR THE HISTORY OF EDUCATION IN BERLIN

Vom 13. - 17. September 1995 trafen sich etwa 200 Vertreter von 36 Ländern aus allen fünf Kontinenten in Berlin, um unter dem Thema "Geschichte der Erziehungswissenschaft / History of Educational Studies" die historische Entwicklung der Erziehungswissenschaft aus dem Blickwinkel verschiedener Länder und Fragestellungen zu betrachten. Die Tagung wurde als 17. Jahrestagung der International Standing Conference for the History of Education (ISCHE) von einem Lokalen Organisationskomitee veranstaltet, in dem Mitglieder der Universität Potsdam (PROF. DR. LÜTH), der Freien Universität Berlin (PROF. DR. DREWEK, PROF. DR. SCHOLTZ) und der Humboldt-Universität zu Berlin (PROF. DR. SCHRIEWER, PROF. DR. TENORTH) zusammenarbeiteten. Das organisatorische Zentrum lag dankenswerterweise vor allem in den Händen von PROF. DR. DREWEK.

Seit dem Bestehen der ISCHE, die 1979 in Belgien gegründet wurde, war dies die zweite Jahrestagung, die in der Bundesrepublik Deutschland ausgerichtet wurde. Die nächste Tagung wird 1996 in Polen stattfinden. Der Tradition der ISCHE entsprechend diente die Berliner Tagung dem wissenschaftlichen Austausch zwischen Ost und West; verstärkt nahmen in diesem Jahr auch Vertreter aus den Ländern der sogenannten Dritten Welt teil.

Die Tagung wurde ermöglicht durch Mittel der Länder Berlin und Brandenburg, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, des Springer Verlages und des Deutschen Studien Verlages. Zur Eröffnung der Tagung sprachen der Vorsitzende des Lokalen Organisationskomitees, PROF. DR. LÜTH, die Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin, PROF. DR. DÜRKOP, der Vizepräsident der Freien Universität Berlin, PROF. DR. KAINDL, der Prorektor der Universität Potsdam, PROF. DR. GÖRTEMAKER, und der Präsident der ISCHE, PROF. DR. ALDRICH (London). Wie diese betonten auf dem Begrüßungsabend in dem A. von Harnack-Haus - dem Sitz der ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und der heutigen Max-Planck-Gesellschaft - eine Reihe weiterer Redner, daß die Kooperation der drei Universitäten ein gutes Vorzeichen für eine Länderfusion sei: der Staatssekretär des Senators für Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin, PROF. DR. THIES - zugleich im Namen des Brandenburger Wissenschaftsministeriums -, die Dekanin der Philosophischen Fakultät II der Universität Potsdam, PROF. DR. KIRSCH, der Dekan des Fachbereichs Erziehungswissenschaft, Psychologie und Sport der Freien Universität Berlin, PROF. KEMPER, und der Vorsitzende der Historischen Kommission der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, PROF. DR. SCHMITT.

In sechs Arbeitsgruppen, in denen insgesamt etwa 150 Vorträge gehalten wurden, wurde das Tagungsthema bearbeitet. Hinzu kamen neun Plenarvorträge. Zum Abschluß der Tagung hielten drei Standing Working Groups der ISCHE (Gender and the History of Education, History of Education and Enlightenment, History of Education as a Field of Research and a Teaching Subject) ihre Arbeitssitzungen ab.

Die fachwissenschaftliche Arbeit der Tagung wurde durch PROF. DR. TENORTH (Berlin) eröffnet. In seinem Vortrag "Geschichte der Erziehungswissenschaft: Konstruktion einer Chimäre oder Historie einer Karriere?" ging er den Gründungen der ersten Lehrstühle für Erziehungswissenschaft im ausgehenden 18. Jahrhundert, dann aber vor allem gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Europa nach. Für die Gegenwart wies er eine Fülle verschiedener Richtungen der Erziehungswissenschaft nach, die sich keinem einheitlichen Typ von Wissenschaft mehr zuordnen ließen.

Die sechs Arbeitsgruppen untersuchten die Entstehung und Entwicklung der Erziehungswissenschaft, den sozialen und politischen Kontext erziehungswissenschaftlicher Forschung und Theoriebildung, Erziehungswissenschaft und Berufsausbildung (u.a. Lehrerbildung), Paradigmen und Paradigmenwechsel in der Erziehungswissenschaft, Erziehungswissenschaft und Öffentlichkeit sowie schließlich Erziehungswissenschaft und ihre Nachbardisziplinen (wie Psychologie, Philosophie, Soziologie).

Am Beispiel der Arbeitsgruppe zu Paradigmen und Paradigmenwechsel seien einige inhaltliche Aspekte der Tagung veranschaulicht. In verschiedenen Ländern und Zeiten wurde nach Paradigmen der Erziehungswissenschaft, d.h. nach "allgemein anerkannten wissenschaftlichen Leistungen" gesucht, "die für eine gewisse Zeit einer Gemeinschaft von Fachleuten Modelle und Lösungen liefern" (KUHN). Ob man nun nach Ungarn, in die USA, die frühere UdSSR, nach Schweden, Finnland, den Niederlanden, Südafrika, Litauen, Polen blickt: überall ist entweder eine Fülle gleichzeitiger, sich wechselseitig ausschließender wissenschaftstheoretischer Richtungen (z.B. in Ungarn vom 19. Jhdt. bis zum Zweiten Weltkrieg, USA, UdSSR in den 1920er Jahren) oder eine Abfolge jeweils eine gewisse Zeit dominierender Richtungen zu erkennen: So wurde z.B. in Schweden ein Wechsel vom Neobehaviorismus der Curriculumforschung seit den 1940er Jahren zu einer pluralistischen Erziehungswissenschaft beobachtet, welche die philosophische Erörterung von Zielen und Inhalten der Erziehung einbezieht - mit Wiederanknüpfung an deutsche Bildungstheorie. In Südafrika läßt sich gegenwärtig eine politisch bedingte Ablösung von der früheren christlich-nationalen und phänomenologischen zu einer liberalen, sozialistische Elemente integrierenden Erziehungswissenschaft verzeichnen. In diesen beiden Ländern läßt sich mit der Abfolge verschiedener Richtungen von einer Annäherung an ein Paradigma sprechen. Es dominierte in einem Land eine Richtung während einer bestimmten Epoche. Dagegen ist dies für die anderen o.g. Länder aufgrund eines Nebeneinanders verschiedener Richtungen nicht möglich.

In einer weiteren Arbeitsphase wurden dann ausgewählte wissenschaftstheoretische Fragen der Erziehungsgeschichtsschreibung erörtert: so z.B. die Relation zwischen wissenschaftstheoretischen Erörterungen über Prinzipien der Geschichtsschreibung und der Praxis der Geschichtsschreibung (Kanada), die Rolle des das Subjekt des Forschers berücksichtigenden New Science Movement (USA), die Zeitdimension (Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, am Beispiel der Kibbuz-Erziehung in Israel) und der Regionalismus (Polen). Eine dritte Gruppe von Vorträgen wandte sich verschiedenen erziehungstheoretischen Richtungen und ihrer Rezeption zu: thematisiert wurden hier beispielsweise die religiöse Tradition in Rußland (bis zum Beginn des 20. Jhdt.), die Rolle BLONSKIS in der UdSSR und seine Unterdrückung durch STALIN, die humanistische Tradition in Zentralasien, die Rolle der Kulturpädagogik SUCHODOLSKIS in Polen, die wirkungslos bleibende Geisteswissenschaftliche Pädagogik in den USA (am Beispiel des Emigranten ROBERT ULICH), die Rezeption DEWEYS in Argentinien und in Brasilien, die Rolle des Reformpädagogen DELMUSOS in Griechenland im Vergleich zu FREINET und schließlich die Rezeption der Individualpsychologie ADLERS am Beispiel eines neokalvinistischen Pädagogen in den Niederlanden.

Die sich aus den thematisch so verschiedenen Vorträgen ergebenden Diskussionen waren dabei in allen Arbeitsgruppen von großem Interesse an den Forschungsarbeiten und Ausführungen der jeweiligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gekennzeichnet. Kritische Anmerkungen, z.T. deutlich unterschiedliche Auffassungen, machten die Gruppenarbeit der Tagung zu einem fruchtbaren wissenschaftlichen Austausch zwischen allen Beteiligten. Die These von einem "notwendigen Gegeneinander" verschiedener pädagogischer Richtungen und Paradigmen in Rußland und in der UdSSR während der 1920er Jahre führte zu der leidenschaftlich erörterten Frage, wie differenziert die Erziehungswissenschaft in der UdSSR und anderen kommunistischen Staaten gewesen ist. Es ist ein Kennzeichen aller ISCHE-Tagungen, daß Gespräche dieser Art nicht selten in Form von informellen oder offiziellen Arbeitsgruppen zwischen den Tagungen fortgeführt werden: Für das hier so heiß diskutierte Thema wurde vorgeschlagen, zur Aufarbeitung der Geschichte der Erziehungswissenschaft in den ehemals kommunistischen Ländern eine Arbeitsgruppe der ISCHE zu gründen.

Ausgewählte Ergebnisse der Tagung werden in einem Tagungsband publiziert, der von den Professoren RICHARD ALDRICH (London), PETER DREWEK (FU Berlin), CHRISTOPH LÜTH (Universität Potsdam), HARALD SCHOLTZ (FU Berlin), JÜRGEN SCHRIEWER und HEINZ-ELMAR TENORTH (beide Humboldt-Universität zu Berlin) als Beiheft der internationalen Zeitschrift Paedagogica Historica herausgeben wird. Bereits jetzt geben zwei Publikationen Einblick in das große thematische Spektrum dieser Tagung: das 'Program' (41 Seiten) und der Band 'Abstracts' (255 Seiten).

CHRISTOPH LÜTH

ISCHE-NEWS (NOVEMBER 1995)

I. A letter from the ISCHE Chair to the Membership

Dear Colleagues,

It gives me great pleasure to write to you with information about the work of ISCHE during the past year, 1994-5, a period that has seen several important developments.

In respect of publications an agreement has been entered into with FRANK SIMON and the editorial board of Paedagogica Historica. Under this informal arrangement Paedagogica Historica will be an organ of ISCHE, carrying details of its work, and encouraging the submission of articles from its members. An annual book, drawn from papers given at the ISCHE congress, will be published each year in a supplementary series. The first of these, a fine volume which comprises selected papers from the Lisbon Congress of 1993, is now available. The second book, from the Amsterdam Congress of 1994, will become available in 1996. ISCHE is most appreciative of the work of FRANK SIMON and his colleagues for all they have achieved so far, and for the prospect of publications to come. Another important publication of 1995 has been the second edition of the International Guide, edited by Pierre Caspard.

JAMES ALBISETTI has been appointed by the Executive Committee as publications officer with overall responsibility for works other than those in the Paedagogica Historica series, for example those of Standing Working Groups. One consequence of these new arrangements is that the Newsletter, so ably edited and distributed by MANFRED HEINEMANN and his colleagues at the University of Hannover, had ceased publication. I am pleased to have this opportunity of recording the gratitude of ISCHE to them all.

In future an annual digest of information will be compiled by the Secretary in October. This will include minutes of the General Assembly, and be published in Paedagogica Historica. It will also be sent to national societies and to other journals. By 1996 it is hoped that this information will also be sent out on Internet and via E-mail.

This year ISCHE will receive its first funds, as the result of a small levy upon participants at the Berlin Congress. I am happy to convey warm congratulations to the organizers of the Berlin Congress of 1995, and to GEOFFREY GILES and the Gender SWG for representing ISCHE at the Montreal Congress, and look forward to forthcoming congresses in Krakow, 6-9 August 1996, and Dublin, 5-9 September 1997. The Executive Committee has selected a proposal from Belgium for a date in late August 1998. This last must be confirmed by the General Assembly. The issue of congresses outside Europe, however, is firmly on the future agenda.

The Executive Committee has appointed ANTONIO VINAO FRAGO as Membership Secretary. He is compiling a list of societies and individual members, their addresses and E-mail addresses, and their research interests. This will provide an international database of scholars and their work, and will facilitate the development of future reserach networks and projects.

These are but some of the developments in what has been a most significant year for ISCHE, one in which considerable progress had been made in reforming and enhancing structures, and in providing a better basis for promoting international scholarship in the field of history of education. None of this would have been possible without the hard work of members of the Executive Committee. I thank them all for their service to the cause. My particular thanks are due to JEROEN DEKKER, our most able and hardworking Secretary; while the thanks of all members of ISCHE go to MANFRED HEINEMANN, who has held an ex officio position on the Committee throughout his period of office as editor of the Newsletter.

I wish you all a most successful 1995-6. RICHARD ALDRICH

II. Members of the Executive Committee

PROF. DR. RICHARD ALDRICH, Institute of Education, University of London, 20 Bedford Way, London WC1H OAL, United Kingdom (Chair)

PROF. DR. JAMES C. ALBISETTI, Department of History, Patterson Office Tower, University of Kentucky, Lexington, Kentucky 40506-0027, USA (ordinary member)

DR. NING DE CONINCK-SMITH, Humanities Research Center Man and Nature, Hollufgaard, Hestehaven 201, 5220 Odense S.E. Denmark (ordinary member)

PROF. DR. JEROEN J.H. DEKKER, University of Groningen, Department of History and Theory of Education, Grote Rozenstraat 38, 9712 TJ Groningen, The Netherlands (Secretary)

PROF. DR. ERWIN V. JOHANNINGMEIER, College of Education, University of South Florida, 4202 East Fowler Avenue, FAO 100 U, Tampa, Florida 33620-7750, USA (ex-officio member, Treasurer)

PROF. DR. CHRISTOPH LÜTH, University of Potsdam, P.O. Box 601 553, 14415 Potsdam, Germany (ordinary member)

PROF. DR. ANTONIO VINAO FRAGO, Department of Theory and History of Education, Faculty of Education, University of Murcia, Apartado. 4.021, Murcia, Spain (ordinary member / Membership Secretary)

III. Coming Conferences

- 1996, ISCHE 18: Krakow, August 6-9, on "Schooling in Changing Societies. Historical and comparative perspectives (c. 1750-1996)".

Subthemes and Seminar Groups:

1. Historical perspectives on how the relationship between socio-economic change and education developed.

2. Historical perspectives on the educational consequences of political change.

3. The history of educational reform: Can educational change be legislated?

4. How educational theories and educational philosophies have been used to change education: aims and purposes of education, curriculum, pedagogical methods, organization and administration of education.

5. Historiographical and methodological developments.

Deadline for the paper abstracts (maximum 300 words) is January 1, 1996. The authors will be informed about the acceptance of their proposals by March 31, 1996. The final version of papers (maximum 4000 words) should be submitted by May 1, 1996.

Conference fee: $ 220 US (including lunches, dinners, refreshments, conference documentation, proceedings and the ISCHE treasury).

Conference President: PROF. DR. CZESLAW MAJOREK, Cracow Pedagogical University, Wyzsza Szkola Pedagogiczna (WSP), ul. Podchorqzych 2, 30-084 Kraków, Poland, tel.: +48-12-374777 ext. 515; Fax: +48-12-372243; E-mail: spmajore@kinga.cyf-kr.edu.pl

- 1997, ISCHE 19: Dublin, 5-9 September, on "Religion and Education: historical developments".

Conference fee: (provisional) 125 p. sterling.

Location: Maynooth University College (20 km from central Dublin), Ireland.

Conference President: PROF. DR. JOHN COOLAHAN, St Patrick's College, Maynooth, County Kildare, Ireland, Fax: 01-708 3954.

- 1998, ISCHE 20 (provisional): Louvain, August, on "The Role of Emblematics in the education of young people", with special reference to films, television, iconography, illustrations in instruction, encyclopaedias, etc.

Conference President: PROF. DR. MARC DEPAEPE, Louvain University, Department of History of Education, Vesaliusstraat 2, B-3000 Louvain, Belgium, tel. 016-32 62 50, Fax: 016-32 62 00.

During its September 16 Berlin Meeting, the ISCHE EC decided to recommend this proposal to the membership and to ask for approval by the GA in 1996.

IV. ISCHE Executive Committee Minutes

ISCHE Executive Committee Minutes, February 24-25 1995, Berlin, Freie Universität, Arnimallee 11.

First meeting: February 24, 14.00: common meeting of the EC and the Local Berlin Conference Committee

EC members present: JAMES ALBISETTI, RICHARD ALDRICH (chair), JEROEN DEKKER (secretary), MANFRED HEINEMANN, ERWIN JOHANNINGMEIER, ANTONIO VINAO FRAGO; EC members absent: AUREA ADÁO, NING DE CONINCK-SMITH. Present from the Conference Committee: PROF. DR. CHRISTOPH LÜTH (chair of the Local Committee).

DEKKER opened the meeting and welcomed the German colleagues. At the request of RICHARD ALDRICH and with the assent of the other EC members, he assumed the chair for this meeting. The meeting had originally been scheduled for Saturday and RICHARD ALDRICH was not able to join the meeting until 16.00.

The subject of this meeting was the Berlin Conference. The following topics were discussed: 1. The program: theme, plenary lectures, seminar groups, role of the group co-ordinators, Round Table Debates; 2. Enrollments; 3. Social events; 4. Financial scheme; 5. Publication of proceedings.

1. The overall theme was considered to be very attractive and the text on the new blue leaflet was very clear indeed. It might be possible to cancel one or two of the seminar groups, depending on the number of submitted papers.That position would become clear by May.

The Chair suggested that it would be unfortunate if all plenary lectures were given in German. Greater participation would result were some lectures to be given in English. This point was accepted by the Local Committee. Greater female participation was also suggested.

The closing of the congress on Saturday was also discussed. The current Saturday programme might not encourage many participants to stay for that day. It was agreed that there should be a formal closing of the conference with a plenary lecture, to correspond to that given by Tenorth on the opening day. The ISCHE president would also be given the opportunity of giving a short opening address on the Wednesday.

Concerning the Round Table debates the EC suggested three themes: the Bell Curve debate (nature, nurture and intelligence); teacher training in the former Eastern European countries (MANFRED HEINEMANN agreed to ask NAN DODDE (Rotterdam) to organize such a round table, given the succes in Amsterdam); new communication technology and international networks (PETER DREWEK offered to provide a display during the conference).

2. The enrollment as yet was very modest, but deadlines for papers and registration were not until March and July.

3. The proposals for social events were approved, although it was suggested that the social event for the Saturday might be scheduled for the afternoon, in line with the rescheduling of the conference programme for that day.

4. The main financial difficulties have been resolved by the raising of a substantial amount from the 'Deutsche Forschungsgemeinschaft'. Nevertheless this grant will be reduced should the number of participants fall below 200. Surprise was expressed that all costs were to be paid not only for the main speakers (as is customary) but also for the group co-ordinators. It was agreed that the fee should include 25 DM for the conference book and 5 DM for the ISCHE Treasury.

5. The editorial commitee would be formed from the members of the local committee together with RICHARD ALDRICH.

The Chair thanked the German colleagues for all the work already undertaken in preparation for the conference. The Executive Commitee was sure that the conference would be most successful. He also thanked the Berlin colleagues for the arrangements (guest house reservations, transport, meeting rooms etc) made for the EC meeting. Their hospitality was much appreciated.

After the meeting local committee and EC members toured the buildings and rooms to be used for the conference.

Second Meeting: Saturday, 25 February 1995, 9.00 - 2.00 pm.

EC members present: JAMES ALBISETTI, RICHARD ALDRICH (chair), JEROEN DEKKER (secretary), MANFRED HEINEMANN, ERWIN JOHANNINGMEIER, ANTONIO VINAO FRAGO.

EC members absent: AUREA ADÁO, NING DE CONINCK-SMITH

0. RICHARD ALDRICH opened the meeting and welcomed the Executive Committee members. It was agreed to follow the earlier distributed agenda.

1. Minutes of the two Amsterdam meetings.

After changing 'form' (minutes of 10 august 1994, point 2, last sentence) in 'from', the minutes were approved; the former secretary was thanked. It was decided to make a book of formal minutes, from which members can ask the secretary to make copies of specific minutes. DEKKER will make that book, and Johanningmeier will give him the material of his period.

2. Matters arising.

The chair distributed a paper on the most important issues of ISCHE and asked for a general discussion as an introduction to the formal agenda distributed previously. A copy of this paper has been placed in the file.

After an animated discussion, there was approval with the general outline of the notes: ISCHE must remain a truly international society, have a major publication outlet (journal, series of conference papers), must have money (the increasing debts for the editor must be stopped), have a clear concept of membership, and all members of the Committee must be involved with specific roles.

Concrete decisions were taken in relation to the agenda already fixed. In September they will be communicated to the General Meeting.

3. Coming conferences.

3.1. Krakow 1996

The Secretary reported that two letters from him (November and February) to the main organiser, CZESLAZW MAJOREK, had not yet been answered. It was decided that JEROEN DEKKER should act as the liaison person on behalf of the Executive Committee [soon after the meeting, communication was already starting].

3.2. Dublin 1997

The proposal of professor JOHN COOLAHAN was discussed and warmly received, including the dates and the general theme. Only, the theme 'Churches' was seen as too occidental in its connotation. Therefore, the Executive Committee suggested other terms, as for example 'faith', 'belief', etc. RICHARD ALDRICH will be the liaison person on behalf of the Executive Committee for this conference.

3.3. Conference secretary

The secretary will make new guidelines, seeking a balance between controlling, and encouraging and supporting the local organisation. Planning and structuring will be important. For the next conferences, no conference secretary was nominated; however, DEKKER (Krakow) and ALDRICH (Dublin) will act as the liaison persons on behalf of the Executive Committee.

4. Treasury.

"We have no money", was the first sentence of RICHARD ALDRICH'S paper for the overall discussion. For ISCHE to publish books, run conferences, etc., we need money. The several points of RICHARD ALDRICH'S paper were discussed. At this moment, however, we shall approach the societies not about the financial issue, but firstly on the other issues: publishing books, affiliation of societies with ISCHE, emphasizing the international mission of ISCHE, etc. We must offer the national societies attractive issues. The following suggestions were made: - ISCHE article prize, international researchnetworks, making better way of European exchange-programmes. It was decided that RICHARD ALDRICH drafts the letter to the societies and sends concepts to some other members of the EC. MANFRED HEINEMANN agreed to deliver the adresses of the societies to Richard.

5. Membership secretary.

ANTONIO VINAO FRAGO was appointed as a Membership Secretary. He will keep a data base of all members, combining up-to-date lists of the national societies. He also will keep a list of regular congress-participants. As as matter of fact, it is not the intention to mail individually, this being to expensive. Communication will take place by way of the secretaries and presidents of the national societies. There was not unanimity about the possibilities to sell that data-base. This will be discussed later on. Formally, ANTONIO VINAO FRAGO will do this new task as Membership Secretary on behalf of the Secretary, in line with the Statutes, 2.2. MANFRED HEINEMANN agreed to delivering him the list of presidents and secretaries of societies.

6. Publications.

6.1. Conference Books

* Prague 1990.

MANFRED HEINEMANN recommended not to make a book, but only to publish some articles. This was agreed.

* Lisbon 1993.

The secretary received a letter of MARC DEPAEPE, one of the editors, including also a letter of ANTONIO NOVOA (organiser of the Lisbon conference), stating that the manuscript is ready, and that it can be published soon. ANTONIO NOVOA suggests a special issue of Paedagogica Historica.

* Amsterdam 1994.

JEROEN DEKKER, organiser of the Amsterdam conference, reported that the selection of papers is made, and that authors are revising their texts.

Beginning with Amsterdam, the fee includes the book. Therefore, we are obliged to publish. For Lisbon, ANTONIO NOVOA has reserved an amount for the congress book.

Because negotiations with Böhlau Verlag failed, a solution for publishing a series of good ISCHE-books in the future could be found in establishing a formal and permanent relationship with Paedagogica Historica. This does not mean aiming at the establishment of a formal ISCHE-Journal, but having a journal to which ISCHE has a particular relationship. The Executive Committee agreed with the proposal of the chair to enter in negotiations with Paedagogica Historica. Issues will be: rearrangement of the title (International Journal of the History of Education looks fine), membership of one EC-member in the editorial board for ISCHE-issues, financial arrangement. RICHARD ALDRICH will write a formal letter to FRANK SIMON, editor-in-chief of PH. In the meantime, we shall try to edit the Lisbon book as quickly as possible, seeing it as a try-out for the future. The secretary will investigate if PH can publish the Lisbon book quickly. He will report this to the chair.

6.2. Newsletter.

It is clear that the Newsletter cannot continue in its present form, seeing the increasing debts for the editor. The editor is neither intending to publish the next one in March 1995, nor to make the Newsletter in the future. On behalf of the EC, the chair thanks MANFRED HEINEMANN for doing this so long, whilst not having the support of all national societies. The newsletter has been and is until nowadays the main communication means for ISCHE. It is a shame that we could not support this. The editor adds that editing the Newsletter was also possible because the correspondents did their work for years. When the Treasury is fully established the Executive Committee agreed to make a token payment to MANFRED HEINEMANN in recognition of the many expenses he has borne on behalf of ISCHE.

6.3. Publications of the Standing Working Groups.

JAMES ALBISETTI, contact person for the Standing Working Groups, reported:

- that FRITZ-PETER HAGER had laid down a proposal, and that he (Albisetti) had reacted, in order to standardize footnotes, upgrading the level of English, etc.

- about the proposal of PIERRE CASPARD: the Guide / book of MARIE-MADELEINE COMPÈRE can not be an ISCHE publication, in the light of the reshuffling of ISCHE-publications policy.

- PIERRE CASPARD is also asking for a new foreword for the international guide. RICHARD ALDRICH will make that text, starting from a broader concept of history of education than only history of the professional developement of teachers, this being central in the former foreword of the first edition.

7. Standing Working Groups.

'Gender' will meet in Montreal, 'History of Education as a field...' and 'Enlightenment' will meet in Berlin; 'Early Childhoood' will not meet this year.

8. Committee membership.

This year, one seat will be vacant. The procedure is as follows: members of ISCHE can be nominated by a letter to the secretary. Then the secretary sends a confirmation to the candidates, asking them for agreement with the nomination, and a short CV. He also requests for presenting oneself as a candidate at the Berlin meeting and gives some information about the EC expectations for being member, including active partipation in the EC, attending two meetings each year without financial support of ISCHE.

9. Any other business.

MANFRED suggested the creation of ISCHE-research groups (partly financed by funds from e.g. Volkswagen) to stimulate the scholarly activities of ISCHE. He also suggested to include sessions of 'research in progress' during our congresses. The EC welcomed these suggestions. In Dublin, such sessions will certainly become part of the congress.

10. RICHARD ALDRICH thanked all members of the Executive Committee for their attendance in Berlin, and for their participation in this most important meeting.

ISCHE Executive Committee Minutes (concept), September 13, 11.00-13.00, Berlin, Freie Universität, Arnimallee 11.

EC members present: JAMES ALBISETTI, RICHARD ALDRICH (chair), AUREA ADÁO, JEROEN DEKKER (secretary), ERWIN JOHANNINGMEIER, ANTONIO VINAO FRAGO; EC members absent: NING DE CONINCK-SMITH, MANFRED HEINEMANN (with apologies for absence).

0. Opening

RICHARD ALDRICH opened the meeting and welcomed the Executive Committee members. It was agreed to follow the earlier distributed agenda.

1. Minutes

The minutes of the Berlin meetings in February 1995 were approved. They will be signed by the Chair and then included in the book of formal minutes.

2. Matters arising

The letters from the national societies in reaction on the letter of the chair about the new ISCHE policy, as decided by the EC in February, are overwhelming positive. Therefore, the decisions, made in February, can be proposed at the GA, and if approved, be carried out. The arrangement with Paedagogica Historica has resulted in the first book: the proceedings of the Lisbon conference. FRANK SIMON, editor-in-chief of PH, will bring a series of copies with him.

Data on presidents and secretaries of societies, as well as on the membership of ISCHE, are not yet delivered to the Membership secretary by MANFRED HEINEMANN. In October the Secretary will send ISCHE news (consisting of the minutes of the GA, news about the next conferences, information on the procedure of candidating for the EC, as well as a letter of the chair to the membership) to all national societies as well as to a series of Journals (including Paedagogica Historica, Histoire de l'éducation, History of Education Quarterly, History of Education, the Newsletter of the Deutsche Commission). GEOFFREY GILES, chair of the SWG on the History of Gender and Education, has asked to inform the GA on the SWG Gender meeting at Montreal. The EC welcomes this report.

3. Coming conferences.

- Krakow 1996. The EC is pleased with the final text of the leaflet. CZESLAW MAROJEK will present the conference during the GA and will bring with him a series of leaflets. As decided in February, Jeroen Dekker will act as the liaison person on behalf of the Executive Committee.

- Dublin 1997. JOHN COOLAHAN has reacted positively on the suggestion to replace the theme 'Churches' by 'Faith'. RICHARD ALDRICH will be the liasion person on behalf of the Executive Committee for this conference, as decided in February. John Coolahan will present the conference during the GA.

- 1998

A general discussion was held on whether it was prefarable to have in the future a conference in Europe, or not. Conferences to be held outside Europe were not excluded in principle. It was decided to make a concrete decision out of the proposals received during the Saturday EC meeting.

4. From the Treasury

Until now, there is no money. That situation will change with the receipt of the Berlin ISCHE fee. Then, we have to make sure for the tax authorities that ISCHE is a non-profitable organisation.

5. Membership Secretary

ANTONIO VINAO FRAGO received many letters from the national societies including Portugal, Spain, Catalonia, France, Denmark, Sweden, UK, Australia, USA, Belgium and the Netherlands.

The Chair, the Secretary and the Membership Secretary will combine all data received to set up a data base of all members. This data base, consisting of names, adresses, E-mail numbers as well as the area of research, can serve for communication between societies, for sending conference leaflets by local organising committees, and for national communication.

6. Publications

6.1. ISCHE conference proceedings.

- Prague 1990: a Karl's University publication seems to be realized.

- Barcelona 1992. AUREA ADÁO received a proposal of the organiser, PERE SOLÀ I GUSSINYER, about publishing the proceedings. The EC was of the opinion that this proposal to publish 59 papers hardly differs from the already published splendid proceedings under the title 'Educació, Activitats Físiques i Esport en una perspectiva històrica' (Barcelona 1992). Therefore, a new publication is not recommended. The secretary will write this to Pere Solà, suggesting him to advise the authors to send their papers individually to Paedagogica Historica or other journals.

- Lisbon 1993. A reworked and edited selection is published as number one of the Supplementary Series of Paedagogica Historica. This is the first concrete result of the new cooperation between Paedagogica Historica and ISCHE.

- Amsterdam 1994. JEROEN DEKKER, president of ISCHE 1994, reports that most revising of the manuscripts is ready. Publication is expected in Spring 1996 as number two in the new Supplementary Series of PH.

- Berlin 1995. The EC proposes to add JAMES ALBISETTI to the Editorial Committee. As part of the arrangement with PH, one member of the PH editorial Committee must be included in the Editorial Committee.

6.2. Evaluation of the negotiations with Paedagogica Historica.

The first number of the Supplementary Series is published. This is the best evidence of the result of the negotiations. The Lisbon book looks very fine. PH prefers a rather informal relationship, e.g. not including formal membership of the EC of ISCHE. Arrangements with Amsterdam 1994 and Berlin 1995 are already made. Also Krakow 1996 is ready to cooperate with Paedagogica Historica.

6.3. ISCHE News: ways of distributing.

The Secretary will prepare, in cooperation with the Chair, a text, which will be send to societies and journals in October, this in cooperation with the Membership Secretary (cf. 2, matters arising).

6.4. Other ISCHE publications.

JAMES ALBISETTI reports that there are new publications under way but that publishing all working group papers of the Standing Working Groups is not necessary.

7. ISCHE Standing Working Groups

'Early Childhood' has met in Bamberg, 'Gender' in Montreal during the 18th International Congress of Historical Sciences; 'Gender' will meet also in Berlin, as will be the case with 'History of Education as a field...' and 'Enlightenment'.

8. Committee membership

AUREA ADAO is leaving. The Chair thanks her for all the work, done for ISCHE. For the vacant seat, there is one candidate, PROF. DR. CHRISTOPH LÜTH from Potsdam. Next year, the seats of ALBISETTI, ALDRICH and DEKKER will be vacant. ALDRICH prefers to become an ex-offico member for his last presidential year. NING DE CONINCK-SMITH has suggested to resign because she was not able to attend the EC meetings this year. The EC is not in favour of this suggestion and hopes that she will remain EC-member. The election procedure is as follows. Members of ISCHE can be nominated by a letter of another ISCHE-member to the Secretary. Then, the Secretary sends a confirmation to the candidates, asking them for agreement with the nomination, and a short CV. He also requests for presenting oneself as a candidate at the General Assembly and gives some information about the EC expectations for being a member, including active partipation in the EC, attending two meetings each year without financial support of ISCHE.

9. Any other business

The GA agenda was prepared. The GA will be asked to approve the new ISCHE policy, as decided in February. A decision on a meeting of the EC between the Berlin and Krakow conferences will be taken at the Saturday meeting.

ISCHE Executive Committee Minutes (concept), September 16, 15.00-17.00, Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Kommode, Altes Palais, Bebelplatz.

EC members present: JAMES ALBISETTI, RICHARD ALDRICH (chair), JEROEN DEKKER (secretary), MANFRED HEINEMANN, ERWIN JOHANNINGMEIER, CHRISTOPH LÜTH, ANTONIO VINAO FRAGO; EC member absent: NING DE CONINCK-SMITH (with apology for absence).

0. Opening

RICHARD ALDRICH opened the meeting and welcomed the new elected Executive Committee member, CHRISTOPH LÜTH from Potsdam.

1. Next conferences

- Krakow 1996. It is important to have ready a list of speakers for the plenary lectures as soon as possible. JEROEN DEKKER will communicate this to CZESLAW MAJOREK.

- Dublin 1997. RICHARD ALDRICH will send the deadlines to JOHN COOLAHAN.

2. New Guidelines for ISCHE-conferences.

After changing some details, they were approved and will be sent to organisers of coming conferences.

3. Conferences from 1998

* 1998

For 1998, three proposals were available:

- from PROF. PETER KALLAWAY, University of the Western Cape, for a conference to be held in Cape Town, South Africa, in connection with the congress of the SACHES (Southern African Comparative and History of Education Society);

- from DR. YUVAL DROR, Oranim School of Education of the Kibbutz Movement, Oranim, for a conference to be held in the Oranim School and at Tel-Aviv University, in relationship to the 50 year jubilee of the State of Israel, on the creation of national educational systems, ideological education, progressivism in education;

- from PROF. MARC DEPAEPE, Louvain University, Belgium, and the Belgium-Dutch Society for the History of Education, for a conference to be held at Louvain University, at the end of August 1998, on the following topic: The Role of Emblematics in the education of young people, with special reference to films, television, iconography, illustrations in instruction, encyclopaedias, etc.

The committee considered all three proposals as attractive, and was glad to be able to make a real choice between three proposals. Eventually, the Louvain proposal was seen as the most concrete and best developed one. Therefore, the EC decided to recommend this proposal to the membership and to ask for approval by the GA in Krakow.

* 1999

For 1999, no decision was made. Therefore, the Israel and South-Africa initiatives could be reworked and laid down as new proposals for 1999. The secretary would check previous decisions taken about holding conferences outside Europe.

* 2000

For 2000, JEROEN DEKKER suggested to combine an ISCHE conference with the 19th International Congress of Historical Sciences, in Oslo. ISCHE could then profit from a bigger international forum. NING DE CONINCK-SMITH will be asked to find out the possibilities of this proposal.

4. Berlin Conference

- Proceedings. JAMES ALBISETTI will join the Editorial Committee, which consists already of the Local Committee and RICHARD ALDRICH. Information will be asked from FRANK SIMON (PH) about the amount needed for publication, as well as about the number of pages available. This information will be sent directly to CHRISTOPH LÜTH as president of the Berlin conference.

- ISCHE-fee. For the first time, the ISCHE-treasury will get an amount from the conference fee. Therefore, the treasurer, ERWIN JOHANNINGMEIER, will establish a separate ISCHE account. Conference organizers should transmit the amount (for Berlin about 400 DM) in cash, in order to avoid banking costs. For the same reason, it is also highly advisable for the conference organisers to do the same with regard to the amount needed for the publicaton of the proceedings, and earmarked for Paedagogica Historica (editor-in-chief: FRANK SIMON). Experience with this practice up to now is positive.

5. Next Committee meeting

As far as can be seen now, no meeting seems to be necessary between the Berlin and Krakow conferences. If, however, the Krakow organizers should like to have some support from the EC in reading and selecting the conference papers, the EC offers this support. The secretary will report this to CZESLAW MAJOREK. In case support is needed, some EC members will be asked to join the Polish colleagues in spring 1996.

6. Any other business

MARCELO CARUSO and SHEN-KENG YANG will be asked to give more information about their plans to start new Standing Working Groups. It will be pointed out that 10 signatures from ISCHE-members are necessary in order to lay down before the GA their proposals (see statues and by-laws of ISCHE).

RICHARD ALDRICH noted that with the ending of the Newsletter Manfred Heinemann's ex-officio position as a member of the EC has come to an end.

MANFRED HEINEMANN reported about the new World Wide Web Server in the future present at Hannover University. He will inform the secretary about the possibilities of this new developement for communicating with the membership.

7. RICHARD ALDRICH thanked all members of the Executive Committee for their attendance in Berlin, and for their work throughout the past year.

V. ISCHE General Assembly Minutes

ISCHE Membership Meeting Minutes, General Assembly ISCHE 17, Berlin 1995, Thursday, September 14, Freie Universität

EC members present: JAMES ALBISETTI, RICHARD ALDRICH (chair), AUREA ADÁO, JEROEN DEKKER (secretary), MANFRED HEINEMANN, ERWIN JOHANNINGMEIER, ANONIO VINAO FRAGO. EC Member absent: NING DE CONINCK-SMITH.

1. The Chair opened the meeting and welcomed the membership.

The minutes of the Amsterdam meeting were approved by voice vote.

2. Announcements of the Chair.

The Chair reported that almost all National Societies had reacted, and positively, to his letter dated 28 March 1995, on the reappraisal of the work and role of ISCHE. This reappraisal has produced the following results.

ANTONIO VINAO FRAGO was appointed as a membership secretary. He will keep a data base of all members, including their E-mail numbers and their scientific specialisms.

JAMES ALBISETTI was appointed to oversee all ISCHE publications, especially those resulting from the Standing Working Groups, except the proceedings of the ISCHE conferences.

For the publication of the conference proceedings, an informal connection was established between ISCHE and Paedagogica Historica, International Journal of the history of education. With the publication of "The Colonial Experience in Education. Historical issues and perspectives", edited by ANTÓNIO NÓVOA, MARC DEPAEPE & ERWIN V. JOHANNINGMEIER (Paedagogica Historica, Supplementary Series, Volume 1, Gent C.S.H.P. 1995, 382 pp.), the Series was started. Proceedings from next conferences (Amsterdam, Berlin, Krakow, Dublin, and so on) will be published in this Supplementary PH Series.

The Newsletter cannot continue in its present form, seeing the increasing debts for the editor. In name of the membership, the Chair thanked MANFRED HEINEMANN for doing this so long, and providing so many expenses for it. Beginning with October, ISCHE News (minutes of meetings, news on next conferences, a letter of the Chair, procedure of EC member election) will be distributed through the journals, bulletins and newsletters of national societies. The Secretary will send a text (on disc, and where possible by E-mail) to the secretaries of all societies and a series of Journals. Internet use is being explored.

3. Treasury

The Treasurer, ERWIN JOHANNINGMEIER, reported that until now we have no money. However, beginning with this conference, ISCHE will collect an ISCHE fee. A start can then be made with plans about an ISCHE article prize and further ISCHE activities.

4. Next conferences

PROF. CZESLAW MAJOREK reported about the Krakow conference, August 6-9 1996, on "Schooling in Changing Societies", and distributed a leaflet.

PROF. JOHN COOLAHAN reported on the Dublin conference, September 5-9, 1997, in the Maynooth University College, Ireland, on "Religion and Education".

The Chair asked the membership which month was preferred for coming conferences. September was preferred by 20, August by 12, and July by 0 members. It was noted, however, that these were the choices of those attending a September Conference.

The Chair reported that there were now three proposals for the 1998 conference, which was very encouraging indeed. During its Saturday meeting, the Executive Committee will take a decision, which will be proposed for approval to the membership in Krakow, August 1997. In October, the membership will be informed through the ISCHE-News.

5. Committee membership.

The Secretary reported that one seat is vacant, and that there is one candidate, PROF. DR. CHRISTOPH LÜTH from Potsdam. His CV was distributed. He was appointed by voice vote and congratulated by the Chair.

The Secretary further reported that next year, three seats are vacant. The election procedure is as follows. Members of ISCHE can be nominated by a letter of any other ISCHE-member, preferably a president or secretary of a national society, to the Secretary. Then, the Secretary sends a confirmation to the candidates, asking them for agreement with the nomination, and a short CV. He also requests for presenting oneself as a candidate at the General Meeting and gives some information about the EC expectations for being member, including active partipation in the EC, attending two meetings each year without financial support of ISCHE.

6. Reports of Standing Working Groups

GEOFFREY GILES, chair of International Standing Working Group on Gender and the History of Education, reported on the meeting of the group in Montreal, as part of the 18th International Congress of Historical Sciences. This meeting was a great success, partly by distributing the papers in advance, and laying emphasis on debate, rather than on presentation of papers. The Chair thanked GEOFFREY GILES for the achievement on ISCHE's behalf.

FRITZ-PETER HAGER, chair of the International Standing Working Group for the History of Education and Enlightenment, reported that the proceedings of the Lisbon meeting, on Religion and Education, will soon be published by Winkler Verlag.

The above mentioned SWGs, as well as the ISWG for the History of Education as a field of research and a teaching subject, will meet Saturday morning.

6. Any other business.

The Chair offered his gratitude to MANFRED HEINEMANN and all his Hannover colleagues for publishing the Newsletter so long (22 issues were published).

GEOFFREY GILES asked about lower subscription rates for Paedagogica Historica for ISCHE members. From the audience, Frank Simon, editor-in-chief of Paedagogica Historica, answered that this topic would be discussed in the Editorial Committee of Paedagogica Historica.

7. The Chair thanked the EC members for their work, PROF. DR. CH. LÜTH and his colleagues for making this conference such a big success, and all participants for coming to this ISCHE conference, and to this General Assembly.

JEROEN DEKKER

3. Aus der Forschung


FRAGEBOGEN ZUR DOKUMENTATION
BILDUNGSHISTORISCHER FORSCHUNGSPROJEKTE

Die Resonanz auf die Fragebogenaktion war auch nach dem letzen Rundbrief positiv (s.u.). Die Rückmeldungen erreichen die Redaktion erfreulich kontinuierlich. Die Berichte sollen nach Möglichkeit - unter dem Vorbehalt kleinerer redaktioneller Änderungen - im jeweils darauffolgenden Heft veröffentlicht werden.

Wir bitten alle Kollegen, bei der Darstellung der Forschungsprojekte einen Umfang von Fragebogen und einer zusätzlichen Seite nicht zu überschreiten.

Sie könnten uns die Arbeit sehr erleichtern, wenn Sie die Berichte sowohl in Papierform wie auch als Datei (Winword, Word o.ä.) einreichen.

Der Fragebogen kann selbstverständlich an alle Interessenten weitergegeben werden!

GESCHICHTE DES NÜRNBERGER LEHRERVEREINS

1. Name/ Anschrift/ Institut

WOLFGANG BRUNNER, M.A., Federgrasweg 16, 90768 Fürth; Betreuung: PROF. DR. MAX LIEDTKE, EWF der Uni Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl Pädagogik I, Regensburger Str. 160, 90478 Nürnberg

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Geschichte des Nürnberger Lehrervereins

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Fragestellungen:

  1. Mitgliederstruktur des Vereins
  2. Mitgliederbiographien
  3. Gesellschaftliche, allgemeinpolitische und standespolitische Intentionen des Vereins und die erzielten Ergebnisse

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestände

Untersuchung und Auswertung der vorhandenen Quellen

5. Geplanter Abschlußtermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

unbestimmt

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Dissertation

COMENIUS IM 21. JAHRHUNDERT
&
GESCHICHTE DER SOZIALPÄDAGOGIK

1. Name/ Anschrift/ Institut

UNIV. PROF. DR. JOSEF CACH, Phil. Fak. Karls-Universität, Praha, CR

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

1. Comenius und Verbesserung der Bildungswerte am Anfang des XXI. Jahrhunderts (fertig 1996)

2. Geschichte der Sozialpädagogik und ihre heutige Theorie (fertig 1996-97)

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Ad 1. Europa und tschechische Länder in der bildungswertigen Besprechung - päd. Theleologie - Philosophie - Soziologie - Theologie - Ethik - Bildungs- und Erziehungsphilosophie - Europa spricht zu den tschechischen Ländern (Rabelais, Rousseau, Pestalozzi, Owen, Herbart, Spencer, Tolstoj, deutsche alternative Pädagogik usw.).

Ad 2. Tschechische Länder und Europa (Lindner, Enzyklopädisches Handbuch, Natorp, Durkheim, Barth, 1918/1933/1938 - nach1945), Geschichte und ihr Nachlaß zum Jahr 2000, Einzelprobleme.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestände

Archive: Wien, Prag, Mähren

5. Geplanter Abschlußtermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

1. 1996

2. 1996-97

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

andere Publikationsform

VISUELLE MEDIEN IM MEDIZINISCH-NATURKUNDLICHEN UNTERRICHT

1. Name/ Anschrift/ Institut

DR. MICHAEL FREYER, Eythstr.27, Erlangen; Institut für anthropologisch-historische Bildungsforschung der Universität Erlangen-Nürnberg

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Visuelle Medien im medizinisch-naturkundlichen Unterricht - Entwicklungsgeschichte (Mittelalter bis Gegenwart)

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

1. Gesamtentwicklung medizinisch-naturkundlicher visueller Lehrmedien

2. Entwicklungsaspekte (z.B. Kostenminimierung, relative Abhängigkeit vom Differenzierungsgrad der Medizin bzw. der Biologie; Versuch eines Einbezugs kulturethologischer Gesichtspunkte), qualitative Analysen zur Geschichte visueller Lehrmedien im Bereich des Medizin-/Biologieunterrichts im Anschluß an die 1995 erfolgte Veröffentlichung zum Thema "Vom mittelalterlichen Medizin- zum modernen Biologieunterricht - Analysen zu Grundlagen und Verlauf kultureller Etablierungsprozesse." Passau (Wissenschaftsverlag Richard Rothe).

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestände

1. Bilder in Lehrbüchern

2. Medizinisch-naturkundliche Abbildungen in mittelalterlichen Handschriften der Staatsbibliothek München und anderer Bibliotheken

3. Sekundärliteratur über die frühe Entwicklung visueller Lehrmedien

5. Geplanter Abschlußtermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

Veröffentlichung von Zwischenergebnissen im Frühjahr 1997 geplant

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

DFG-Projekt, Veröffentlichung in Form eines Buches geplant

DER MÄNNERBUND ALS ERZIEHUNGSINSTRUMENT
NATIONALSOZIALISTISCHER PÄDAGOGIK

1. Name/ Anschrift/ Institut

DR. KLAUS HEISELER, Maas 28, 25813 Husum, Tel. 04841/61650, Landesinstitut Schleswig-Holstein für Praxis und Theorie der Schule, Regionalseminar Nord, Abteilung Husum für Grund- und Hauptschulen

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Der Männerbund als Erziehungsinstrument nationalsozialistischer Pädagogik

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

1. Die Entwicklung des Männerbund-Gedankens wurde dargestellt. "Männerbund" beginnt als Gruppierungsmerkmal der Jahrhundertwende, wird von der Jugendbewegung als Element emotionaler Bindung verstanden, gilt in den zwanziger Jahren als soziale Kategorie und kulminiert in der nationalsozialistischen Ideologie als Erziehungsmittel und Lebensform.

2. Der Begriff des Bündischen enthält für den öffentlichen Konsens im Deutschland der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen sowohl emotionalen als auch einen ethischen Wert.

3. Das Männerbündische spielte in Hitlers Lebenssicht und Handlungswelt jene entscheidende Rolle, die auch seine Privatsphäre weitgehend bestimmte.

4. Die Kategorie des Männerbundes bietet die Chance, in die emotionalen Bezirke der nationalsozialistischen Weltanschauung einzudringen und ihre pädagogischen Absichten und Wirkungen zu studieren.

5. Die Theorie der nationalsozialistischen Pädagogik in ihren beiden Exponenten Krieck und Baeumler erfährt in ihrer Umsetzung in Erziehungspraxis eine weitere Irrationalisierung und ideologische Verschärfung. Am Beispiel der Männerbund-Hypothese wird das sichtbar.

6. Es brechen Gegensätze innerhalb der nationalsozialistischen Weltanschauung auf, z.B. zwischen der Wertschätzung von Männerbünden und der Mystifizierung der Familie, zwischen Heroismus und "Blut und Boden".

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestände

Es wurden herangezogen Quellen und Sekundärliteratur aus den Bereichen: deutsche Volkskunde, allgemeine Ethnologie, deutsche Jugendbewegung, Geschichte des Nationalsozialismus, allgemeine deutsche Geschichte, Geschichte der Pädagogik.

5. Geplanter Abschlußtermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

Die Arbeit wurde im Dezember 1994 abgeschlossen.

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Dissertation

7. Zusätzliche Erläuterungen

Die Dissertation wurde 1994 der Bildungswissenschaftlichen Hochschule Flensburg - Universität vorgelegt. Sie wurde betreut von PROF. DR. ARNOLD STENZEL, Korreferent war PROF. DR. ARTHUR KÜHN. Die mündliche Prüfung hat am 30. November 1995 stattgefunden.

DAS PREUSSISCHE GYMNASIUM 1817-1858

1. Name/ Anschrift/ Institut

PROF. DR. KARL-ERNST JEISMANN, Westfälische Wilhelmsuniversität Münster, Fachbereich 10 Geschichte, Institut für Didaktik der Geschichte, Pferdegasse 1, 48143 Münster

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Das preußische Gymnasium in Staat und Gesellschaft. Höhere Bildung zwischen Reform und Reaktion 1817-1858

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Die Untersuchung ist die Fortsetzung des bereits 1974 erschienenen, nunmehr ersten Bandes "Das preußische Gymnasium in Staat und Gesellschaft. Die Entstehung des Gymnasiums als Schule des Staats und der Gebildeten 1778-1817", der zusammen mit dem Fortsetzungsband in durchgesehener zweiter Auflage erscheint. Die dort beschriebenen Fragestellungen werden für die Geschichte des preußischen Gymnasiums im 19. Jahrhundert fortgesetzt und differenziert. Dabei geht es einerseits um die politischen Zwänge und Bedingungen, welche die Umsetzung der Reformkonzepte beeinflußten, andererseits um die Erfassung der Wirklichkeit höherer Schulen vor Ort, die eine weitere, einschränkende und verändernde Bedingung der Verwirklichung der Reform darstellten. In diesem Spannungsfeld wird die allmähliche Angleichung der verschiedensten Typen der Gymnasien durch die erstarkende staatliche Unterrichtverwaltung bis zur generellen Normierung dieser städtischen "Einheitsschule höherer Bildung" im Vormärz auf den verschiedenen Feldern ihrer Regulierung dargestellt. Die Befindlichkeit der eigentlich Betroffenen - der Lehrer und der Schüler im Binnenraum des Gymnasiums - wird untersucht, wobei soziale Herkunft und Schulkarrieren noch deutlicher als bisher vermutet zeigen, daß das Gymnasium keineswegs nur eine Schule seiner Abiturienten war, sondern im quantitativ höheren Grade zu mittleren Abschlüssen mit den entsprechenden Laufbahnen im Staatsdienste oder seiner Nähe führte.

Die These von der "Krise" des preußischen Gymnasiums nach 1840 wird durch den entschiedenen Wechsel der politisch-pädagogischen Konzeptionen an der Spitze der Administration und die daraus folgenden Konflikte mit einer selbstbewußter werdenden, sich öffentlich artikulierenden Lehrerschaft dargestellt, aber auch im sich verstärkenden Konkurrenzverhältnis zwischen Gymnasium und den aufstrebenden Realschulen gesehen. Der Schwerpunkt des Interesses gilt den Versuchen während der Revolutionszeit, die auseinanderdriftenden Formen höherer Schulen in einer in sich differenzierten, aber gemeinsamen höheren Schule zusammenzuhalten - Bemühungen deren Scheitern im Jahrzehnt der Reaktion zur Entstehung eines differenzierten höheren Unterrichtswesens führten. Mit dieser Wendung beginnt eine neue Phase höherer Bildung im Kontext von Politik und Gesellschaft, welche die Geschichte des preußischen Gymnasiums beendet.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestände

Für den ersten Band wurden die zentralen Spezialakten des deutschen Zentralarchivs Merseburg (schon vor der "Wende" von 1990) benutzt (vornehmlich das REP 76 alt, die Akten des Kultusministeriums, daneben unterschiedliche einschlägige Aktenbestände). Von den veröffentlichten Quellen wurden vor allem die Sammlungen des amtlichen Materials und die Programmschriften der Gymnasien wichtig, die neben Biographien, Briefwechseln, Memoiren und Schulschriften durch ihr statistisches Material sowie wegen der Diskussion aktueller Themen von Bedeutung sind. Erst gegen Ende des untersuchten Zeitraums wird die pädagogische Presse wichtig.

5. Geplanter Abschlußtermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

Erscheinungstermin voraussichtlich Frühjahr 1996 bei Klett-Kotta, Stuttgart

LEHRERLAGER IM NATIONALSOZIALISTISCHEN DEUTSCHLAND

1. Name/ Anschrift/ Institut

ANDREAS KRAAS, Zur Kaute 7, 35041 Marburg/ L.

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Erziehungstheorie und Erziehungswirklichkeit der Lagerpädagogik im Nationalsozialismus

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

"Das Lager" durchzog die gesamte Gesellschaft des nationalsozialistischen Deutschlands. Neben den der Ausgrenzung und Vernichtung dienenden Konzentrationslagern hatte das Lager aber auch 'integrierende' Funktionen zu erfüllen. "Lager" bedeutete paramilitärische und rituelle Elemente verbindendes 'Leben und Arbeiten', kurz: Ausweis nationalsozialistischer 'Haltung' und bildete "das entscheidende Instrument zur Inszenierung der Zwangsgemeinschaft" (Dudek).

Als die Nazis 1933 die Macht 'ergriffen', war das Lager bereits zur selbstverständlichen und natürlichen Lebens- und Erziehungsform avanciert. In der (bündischen) Jugendbewegung entstanden, in der Erwachsenenbildung erprobt, entwickelte es sich nach der Einführung des Freiwilligen Arbeitsdienstes (FAD) in der Gesellschafts- und Wirtschaftskrise der Weimarer Republik zum überparteilich akzeptierten Instrument zur Schaffung der ersehnten "Volksgemeinschaft".

Von den Lehrerverbänden wurde der FAD nicht nur als alternatives Beschäftigungsfeld für arbeitslose (Jung-)Lehrer diskutiert. Der Arbeitsdienst im Arbeitslager junger Lehrer wurde bald als Hauptqualifikation der künftigen "Volkserzieher" wahrgenommen und in selbstorganisierten Versuchen seit 1932 erprobt.

Als der Reichserziehungsminister Rust im Juni 1934 die 'Überholung' der Lehrer in Schulungslagern propagierte, hatte er an diese Entwicklungen angeknüpft und sie autoritär gewendet: "Nationaler Sozialist wird man nur im Lager und in der Kolonne." Die Lehrerschaft sollte künftig ihre weltanschaulichen und fachlichen Qualifikationen im Schulungslager erwerben und beweisen.

Bis 1945 dürfte jede Lehrerin und jeder Lehrer zumindest einmal bis zu 3 Wochen in den von verschiedenen Trägern durchgeführten Lagern verbracht haben. Die Dissertation wird diese Lehrerlager anhand von 4 Aspekten untersuchen:

  1. Die Übernahme der Lagererziehung durch den Nationalsozialismus 1932/33.
  2. Die Nazis stellten den Erlebnisbegriff in das Zentrum ihrer Lagerpädagogik. Ursprung und Reichweite dieses Ansatzes werden aufzuzeigen sein.
  3. Erarbeitung der Verwaltungs- und Kompetenzstrukturen der Lehrerlager (Reichserziehungsministerium, Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht und Nationalsozialistischer Lehrerbund).
  4. Die Erziehungsrealität der Lehrerlager im Spannungsverhältnis von Anspruch, Wirklichkeit und Reaktion der Betroffenen.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestände

Archivalien aus den Abteilungen des Bundesarchivs und Archiven in Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen u.a.; Periodika und Literatur bis 1945

5. Geplanter Abschlußtermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

Herbst/ Winter 1996

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Dissertation (Betreuung: PROF. DR. HANNO SCHMITT, Potsdam)

7. Zusätzliche Erläuterungen

Das Projekt versteht sich als Beitrag zu der bisher nur unzureichend erfolgten Erforschung der Arbeit von Reichserziehungsministerium, Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht und (mit Einschränkungen) des NSLB in der NS-Zeit.

WILHELM KIRCHER (1898-1968):
REFORMPÄDAGOGE - NATIONALSOZIALIST -
KULTURENTHUSIAST

1. Name/ Anschrift/ Institut

JÖRG-W. LINK, Universität Potsdam, Lehrstuhl Historische Pädagogik, Postfach 601553, 14415 Potsdam

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Wilhelm Kircher (1898-1968): Reformpädagoge - Nationalsozialist - Kultur-enthusisat

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Wilhelm Kircher gehörte in der Weimarer Zeit zu den bekanntesten Protagonisten einer reformpädagogisch orientierten Landschulreform und war gleichzeitig ein Pionier des Schulfunks. In der letzten Phase des 'Dritten Reiches' entwickelte er sich zu einem der aktivsten und publikationsfreudigsten Funktionäre im Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB). Und in der Bundesrepublik machte er sich erneut als Landschulreformer und nun auch als Erwachsenenbildner einen Namen. Dieser ist in der bildungshistorischen Forschung indessen völlig unbekannt. In der pädagogisch-politischen Biographie Wilhelm Kirchers bündeln sich exemplarisch Fragen nach Modernität, Kontinuität und Diskontinuität von Schulreform zwischen 1920 und 1960. Eine solche Analyse dieses Kapitels der deutschen Bildungsgeschichte gibt es bislang nicht. Wenngleich das Projekt biographisch angelegt ist, so beschränkt sich die Untersuchung nicht nur auf die pädagogische Praxis Kirchers und auch nicht auf die diese Praxis tragende Theorie, sondern kontextualisiert seine Arbeit mit Methoden sozialgeschichtlicher Biographieforschung in den jeweiligen historischen und pädagogischen Zusammenhängen. Dies ist allein schon deshalb notwendig, weil zentrale Aspekte von Kirchers Engagement historiographisch noch überhaupt nicht bzw. nur in Ansätzen bearbeitet wurden: die strukturelle, politische Zäsuren übergreifende Entwicklung der Landschule im 20. Jahrhundert und ihr nachweisbarer Zusammenhang mit der Reformpädagogik; ebenso die Anfänge einer schülerorientierten Medienpädagogik im Kontext der Reformpädagogik, um nur die wichtigsten zu nennen.

Zwischen 1923 und 1934 leitete Kircher eine einklassige ländliche Versuchsschule im Westerwald, die unter dem Namen "Das Haus in der Sonne" international bekannt wurde und zahlreiche pädagogisch interessierte Besucher anzog. In diesem milieu- und schülerorientierten Schulversuch bemühte er sich um eine praktische Umsetzung reformpädagogischer Methoden und Motive (v.a. Projektunterricht, Selbsttätigkeit, Schülermitverantwortung) zugeschnitten auf die Verhältnisse einer einfachen Dorfschule. Methodisch-didaktisch modernisierte er seinen Unterricht, indem er u.a. das damals noch junge Medium Rundfunk schüleraktiv und damit emanzipatorisch einsetzte (z.B. im Jahr 1930 live-Sendungen aus der Schule). Kircher engagierte sich darüber hinaus im "Weltbund für Erneuerung der Erziehung" für eine internationale Kommunikation unter den Landschulreformern, publizierte u.a. in der Zeitschrift des Weltbundes "Das werdende Zeitalter" und gehörte auch zu den wenigen Landschulreformern, die ihr Projekt in der erziehungswissenschaftlich orientierten Zeitschrift "Die Erziehung" der Fachöffentlichkeit präsentieren konnten. War Kirchers pädagogische Praxis bis 1933 primär pädagogisch ausgerichtet und auch von seinen kulturpädagogischen und literarischen Ambitionen stark geprägt, so vollzog sich nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler eine Selbstgleichschaltung, die im erfolgten Ausmaß nach den bis dahin vorliegenden Quellen völlig unerwartet war. Mit seiner Versetzung nach Winningen/Mosel und der damit verbundenen Beförderung zum Hauptlehrer begann 1934 eine Karriere Kirchers im NSLB, die ihn 1939 zum Reichsreferenten für Landschulfragen und 1941 gar zum Reichsfachschaftsleiter der Fachschaft IV (Volksschulen) im NSLB machte. Mit dieser Selbstgleichschaltung ging eine Nazifizierung der Unterrichtsinhalte einher, die schließlich eine Ideologisierung der gesamten Schulreform zur Folge hatte. Schlüsselthemen waren dabei u.a. "Schule und Leben" und "Persönlichkeit und Gemeinschaft". Während sich in der methodisch-praktischen Arbeit Kirchers eine relativ große Kontinuität nachweisen läßt, entfernte er sich mit der Ernennung zum Reichsfachschaftsleiter zunehmend von seinen reformpädagogischen Ursprüngen und entwickelte sich vom pädagogischen Reformer zum radikalen Propagandisten. Dabei demonstrierte er eine äußerst unkritische und politisch verständnislose 'Führergläubigkeit'. Die Ambivalenz Kirchers, die Gleichzeitigkeit von aufgeschlossenem pädagogischem Engagement für seine Schüler und ideologischer Propaganda für den NS-Staat, machen den Fall Kircher zu einem Modellobjekt, an dem sich das Verhältnis von Reformpädagogik und Nationalsozialismus quellenorientiert und ohne Spekulationen diskutieren läßt. Als mit der 'Stillegung' des NSLB 1943 Kirchers pädagogisches Arbeitsfeld schließlich völlig wegbricht, erreicht der Prozeß der kumulativen Radikalisierung seinen Höhepunkt: im März 1944 wird er zum "Reichsbeauftragten für die weltanschauliche Schulung der deutschen Erzieher" im Hauptschulungsamt der NSDAP ernannt. Auf diesen steilen, aufgrund der Zeitumstände jedoch weitgehend wirkungslos gebliebenen Aufstieg in der Zusammenbruchsgesellschaft, folgte der tiefe Fall ins Bodenlose. Nach Entnazifizierung und Jahren bitterster materieller wie seelischer Not, die auch seine Frau und die vier Kinder stark belastete, wurde Kircher 1950 wieder in den Schuldienst eingestellt. Wieder Lehrer an einer einklassigen Dorfschule (in Hardert bei Neuwied) begann er erneut mit reformpädagogischer Schularbeit und gründete ein zweites "Haus in der Sonne". Trotz oder auch gerade wegen dieser Wiederanknüpfung an sein bekanntes reformpädagogisches Projekt zeichnete sich ab Mitte der 50er Jahre teils aus pädagogischer Resignation, teils aber auch aus politischer Einsicht eine Verlagerung seines Arbeitsschwerpunktes von der Schulpädagogik zur Erwachsenenbildung ab. Neben die Frage nach pädagogischer Kontinuität tritt hier auch die Frage nach möglichen individuellen biographischen Lernprozessen. Einmal Nazi - immer Nazi? Kircher setzte sich entschieden mit seiner eigenen Rolle im Nationalsozialismus auseinander. Wenn diese Aufarbeitung auch weitgehend im stillen geschah, so beweisen doch v.a. seine späten Veröffentlichungen, daß er sich angesichts seiner eigenen Schuld bewußt für Demokratie, Pluralität und Aufklärung (besonders im ländlichen Raum) engagierte.

Diese wenigen Bemerkungen verdeutlichen schon, daß ein mehrdimensionales Gesamtbild von Kirchers Biographie ebenso wie von der Landschulentwicklung nur durch ein kontrolliertes Wechselspiel von real-, sozial-, struktur- und ideengeschichtlichen Forschungsperspektiven zusammengesetzt werden kann. Dabei sowohl Kirchers individuelle Bedeutung wie auch den bildungshistorischen Kontext seiner Biographie zu verdeutlichen, ist ein wesentliches Anliegen der Untersuchung.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestände

Veröffentlichungen Wilhelm Kirchers: 535 Titel (pädagogisch und teilweise literarisch); zeitgenössische Veröffentlichungen über Kircher und dessen Arbeit (überwiegend Besucher- und Tagungsberichte, selten wiss. Auseinandersetzungen): ca. 150 Titel; ca. 150 Fotos; Schülerarbeiten und -zeitschriften, Zeitzeugeninterviews; Rundfunksendungen; umfangreiche Archivbestände u.a. aus folgenden Archiven: Bundesarchiv Koblenz-Potsdam-Zehlendorf; Landeshauptarchiv Koblenz; Stadtarchiv Frankfurt/M.; Stadtarchiv Mainz; Deutsches Rundfunkarchiv; Historisches Archiv des WDR; Schallarchiv des SWF; diverse Schularchive (Altenkirchen, Winningen, Rengsdorf); private Sammlungen.

5. Geplanter Abschlußtermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

voraussichtlich Ende 1996

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Dissertation (Betreuung: PROF. DR. HANNO SCHMITT, Potsdam)

LEHRERAUSBILDUNG IN DRESDEN 1945-1959

1. Name/ Anschrift/ Institut

DR. SYLVIA MEBUS, Staatliches Seminar für das Höhere Lehramt an Gymnasien, Altroßthal 2a, 01169 Dresden

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Lehrerausbildung in Dresden 1945-1959 - Stellung und bildungtheoretische Fundierung der Pädagogik zwischen humanistischer Tradition und Sowjetisierung

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Die Arbeit will, bezugnehmend auf den bildungstheoretischen Anspruch in der Pädagogikausbildung in der Dresdner akademischen Lehrerausbildung der Weimarer Republik, untersuchen, inwieweit Traditionelles im Lehrerstudium nach 1945 in Dresden aufgegriffen wurde, welche neuen Ansätze gelegt und favorisiert wurden, sowie aus welchen Gründen, wie und mit welchen Konsequenzen historisch Gewachsenes zunehmend zurückgedrängt, aufgegeben und schließlich negiert wurde. Dabei wird die an den einzelnen Dresdner Lehrerausbildungseinrichtungen unterschiedlich verlaufene Entwicklung und beabsichtigte Profilierung im Kontext zentral angewiesener Entscheidungen aufgezeigt, welche in ihren ideellen, administrativen und institutionellen Maßgaben hinterfragt werden. Im Zentrum der Untersuchung steht die Pädagogikausbildung für die Studiengänge der Lehrämter an Grund-, Mittel-, Ober- und Berufsschulen in der Dresdner Neulehrerausbildung, der Pädagogischen Fakultät der Technischen Hochschule Dresden, dem Institut für Lehrerbildung und dem Pädagogischen Institut Dresden. Pädagogik wird hier gefaßt als theoretische und historische Pädagogik. Die verschiedenen Auffassungen von "Einheitlichkeit" in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und in der Sowjetischen Besatzungszone/DDR in der Dresdner Lehrerausbildung dabei miteinander zu vergleichen, ist ein Teilaspekt der Untersuchungen.

Es wird aufgezeigt, welchen Stellenwert Pädagogik im Rahmen der Lehrerausbildung in den einzelnen Abschnitten des Untersuchungszeitraums einnahm und wie versucht wurde, das pädagogische Paradoxon von Selbst- und Fremdbestimmung unter den jeweils dominanten erziehungstheoretischen, politischen und geistig-kulturellen Einflüssen einer Lösung zuzuführen. Somit kann die in der pädagogischen Historiographie der früheren DDR heroisierte Anfangsphase der Lehrerausbildung nach 1945 auf ihre tatsächlichen Leistungen hin überprüft, die Kompliziertheit des Suchens nach tragfähigen Lösungen auf der Grundlage einer soliden Quellenbasis dargestellt, das Wirken der die Pädagogikausbildung maßgeblich prägenden Wissenschaftler herausgestellt und somit die gelegentlich anzutreffende These von der einheitlichen Vermittlung einer staatspädagogischen Theorie in bezug auf Dresden widerlegt werden.

Es wird der Nachweis erbracht, in welchem Maße es unter dem Führungsanspruch der SED und der daraus resultierenden Schulpolitik unter dem Blickwinkel der Monopolisierung der Weltanschauung des Marxismus-Leninismus als der einzigen zugelassenen methodologischen Grundlage in Dresden gelang, das Wissenschaftsverständnis von Pädagogik zu kanalisieren und zu lehren. Dabei werden Bestrebungen von Bildungspolitikern und Wissenschaftlern hinsichtlich der Sowjetisierung der pädagogischen Theorie ebenso wie öffentlich bekundeter Widerspruch gegen diese Absichten und Maßnahmen herausgearbeitet. Sich daraus ergebende Konsequenzen für die personelle Besetzung des Lehrkörpers sowie für die Auswahl der Schüler- bzw. Studentenschaft an den einzelnen Institutionen werden aufgezeigt.

Der Vergleich mit der Entwicklung weiterer Lehrerausbildungseinrichtungen in der SBZ/DDR soll Typisches in Dresden kennzeichnen und gleichzeitig grundsätzliche Entwicklungslinien verdeutlichen.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestände

Archivalien:

private Aufzeichnungen ehemaliger Lehrerstudenten; Gesetze und Verordnungen; Theoretische Abhandlungen, Monographien, Aufsätze; Studienprogramme

5. Geplanter Abschlußtermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

Mitte 1997

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Habilitationsschrift

PESTALOZZI & REFORMPÄDAGOGIK IN JAPAN

1. Name/ Anschrift/ Institut

PROF. DR. TOSHIAKI MIYAZAKI, Universität Kagoshima, Päd. Fak., Kohrimoto 1, Kagoshima 890 JAPAN

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

1. Pestalozzi und seine Lektüre

2. Reformpädagogik in Japan

3. Erziehungslehre im vormodernen Japan

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

2. a. Rezeptionsgeschichte der deutschen Pädagogik in Japan

b. die Bedeutung von Paul Natorp und Eduard Spranger für die Reformpädagogik in Japan

5. Geplanter Abschlußtermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

2. Manuskript liegt vor

PESTALOZZIS BEZIEHUNGEN ZU SCHLESWIG-HOLSTEIN

1. Name/ Anschrift/ Institut

PROF. EM. DR. ARNOLD STENZEL, Institut für Allgemeine Pädagogik, Bildungswissenschaftliche Hochschule Flensburg Universität, Mürwiker Straße 77, 24943 Flensburg, privat: Lärchenhof 4, 24944 Flensburg

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Pestalozzis Beziehungen zu Schleswig-Holstein, insbesondere zum sog. "Emkendorfer Kreis".

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Mit dieser Untersuchung soll ein Beitrag geleistet werden zur Wirkungsgeschichte Pestalozzis und zur schleswig-holsteinischen Geistes- und Bildungsgeschichte. Ausgangspunkt ist die 1791 erschienene Schrift "Sonntagsfreuden des Landmannes" der Gräfin Julia von Reventlow auf Emkendorf, der "Seele" des Emkendorfer Kreises, eines lockeren Zusammenschlusses von Angehörigen des schleswig-holsteinischen Adels und des gebildeten Bürgertums, der im geistigen und politischen Leben Schleswig-Holsteins um 1800 eine nicht unbedeutende Rolle spielte.

In dem für ihre Gutsuntertanen gedachten, belehrenden und erbauenden Buch hat die Gräfin neben Claudius und Rochow vor allem Pestalozzi "plagiiert" durch Übernahme der Grundzüge der Handlung und vieler Partien aus dem 1., 2. und 3. Teil von "Lienhard und Gertrud". Der Textvergleich soll zeigen, wie die Gräfin den pestalozzischen Text nicht nur den Verhältnissen auf einem holsteinischen Dorf, sondern auch ihren eigenen vergleichsweise konservativeren Vorstellungen und ihrer schwärmerischen Religiosität anpaßt.

Obwohl Pestalozzi mehr oder weniger enge Beziehungen zu etlichen Angehörigen des Emkendorfer Kreises hatte (Nicolovius, F. L. Stolberg, F. H. Jacobi, Baggesen, Lavater), gibt es bislang keinen Beleg dafür, daß er das Buch gekannt hat und wie er es beurteilt hat. Daß Nicolovius an der Erstellung der Manuskriptes beteiligt gewesen war, scheint festzustehen - in welchem Umfang und wie tiefgreifend, ist ebenfalls bis jetzt unbekannt. Beide Fragen können mit Hilfe des bis jetzt veröffentlichten biographischen Materials nicht beantwortet werden.

5. Geplanter Abschlußtermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

Die Literaturrecherchen sind weitgehend abgeschlossen, die Archivrecherchen haben begonnen.

POLNISCHE BILDUNGSARBEIT IN POMMERN 1871-1914

1. Name/ Anschrift/ Institut

PROF. DR. HABIL. TERESA WRÓBLEWSKA, vice Dekan der Pädagogischen Universität Piotrków Trybunalski Str. 116/118, Privat: 97-300 Piotrków Trybunalski Str. Slowackiego 182 blok 53 m. 30

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Geschichte der Bildungs- und Erziehungsarbeit der polnischen gesellschaftlichen Organisationen in Pommern in den Jahren 1871-1914

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Die Bildungspolitik der Preussischen Behörden. Die Formen des Kampfes gegen die Germanisierung, sein Umfang und seine Intensität hingen von vielen Faktoren ab. Einer der wichtigsten war der Entwicklungsgrad des Nationalbewußtseins, dann die zahlenmäßige Stärke der Polen, ihre soziale und konfessionelle Struktur. Unterschiedlich war auch die Intensität des Kampfes der polnischen Gesellschaft gegen die antipolnische Politik Preussens.

Zusammenfassend muß man feststellen, daß sich in den Jahren 1871-1914 im Danziger Pommern tiefgreifende Veränderungen vollzogen. Die Veränderungen standen immer in einem engeren oder loseren Zusammenhang mit dem Nationalkampf. Die dominierende Rolle des Adels und der Großgrundbesitzer schwand langsam, und ihren Platz besetzten die Intelligenz und die Bauern. Ein charakteristisches Merkmal der Polen im Danziger Pommern ist die Entwicklung des Nationalbewußtseins.

Die Entstehung der polnischen Preussen in Pommern. Ein prägnanter Zug der Zeitungen aus dem Danziger Pommern der zu besprechenden Periode war das Anknüpfen an den Ideengehalt und an den kulturellen und volksbildenden Ertrag ihrer Vorgängerinnen, an den Kampf gegen die Germanisierungsgelüste der Deutschen, manchmal an die Kritik der preussischen Gesellschaftsordnung und der feudalen Privilegien und immer an die Verteidigung des Polentums. Einige Zeitungen nutzten nun die Erfahrungen der ersten Verlagsversuche der am 2. Juli 1848 in Chelmo entstandenen "Szkólka Narodowa".

Nadwislanin wollte eine Zeitschrift für das Volk sein. Die nationalistische Politik der preussischen Junker strebte die Konfrontation der polnischen Nation mit der ganzen deutschen Gesellschaft an.

Gesellschaftlich-politische Gruppierungen der bildungskulturellen Tätigkeit der polnischen Organisationen im Danziger Pommern in den Jahren 1871-1914 sowie ihre Entstehung und ihre Ergebnisse waren die ganze Zeit über Exponenten der gegenseitigen Beeinflussung verschiedener Komponenten, vor allem nationaler und politisch-ökonomischer, aber auch anderer wie z.B. konfessioneller, ideologischer, bildungskultureller und organisatorischer. Diese Komponenten wiederum waren einerseits ein Ergebnis der inneren Entwicklung der polnischen und der deutschen Gesellschaft, andererseits ein Ergebnis ihrer gegenseitigen Beeinflussung.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestände

Materialien aus Bibliotheken, Forschungsinstituten, Universitäten, DZA Merseburg, Rep.77, C.B.S.DZA Potsdam, Reichskanzlei I, gr 28

5. Geplanter Abschlußtermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

Dezember 1996

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

andere Publikationsform

7. Zusätzliche Erläuterungen

Die antipolnische Volksbildungspolitik wird auf der Grundlage jahrelang in deutschen und polnischen Archiven gesammelten Materials dargestellt. Diese Arbeit stellt Funktionen, Arbeitsformen und -methoden der polnischen Organisationen in den Jahren 1871-1914 dar.

4. Nachrichten und Berichte


"VERWEIGERUNG, PROTEST, OPPOSITION UND WIDERSTAND VON JUGENDLICHEN IN BEIDEN DEUTSCHEN STAATEN IN DEN 50ER JAHREN"

Bericht über die 5. Tagung des Arbeitskreises "Historische Jugendforschung" in Bogensee, 22.-24. November 1995

Der Arbeitskreis "Historische Jugendforschung" ist ein im Jahre 1990 konstituiertes lockeres Gremium, dem jüngere und ältere, west- und ostdeutsche Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen angehören, die sich mit Jugendforschung im weitesten Sinne beschäftigen. Seit 1991 führt der Arbeitskreis einmal jährlich eine dreitägige Veranstaltung durch, die 1991 im Archiv der deutschen Jugendbewegung, Burg Ludwigstein, 1992 im Archiv der deutschen Arbeiterjugendbewegung, Oer-Erkenschwick, 1993 im Westfälischen Institut für Regionalgeschichte, Münster, und 1994 im Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig stattfand. Die Themen der Tagungen sind jeweils so konzipiert, daß ein übergreifendes (jugend)geschichtliches Thema der deutschen Nachkriegsgeschichte aufgegriffen und aus ost- und westdeutscher Perspektive behandelt wird (1993 z.B. "Die deutsche Jugend zwischen Hitler- und Nachkriegsdeutschland" oder 1994 "Die Jugend und das Ausland im Nachkriegsdeutschland").

Gegenstand der nunmehr 5. Tagung, die im November 1995 auf dem Gelände der ehemaligen Jugendhochschule der FDJ in Bogensee, dem jetzigen Internationalen Bildungscentrum stattfand und vom Landesbüro Brandenburg der Friedrich-Ebert-Stiftung finanziell und organisatorisch unterstützt wurde, waren verschiedenartige Erscheinungsformen von unangepaßtem, nonkonformem Verhalten Jugendlicher in beiden deutschen Nachkriegsstaaten in den 50er Jahren, wobei versucht wurde, eine möglichst große Bandbreite - von unpolitischem Protestverhalten bis hin zu politisch motivierter Fundamentalopposition von Jugendlichen - zu erfassen.

Die Referenten, Zeitzeugen und Teilnehmer der Konferenz stammten etwa je zur Hälfte aus den alten und den neuen Bundesländern. Ein besonderer Reiz bestand in der Gegenüberstellung von Opposition und Widerstand in Ost- und Westdeutschland, wobei natürlich die unterschiedlichen Ausgangssituationen und Rahmenbedingugen für widerständisches Verhalten Berücksichtigung fanden. Dadurch daß die meisten Themen durch einen retrospektiv betrachtenden, zumeist aktengestützt forschenden Historiker und einen "dabeigewesenen" Zeitzeugen behandelt wurden - ein Prinzip, das zum methodischen Instrumentarium unserer Tagungen gehört -, entstand oft ein einzigartiges, produktives Spannungsverhältnis und ein plastischer Blick auf das betreffende Ereignis.

Einleitend skizzierte M. BUDDRUS (Potsdam) historische Rahmenbedingungen, methodische Probleme, Chancen, Gefahren und Potenzen vergleichender Jugendwiderstandsfoschung. Die Anfänge der Kriegsdienstverweigerung und der Ostermarschbewegung in der frühen Bundesrepublik waren Gegenstand der Ausführungen von H. HALBERSTADT (Frankfurt/M.), während J. ZINNECKER (wie der folgende Siegen) über die westdeutsche Halbstarkenbewegung der 50er Jahre referierte und u.a. der Frage nachging, ob diese ein Vorläufer, gewissermaßen die proletarische Seite der bürgerlichen 68er Generation darstellte. In einer Abendveranstaltung präsentierte J. REULECKE eine Auswahl zeitgeschichtlicher Dokumentarfilme, die auf anschauliche Weise sowohl die politische Entwicklung als auch das gesellschaftspolitische Klima, mithin die Rahmenbedingungen für Jugendprotest in Westdeutschland beleuchteten.

Am Beispiel des "Eisenberger Kreises" stellten P.V.Z. MÜHLEN als Historiker und J. FRÖMEL (beide Bonn) als Zeitzeuge die Herausbildung, Aktivitäten und Verfolgung dieser größten bislang bekannten jugendlichen Widerstandsgruppe der DDR dar, und J. OSTERLOH (Dresden) analysierte Beispiele studentischer Opposition an der Universität Halle, wobei ihm H. HENNIG (Köln), den die sowjetischen Besatzungsbehörden zur Zwangsarbeit in Workuta verurteilt hatten, als Zeitzeuge eindrucksvoll assistierte. Dagegen wirkten die von U. SCHUSTER (wie die folgende Berlin) vorgestellten Reformversuche eines studentischen "Jakobinerklubs" an der Berliner Humboldt-Universität im Jahre 1956 schon von den Intentionen der Beteiligten her bescheidener und hatten auch nicht die gravierenden lebensbedrohenden Folgen für die Betroffenen. Einem anderen, jugendliche Lebenswirklichkeit radikal verändernden Problemkreis spürte D. ZILCH nach, der Frage nämlich, ob die "Republikflucht" von Jugendlichen als Widerstand gegen die DDR zu interpretieren sei, und/oder welche anderen Motivlagen für das Verlassen des Landes außerdem zu berücksichtigen seien.

Dem Problemkreis Staat-Kirche-Jugend waren zwei Doppelbeiträge gewidmet: assistiert von Bischof a.D. G.FORCK (Rheinsberg) untersuchte P. HELMBERGER (Berlin) das differenzierte Verhalten evangelischer Kirchenleitungen der DDR zu den nonkonformen Jugendlichen des Landes, das sich zwischen den Positionen Ausgrenzung, Integration und Schutz bewegte, während H. WENTKER (Potsdam), begleitet von G. WIRTH (Berlin) als Zeitzeugen, über die Einschätzung der Gruppen der jungen Gemeinde durch die SED und die Ost-CDU referierte, deren Aktivitäten im Spannungsfeld zwischen Jugendarbeit und Jugendopposition wahrgenommen wurden. Aspekte sozialdemokratisch orientierten Protestverhaltens wurden ebenfalls in zwei Doppelbeiträgen behandelt. So gab M. SCHMIDT (wie die folgende Berlin) einen Überblick über die Auseinandersetzungen der Berliner "Falken" mit der beginnenden Remilitarisierung und Atombewaffnung der Bundesrepublik, während die Zeitzeugin CH. DITTNER das erste deutsche "sit in", die Besetzung des Berliner Hermannplatzes durch Jugendliche und die Auseinandersetzungen mit der Polizei schilderte. H. WESTPHAL (Bonn), in den 50er Jahren Vorsitzender der "Falken", leitete den Vortrag von J. GERULL ein, der als damaliger Leiter des Referates "Mitteldeutschland" der "Falken" einige vorwiegend auf Ostberlin und die DDR gerichteten Aktivitäten dieser Organisation erläuterte. Angeregt durch einen einleitenden Vortrag von H. MEHRINGER (München) diskutierte das Plenum in einer zweiten Abendsitzung die Frage, ob und - wenn ja - welche Forschungsmethodiken zur Widerstandsforschung zum Nationalsozialismus auf die Nachkriegszeit übertragen werden können.

Mit der Vorstellung und Diskussion regionaler Beispiele von Opposition und Widerstand von Schülern klang die Tagung aus. B. GEBHARDT (Berlin) berichtete über mit Mauerbau und Einführung der Wehrpflicht zusammenhängende Schülerproteste an der Erweiterten Oberschule Anklam im Jahre 1961, dabei unterstützt von R. PENZEL (Prenzlau), der als einer der damaligen "Rädelsführer" eine mehrjährige Haftstrafe verbüßen mußte. F. BOLL (Bonn), sekundiert von A. SKRIVER (Köln), machte anhand interessanter Biografien den Weg und die Aktivitäten von Jugendlichen bekannt, die in der Schülerselbstverwaltung begannen und bis zur Beteiligung an der Kampagne "Kampf gegen den Atomtod" reichten. Ausgehend von der Situation Dresdener Oberschüler an der Schwelle des Kalten Krieges und auf dem Höhepunkt des Stalinkultes entwickelte J. PETZOLD (Berlin) übergreifende Gedanken, die bis in die deutsch-deutsche Gegenwart führten und auch deren Reflektion im Wissenschaftsbetrieb berührten.

Es ist beabsichtigt, die Tagungsbeiträge in der von U. HERMANN (Ulm/ Tübingen) herausgegebenen Reihe "Materialen zur Historischen Jugendforschung" zu veröffentlichen.

MICHAEL BUDDRUS, POTSDAM

FRÖBEL-BRIEFE - EINE SUCHAKTION

Im "Rundbrief" 2/1995 (S. 39f. 51f.) der Historischen Kommission der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft wird die Vorbereitung einer Gesamtausgabe der Briefe FRIEDRICH FRÖBELS (17821852) an der Fröbel-Forschungsstelle der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg angezeigt. Im Laufe der Sammlung und Registrierung des Briefmaterials wurde über die Auswertung der drei Hauptteilnachlässe ("Berliner Nachlaß" in DIPF.BBF / Archiv. APWA; "Keilhauer Nachlaß" in der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz; Bestände des Fröbelmuseums Bad Blankenburg) hinaus eine Vielzahl von Briefbeständen geringeren Umfangs im In- und Ausland archivalisch erschlossen. So wurden als verloren geltende Originale wiedergefunden und ferner bislang gänzlich unbekannte Dokumente aufgefunden und bearbeitet.

Entwürfe und Notizen Fröbels belegen die Abfassung und Absendung einer Vielzahl weiterer Briefe. Die bisherigen Funde lassen es als wahrscheinlich erscheinen, daß noch das eine oder andere Briefdokument in öffentlichen oder privaten Archiven erhalten ist, mit einschlägig publizierten Verzeichnissen aber nicht ermittelt werden kann. Analoges läßt sich für Briefe an Fröbel oder - mit geringerer Wahrscheinlichkeit - für andere Fröbel-Autographen vermuten.

Sollten Leser und Leserinnen des "Rundbriefs" über weitere Informationen verfügen oder bei ihren bildungsgeschichtlichen Forschungen auf Hinweise auf einzelne Fröbelbriefbestände oder auf andere relevante Autographen in öffentlicher oder privater Hand stoßen (ggf. auch auf ältere Spuren, die sich eventuell weiterverfolgen ließen), wäre die Leitung der Fröbel-Forschungsstelle für entsprechende Mitteilungen unter folgender Kontaktadresse dankbar:

Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, FB 2, Fröbel-Forschungsstelle, UNIV.-PROF DR. HELMUT HEILAND, Lotharstr. 65, 47048 Duisburg, Tel.: (0203) 379-2420; (0203) 379-2328; (0203) 411436, Fax: (0203) 379-2437.

SCHULGESCHICHTLICHE SAMMLUNG BERLIN-NEUKÖLLN

Parallel zur Jahresausstellung "Die ideale Schule" (5/93 bis 4/94) hat das Heimatmuseum Berlin-Neukölln eine Dokumentation der schulgeschichtlichen Sammlung des Heimatmuseums Neukölln einschließlich der Aktenbestände des Bezirksarchivs Neukölln - so der Untertitel der Veröffentlichung - erstellt. Von Protokollbüchern alter Rixdorfer Schulen über zahlreiche Fotos bis hin zu Schulmöbeln sind darin alle Schriften, Dokumente und Objekte aufgeführt und nach Möglichkeit einem Schulstandort unter seiner heutigen Schulanschrift zugeordnet.

Unsere Sammlung umfaßt schwerpunktmäßig die Zeit der Reformpädagogik in Berlin-Neukölln und soll für die Reformschulen und Schulversuche der 50er, 60er und 70er Jahre fortgeführt werden. Ein Großteil dieser Sammlung ist inhaltlich erschlossen durch unsere beiden umfangreichen wissenschaftlichen Bücher zur Ausstellung (und viele darauf aufbauende Einzelveröffentlichungen). Diese Bände, die unter dem Titel "Schulreform, Kontinuitäten und Brüche, Das Versuchsfeld Berlin-Neukölln (Bd.1: 1912-1945; Bd.2: 1945-1972 mit Register und eigenem biographischen Teil) im Buchhandel sind, bieten gleichzeitig einen guten Überblick über den Bildbestand des Museums. Herausgeber sind die Autoren GERD RADDE, WERNER KORTHAASE, RUDOLF ROGLER und UDO GÖSSWALD.

Die über 3000 Dokumente, Fotos und Objekte sind unter Verwendung des Dokumentationssystems LIDOS der Doris-Land-Software auch unter Suchbegriffen zu ermitteln. Zur Zeit arbeiten wir daran, unsere Sammlung und Datenbank auch für Nutzer aus Schulen und die Forschung zugänglich zu machen. Wir bemühen uns, dieses Ziel noch vor Ende 1996 zu erreichen. Interessenten bitten wir, sich vorher schriftlich mit ihrer Anfrage (Fax 6809-3811 z.Hd. von FRAU SCHMIDT oder HERRN ROGLER) an uns zu wenden und dann möglichst telefonisch in der Sprechstunde (mittwochs 13 bis 16 Uhr, unter 6809-2879) mit dem Museumslehrer, dem Autor dieser Zeilen, Kontakt aufzunehmen. Für sehr dringliche Anfragen versuchen wir weiterhin, schon vorher behilflich zu sein.

Die Dokumentation enthält weiterhin eine Schulliste der Rixdorfer/Neuköllner Schulen dieses Jahrhunderts, mit allen bekannten Schulnummern und Namen, die für viele zum einzigen bezirklichen Nachschlagmittel geworden ist. Sie ist nach den Ortsteilen des Bezirks untergliedert, mit den heutigen Schulanschriften versehen und nach heutigen Schulzweigen und dem Alter der Gebäude geordnet.

"Stichwort Schulgeschichte. Dokumentation der schulgeschichtlichen Sammlung des Heimatmuseums Neukölln ..." ist als Sonderheft Nr. 3 der Mitteilungen und Materialien der AG Pädagogisches Museum 1994 in Berlin erschienen und dort zu beziehen (Schulmuseum des Stadtmuseums Berlin, z.Hd. Frau R. WEBER, Wallstr. 32, 10179 Berlin, Tel.: 275 03 83; 382 S. A 4, 20,- DM)

Eine Reihe neuerer Spenden und sehr interessanter Nachlässe wollen wir in den nächsten Monaten in unser elektronisches Bestandsverzeichnis einarbeiten und hoffen, die begonnene Arbeit in vertiefenden neuen Projekten fortsetzen zu können, zumal weitere wichtige Themen der Neuköllner Schulgeschichte noch auf eine Bearbeitung warten.

Kontaktadresse: RUDOLF ROGLER, Heimatmuseum Neukölln , Ganghoferstr.3-5, 12043 Berlin-Neukölln.

ARCHIV DER DEUTSCHEN JUGENDBEWEGUNG

(Aus den Mitteilungen des Archivs 1995) Wie in jedem Jahr kann berichtet werden: Die Bestände des Archivs wachsen stetig, in einigen Abteilungen sprunghaft an. Nachlässe und Schenkungen, gelegentlich auch Erwerbungen, sorgen für Zuwachs und Ergänzung.

Zu nennen ist vor allem der Bereich Pfadfinderbewegung. Was 1993 schon angekündigt wurde, ist in diesem Jahr realisiert worden. Das Zentralarchiv der Pfadfinderinnen- und Pfadfinderbewegung (ZAP), bisher in von der Stadt gestellten Räumen in Nordenham untergebracht und ehrenamtlich von DIETER SAWITZKY betreut, ist nun auf dem Ludwigstein deponiert. Insgesamt fast 12 Kubikmeter umfassend und genau 3.024 Kilogramm wiegend, Bücher, Zeitschriften, Akten und Fotoalben umfassend, harrt das Material seiner Ordnung und Verzeichnung. Bereits auf dem Ludwigstein vorhanden und weitgehend erschlossen sind die umfangreichen Archive des Bundes Deutscher Pfadfinder/innen (BDP) und des Bundes der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP). Hinzu kommen sukzessive zwei private Sammlungen, von JÜRGEN W. DIENER (Karben) und WOLF KUHNKE (Siegen). Gemeinsam mit dem Nachlaß KARL SEIDELMANN und einem in vielen Jahren schon angewachsenen Bücher-, Zeitschriften., Akten- und Objektebestand ist nun die historische und die aktuelle Pfadfinderbewegung auf dem Ludwigstein breit dokumentiert. In früheren Jahren gepflegte Abgrenzungen und Berührungsängste zwischen den Strängen der Jugendbewegung sind damit buchstäblich zu den Akten gelegt; wer Freude an historischen Begründungen hat, darf feststellen, daß die deutsche Sonderentwicklung der Pfadfinderbewegung vor 1933 samt ihren Schnittstellen mit der Wandervogelbewegung und der Bündischen Jugend auf dem Ludwigstein seine Konsequenzen gefunden hat. Ganz pragmatisch gilt, daß vor allem die Forschung von der Konzentration der Sammlungen im Archiv profitieren wird.

Auch der Bereich Reformpädagogik findet seine Ausweitungen im Archiv der deutschen Jugendbewegung. Ein wichtiger neuer Bestand ist der Nachlaß BERNHARD und INI UFFRECHT. Die Söhne BERNHARD L. UFFRECHT (Lohhof) und ULRICH UFFRECHT (Buxtehude) haben diese vor allem die Freie Schul- und Werkgemeinschaft Letzlingen betreffende Sammlung dem Archiv übereignet. In enger Kooperation mit der heutigen Arbeitsgemeinschaft der Landerziehungsheime sichtet derzeit Beiratsmitglied HARTMUT ALPHEI (Heppenheim) deren Schularchive mit dem Ziel, auf dem Ludwigstein eine Informations- und Sammelstelle aufzubauen.

Kontaktadresse: Archiv der deutschen Jugendbewegung, Burg Ludwigstein, 37214 Witzenhausen.

ERZIEHUNG UND UNTERRICHT IM BILD

Unter diesem Titel veröffentlichte Helmut Engelbrecht als Band 6 der Reihe "Zur Geschichte des österreichischen Bildungswesens" eine umfangreiche Bilddokumentation (Helmut Engelbrecht: Erziehung und Unterricht im Bild. Zur Geschichte des Österreichischen Bildungswesens. =Geschichte des Österreichischen Bildungswesens, Band 6, Geb., 408 Seiten, ca. 250 Farb- und ca. 470 Schwarzweißbilder, Leinen mit Schutzumschlag, ISBN 3-215-11513-1 öS 1.400,-).

In diesem reich ausgestatteten Band wird zum erstenmal die Geschichte des österreichischen Bildungswesens von den Anfängen bis in die unmittelbare Gegenwart bildlich dokumentiert. Mehr als siebenhundert Bilder veranschaulichen die einzelnen Epochen (Phasen) von Erziehung und Unterricht auf dem Boden des heutigen Staatsgebiets:

Für jede Phase werden nach einer kurzen Einführung (mit Zeittafel und Diagrammen) die Bereiche "Schulorganisation, Lehrprogramm, Erziehungsziel", "Pädagogen und Schulorganisatoren", "Unterrichtswirklichkeit" (Lehrer und Schüler, Unterrichtsmittel und -formen, Lernorte) und "Außerschulische Bildungsmöglichkeiten" illustriert. Dabei wurden nur Werke herangezogen, die entweder auf österreichischem Boden enstanden oder von Bewohnern dieses Landes in Auftrag gegeben worden sind. Dieser Bildband ergänzt einerseits das fünfbändige Standardwerk "Geschichte des österreichischen Bildungswesens" vom selben Autor, andererseits bietet er allen, die sich für diesen wichtigen Bereich der Kulturgeschichte interessieren, einen raschen Überblick über die Entwicklung des Lehrens und Lernens in Österreich.

HELMUT ENGELBRECHT

WALTER-MARKOV-PREIS
FÜR GESCHICHTSWISSENSCHAFTEN

Ausschreibung 1996

(AHF) WALTER MARKOV (1909-1993) zählte zu den international bekanntesten und geschätzten Historikern der DDR. Sein wissenschaftliches Schaffen war von dem Bemühen geprägt, die innovativen Impulse der Marxschen Geschichtstheorie vor allem mit den Ansätzen der französischen Sozialgeschichtsschreibung zu verknüpfen. Die hier entstandene Historiographie war eine im besten Sinne des Wortes "history from below". Als bedeutendster Historiker der Französischen Revolution im deutschsprachigen Raum nach dem Zweiten Weltkrieg galt seine Aufmerksamkeit - auch widrigen Umständen trotzend - besonders der Förderung der Zusammenarbeit zwischen Franzosen und Deutschen in akademischer Forschung und Lehre. Ganz in der Tradition des Leipziger Institutes für Kultur- und Universalgeschichte, dessen Direktor er 1949 wurde, schlug Walter Markov Brücken der wissenschaftlichen Kooperation zwischen Ost- und Westeuropa, zur nordamerikanischen, asiatischen und afrikanischen Historiographie. Er gehörte zu jenen, die sich gegen jegliche Entwicklungen des Ausscheidens der Leipziger Universität aus der internationalen scientific community stemmten. Hierbei bewiesene moralische und politische Ansprüche an sich selbst und andere hatten in Walter Markovs Widerstand gegen die Nazidiktatur, die ihn über ein Jahrzehnt im Zuchthaus inhaftierte, ihre tiefste Wurzel. Walter Markov hat durch sein Gesamtwerk und die ihn zeitlebens auszeichnende persönliche Integrität Qualitäten wissenschaftlichen Arbeitens entwickelt, an die zu erinnern immer lohnen wird.

Die Stiftung eines Walter-Markov-Preises für Geschichtswissenschaften im Jahre 1994 diente vor allem der Förderung von Arbeiten, die diese Qualitäten aufgreifen. Der Walter-Markov-Preis für Geschichtswissenschaften wird im Abstand von zwei Jahren vom Institut für Kultur- und Universalgeschichte Leipzig e.V. in Verbindung mit der Karl-Lamprecht-Gesellschaft Leipzig e.V. an Historiker(innen) verliehen, die in ihrer Qualifizierungsschrift (Staatsexamensarbeit, Magisterarbeit, Promotion) einen bemerkenswerten Beitrag zur Untersuchung jener historischen Fragestellungen geleistet haben, denen auch das wissenschaftliche Schaffen von Walter Markov galt. Insbesondere werden Historiker(innen), die auf dem Feld der Geschichte der Französischen Revolution und der vergleichenden Revolutionsgeschichte, der Geschichte der Beziehungen zwischen Ost- und Westeuropa, der Geschichte der Entwicklungsländer und ihrer Befreiung von politischer und wirtschaftlicher Abhängigkeit sowie der Historiographiegeschichte tätig sind, ermutigt, ihre Arbeiten einzusenden. Ein wichtiges Kriterium für die Vergabe des Preises bildet die innovative Annäherung an Prämissen des wissenschaftlichen Schaffens von Walter Markov: die Privilegierung des Blickes "von unten" auf den historischen Prozeß, der Gebrauch und die Weiterentwicklung komparatistischer Ansätze und die Aufmerksamkeit für weltgeschichtliche Zusammenhänge.

Der Walter-Markov-Preis für Geschichtswissenschaften ist mit 3.000,00 DM dotiert und sollte der Drucklegung der ausgezeichnten Arbeit dienen. Seine Vergabe wird unter Ausschluß des Rechtsweges von einer Kommission des internationalen Beirates des Institutes für Kultur- und Universalgeschichte Leipzig e.V. entschieden. Die Übergabe erfolgt jeweils im Spätherbst des Jahres der Ausschreibung.

Für die Preisverleihung 1996, die am 29. November 1996 in Leipzig stattfindet, wird die Zusendung der Arbeiten in einem Exemplar (eine Rückgabe erfolgt nach Abschluß der Auswahl) bis spätestens zum 31. August 1996 an folgende Adresse erbeten:

Karl-Lamprecht-Gesellschaft Leipzig e.V., z.H. von DR. GERALD DIESENER, Christoph-Probst-Str. 3. 04159 Leipzig.

5. Veranstaltungskalender


1. TAGUNGEN (vgl. auch Arbeitsgruppe Schulmuseen)

POLITISCHE REFORMPÄDAGOGIK

Mit dem politisch heterogenen Spektrum der Reformpädagogik befaßt sich eine vom 3. bis 6. Oktober 1996 in Berlin stattfindende und von der Freien Universität veranstaltete Tagung (Planung: PROF. DR. TOBIAS RÜLCKER, Berlin; PROF. DR. JÜRGEN OELKERS, Bern).

Die Tagung nimmt die gegenwärtige Renaissance reformpädagogischer Theorie und Praxis zum Anlaß, um eine Reihe von wichtigen Fragen zu stellen nach:

Diesen Fragestellungen soll auf der Tagung in einer Reihe von Plenumsvorträgen und in Arbeitsgnuppen nachgegangen werden. Folgende Arbeitsgruppen sind geplant:

I. Konservatives und völkisches Denken in der Reformpädagogik

Referenten: ANGELIKA EBRECHT-LAERMANN, HUBERT STEINHAUS, STEPHAN STING, ULRICH HERRMANN, FRITZ OSTERWALDER, HEIKE NEUHÄUSER.

II. Demokratische Erziehung

Referenten: BEMD ZYMEK, TOBIAS RÜLCKER, ARMIN BEMHARD, PHILIPP GONON, ALDERICK VISSER, KARL-CHRISTOPH LINGELBACH.

III. Politische Optionen in Ansätzen internationaler Reformpädagogik

Referenten: MICHAEL KNOLL, HEINZ RHYN, WALTRAUT HARTH-PETER, BRITA RANG, JÜRGEN OELKERS, IRINA MCHTARJAN.

IV.Die Reformpädagogik und Kontinuitäten der deutschen Geschichte

Referenten: HEINER ULLRICH, WOLFGANG KEIM, HEIN RETTER, GISELA MILLER-KIPP UND MARTIN KIPP, HEINZ-ELMAR TENORTH UND KLAUS-PETER HORN, WOLF VÖLCKER.

Zu Vorträgen im Plenum haben sich bereit erklärt: HANS SCHEUERL, ANDREAS FLITNER, HANNO SCHMITT, DIETRICH BENNER, KLAUS JÜRGEN TILLMANN.

Die Tagung beginnt am 3.10.96 um 19.30 Uhr und endet am 6.10.96 um 13.00 Uhr. Die Tagung findet statt in "Evangelisches Johannesstift Berlin", Schönwalder Allee 26, 13587 Berlin. Im Tagungshaus und in zwei naheliegenden Hotels sind Zimmer für die Teilnehmer/innen reserviert. Da die Kapazität der Hotels an Einzelzimmern begrenzt ist, ist es wünschenswert, daß die Teilnehmer/innen sich auch bereit erklären, in Zweibettzimmem zu übernachten. Im Tagungshaus bietet sich die Möglichkeit, neben dem Frühstück auch das Mittag- und Abendessen einzunehmen. Die Verpflegungspauschale beträgt 55,- DM pro Tag.

Zur Verfügung stehen: Einzelzimmer zum Preis von ca. 120,- DM pro Tag; Zweibettzimmer pro Tag pro Person à 72,- DM; Doppelzimmer pro Tag à 144,- DM.

Die Tagungsgebühr zur Deckung der Kosten der Tagung beträgt:

Die Anmeldung zur Tagung wird bis 31.5.1996 erbeten. Für später eingehende Anmeldungen kann keine Gewähr für einen Übernachtungsplatz gegeben werden.

Den Tagungssbeitrag bitten wir Sie, zusammen mit der Anmeldung, an die Hauptkasse der FU Berlin, Konto Nr. 3901 999 - 302, BLZ 100 200 00 bei der Berliner Bank, zugunsten Kto. 12015124, Politische Reformpädagogik, zu überweisen. Leider ist es nicht möglich, im Falle eines späteren Rücktritts von der Teilnahme an der Tagung, die Tagungsgebühren zu erstatten. Wir bitten alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die Kosten für Übernachtung und Verpflegung bei ihrer Ankunft zu bezahlen.

Anmeldung bzw. Informationen: PROF. DR. TOBIAS RÜLCKER, Freie Universität Berlin, Fachbereich Erziehungswissenschaft, Psychologie und Sportwissenschaft, Institut für Allgemeine Pädagogik (WE 01), Arbeitsbereich Theorie von Erziehung, Bildung und Unterricht, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin, Tel. (030) 838 5655/5987.

ANREGUNGEN INTERNATIONAL VERWIRKLICHTER
REFORMPÄDAGOGIK

Zu diesem Thema findet vom 25. bis 26. Oktober 1996 an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald eine internationale Reformpädagogik-Konferenz statt. In vier Arbeitsgruppen werden Erfahrungswerte aus der Praxis internationaler Reform- und Alternativschulen zur Diskussion gestellt.

Für die Teilnehmer bieten wir Arbeitsmethoden und -ergebnisse an, aus:

  1. der Tradition der historischen Reformpädagogik (z. B. Montessori),
  2. der zweiten Generation der Reformpädagogik (z. B. v. Hentig),
  3. reformpädagogischen Ansätzen in Regelschulen sowie
  4. aus der wissenschaftlichen Begleitung von Schulversuchen.

Interessenten an der Darstellung von Erfahrungswerten zu diesen Themenkreisen setzen sich bitte bis zum 31. Mai 1996 mit Herrn PROF. DR. ANDREAS PEHNKE, Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Institut für Erziehungswissenschaft, Franz-Mehring-Straße 47, 17487 Greifswald in Verbindung.

Teilnehmeranmeldungen werden bis zum 28. Juni 1996 über die gleiche Anschrift entgegengenommen. Die Tagungsgebühr beträgt für Wissenschaftler DM 50, und für Lehrer DM 30,.

Übernachtungswünsche richten Sie bitte rechtzeitig an den Greifswalder Fremdenverkehrsverein der Hansestadt Greifswald u. Land e. V., Schuhhagen 22, 17489 Greifwald, Tel.: 03834/3788.

2. ARBEITSTAGUNG
FRAUEN- UND GESCHLECHTERFORSCHUNG
IN DER HISTORISCHEN PÄDAGOGIK

Die 1. Arbeitstagung "Frauen- und Geschlechterforschung in der Historischen Pädagogik", die im November 1995 in Halle stattfand, hat gezeigt, daß in der Historischen Pädagogik unter vielfältigen Perspektiven geschlechterdifferent geforscht wird und ein Bedürfnis nach einem kontinuierlichen Austausch besteht.

Dieser im Ansatz entstandene Diskussionszusammenhang soll bei der diesjährigen Arbeitstagung vertieft werden. Die Tagung findet statt am 8. und 9. November 1996 am Institut für Pädagogik der Martin-Luther-Universität Halle. Laufende oder vor kurzem abgeschlossene Arbeiten sollen in etwa 20minütigen Referaten vorgestellt und nach einer kurzen einleitenden Kommentierung diskutiert werden.

Wir bitten um Anmeldung mit Angabe des Vortragsthemas (und einer halbseitigen Skizze)

bis zum 15. Juni 1996.

Kontaktadresse: DR. EDITH GLASER/ PROF DR. PIA SCHMID, Martin-Luther-Universität Halle, Institut für Pädagogik, Franckeplatz 1, Haus 22, 06110 Halle, Fax: (0345) 5523970.

KOLLOQIUM ZUM 150. TODESTAG VON
NATORP UND TÜRK

Im Rundbrief Nr. 2/ 1995 noch als Arbeitsgespräch angekündigt, findet am 15. November 1996 an der Universität Potsdam ein Kolloquium "Erziehungsreform und Gesellschaftsinitiative - Zum Wirken von Ludwig Natorp und Wilhelm von Türk" statt. Dabei stehen die Beiträge beider in der Geschichtsschreibung vernachlässigten Personen im Mittelpunkt. Natorp war unter den preußischen Reformern zweifellos der anerkannte Experte in Fragen des Volksschulwesens. In der Regierungshauptstadt Potsdam leitete er 1810/11 eine umfassende Schulreform ein. Sein Name ist u.a. mit dem Plan eines Schullehrerseminars verbunden, das von seinem Nachfolger in der Funktion des Schulrates in der kurmärkischen Regierung in Potsdam, W. v. Türk, eröffnet wurde. Türk führte hier die von Natorp begonnenen Reformen weiter, mußte jedoch auch die Grenzen seiner Wirkungsmöglichkeiten als Schulrat erkennen.

Bisher haben folgende Kollegen ihre Teilnahme mit einem Beitrag zugesagt: PROF. DR. KARL-ERNST JEISMANN (Münster): "Natorps Beitrag zur Bildungsreform 1804-1840"; PROF. DR. HEINZ STÜBIG (Marburg): "Nationalerziehung"; PROF. DR. WOLFGANG ROCKSCH (Potsdam): "Natorps und Türks Bedeutung für das Potsdamer Lehrerseminar"; PROF. DR. HANNO SCHMITT (Potsdam): "Substantielle Erfolge bei der Verbesserung der Schulräume (1807-1827)"; PROF. DR. HEINZ-ELMAR TENORTH (Berlin); PROF. DR. MANFRED HEINEMANN (Hannover): Themen werden noch benannt; DOZ. DR. KURT ADAMY (Potsdam): "Türk als Ehrenbürger Potsdams"; DR. FRANK TOSCH (Potsdam): "Türk als Förderer des Seidenbaues in Brandenburg".

Ferner haben PROF. DR. REINHARD STACH (Duisburg) und Frau DR. SONJA WENDE (Duisburg) ihr Interesse an aktiver Mitarbeit im Rahmen des Kolloquiums bekundet. Für weitere Informationen (Einladung, Programm etc.) wenden sich bitte an die Redaktion des Rundbriefes bzw. an folgende

Kontaktadresse: DR. FRANK TOSCH, Universität Potsdam, Institut für Pädagogik, Forschungsstelle für Berlin-Brandenburgische Bildungsgeschichte, Postfach 60 15 53, 14415 Potsdam.

HISTORISCHE DIMENSIONEN DER
BIOGRAPHIEFORSCHUNG

Die AG Erziehungswissenschaftliche Biographieforschung der DGfE veranstaltet im Frühjahr 1997 an der Universität Halle eine Tagung zum Thema "Historische Dimensionen der Biographieforschung". Die Tagung soll in Kooperation mit Mitgliedern aus der Historischen Kommission der DGfE durchgeführt werden und das Wechselverhältnis von Ansätzen und Ergebnissen der Erziehungswissenschaftlichen Biographieforschung und der Historischen Forschung ansprechen.

Die Tagung beginnt am Donnerstag, den 27.2.1997 um 13.00 Uhr und endet am Samstag, den 1.3.1997 um 13.00 Uhr. Interessenten, die ein Projekt im Rahmen einer anderthalbstündigen AG vorstellen bzw. in einer dreistündigen Werkstatt mit anderen an historischem Material aus ihrem Projektkontext arbeiten wollen, mögen ihre Vorschläge bis Ende Juli 1996 an PROF. DR. HEINZ-HERMANN KRÜGER/ PROF. DR. PIA SCHMID, Institut für Pädagogik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Franckeplatz 1, Haus 24, 06099 Halle schicken. Der Schwerpunkt der bisherigen Interessenbekundungen liegt auf Themen aus dem 20. Jahrhundert. Dies schließt Fragestellungen und Themen aus anderen historischen Zeiträumen jedoch keineswegs aus.

JUGEND IN DER VORMODERNE

6. Interdisziplinäres Symposion des Arbeitskreises Vormoderne Erziehungsgeschichte in Berlin, Humboldt-Universität, 6. bis 8. März 1997; Text s.o. S. 10f.

Kontaktadresse: Dr. Klaus-Peter Horn, Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Allgemeine Pädagogik, Abt. Historische Erziehungswissenschaft, Sitz: Geschwister-Scholl-Str. 6, D - 10099 Berlin.

SPORT UND SCHULE - GESCHICHTE UND GEGENWART

Unter Förderung durch den Bayerischen Landessportbund und durch das Bayerische Kultusministerium findet vom 10. bis 13. Oktober 1996 am Bayerischen Schulmuseum Ichenhausen ein Symposium zum Thema "Sport und Schule - Geschichte und Gegenwart" statt. Im Rahmenprogramm singt am 11. Oktober, 19.30 Uhr, in der Günzburger Frauenkirche der "Windsbacher Kanabenchor" (an der Orgel: Hans Maier).

Kontaktadresse: PROF. DR. MAX LIEDTKE, Regensburger Str. 160, 90478 Nürnberg, Tel. (0911) 5302-519.

GESCHICHTE UND BERUF - GESCHICHTE ALS BERUF?

Projektveranstaltung des Seminars für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität Göttingen, Göttingen 25. April bis 4. Juli 1996. In einzelnen Tagesveranstaltungen, die sich über den genannten Zeitraum verteilen, geht es um folgende berufsorientierte Themenschwerpunkte: Museum, Verlag, Wirtschaft, Studium, Forschung und Arbeit in Europa, Medien/Journalismus, Archiv, Bibliothek, Forschungsförderung.

Kontaktadresse: TOBIAS ULBRICH/ MATTHIAS WITZLEB (MZG 1321), Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität Göttingen, Platz der Göttinger Sieben 5, 37073 Göttingen.

FREMDE IN DER STADT

Jahrestagung der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, Bremen 16. bis 18. Mai 1996.

Kontaktadresse: Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen, Am Archiv 1, 30169 Hannover.

2. AUSSTELLUNGEN (vgl. auch Arbeitsgruppe Schulmuseen)

VISIONÄRE LEBENSKLUGHEIT:
JOACHIM HEINRICH CAMPE IN SEINER ZEIT (1746-1818)

Vor 250 Jahren, am 29. Juni 1746, wurde in Deensen im Solling der Philanthrop, Aufklärer und Schriftsteller Joachim Heinrich Campe (1746-1818) geboren. Aus diesem Anlaß bereiten das Braunschweigische Landesmuseum und die Herzog August Bibliothek eine Ausstellung vor, die vom 29. Juni bis 13. Oktober 1996 in Wolfenbüttel und Braunschweig gezeigt wird.

Joachim Heinrich Campe ist der bedeutendste Repräsentant der pädagogischen Spätaufklärung in Deutschland. Schon zu Lebzeiten war er als Kinder- und Jugendschriftsteller von europäischem Rang populär. Die Zeitgenossen kannten ihn als zeitweiligen Direktor am Dessauer Philanthropin, Schulreformer im Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel, Schulbuchautor, Verlagsgründer und Sprachforscher. Campe schrieb in den wichtigsten Publikationsorganen der Aufklärung, er war Initiator, Organisator und Inspirator der 16bändigen Enzyklopädie "Allgemeine Revision des gesamten Schul- und Erziehungswesens". Welche Wertschätzung Campe erfuhr, dokumentiert beispielsweise die 1790 erschienene "Charakteristik der Erziehungsschriftsteller Deutschlands", in der er den 393 aufgenommenen zeitgenössischen pädagogischen Autoren in einem Titelkupfer vorangestellt wurde. Auch hat Campe, bevor er 1792 zum Ehrenbürger der französischen Nation ernannt wurde, als Augenzeuge (3. bis 24. August 1789) vom "Leichenbegräbnis des französischen Despotismus" in seinen "Briefen aus Paris" berichtet. Diese Briefe sind der bedeutendste Augenzeugenbericht eines deutschen Reisenden aus der Anfangsphase der Französischen Revolution.

In Campes Leben und Werk wird die innere Verzahnung der bisher durch die Forschung eher gesondert untersuchten Aspekte von pädagogischer, politischer, literarischer, publizistischer und verlegerisch geprägter Aufklärung als Einheit deutlich. Fast alle wichtigen Strömungen, Parteiungen, religiöse und politische Konflikte der Zeit werden brennpunktartig sichtbar. Auch kann man die an Wandlungen, innerer Dynamik, ideeller und materieller Produktivität überaus reiche Lebensgeschichte Campes als paradigmatisch für die erfolgreiche Existenzbewältigung eines bürgerlichen Intellektuellen in der Spätaufklärung interpretieren. Der Verzicht auf überflüssige Bedürfnisse und Luxus war Campe dabei eine Garantie für größere persönliche Freiheit und Unabhängigkeit. Campes virtuoser Umgang mit den Marktgesetzen, insbesondere den Gesetzen des Buchmarktes haben ihn nicht zufällig zu einem äußerst erfolgreichen Geschäftsmann gemacht und zu materiellem Wohlstand verholfen.

Die Ausstellung wird u.a. zeigen, in welcher Form, unter welchen persönlichen und gesellschaftlichen Bedingungen, im Einflußbereich welcher geistesgeschichtlichen Strömungen und unter welchen organisatorischen Voraussetzungen aufklärerische Reformprojekte entstehen konnten. Campe ging es um eine praktische Reform der gesellschaftlichen Lebensumstände. Die zunehmende Pädagogisierung der Auflklärung, die gleichzeitige Entstehung neuer Erziehungsziele und Institutionen sind dabei nur ein Ausstellungsschwerpunkt. Die Ausstellungsbesucher sollen auch über die Entstehung und Ausformung der aufgeklärten Öffentlichkeit, der literarisch-politischen Medien wie des Büchermarktes, der Verlagsentwicklung und Zeitschriftengründungen informiert werden. Die im Zeughaus der Herzog August Bibliothek und im Braunschweigischen Landesmuseum gleichzeitig stattfindenden Teilausstellungen verkörpern dabei jeweils für sich geschlossene Ausstellungskonzeptionen. Für die Ausstellungsbesucher soll es kaum Überschneidungen, sondern lediglich Ergänzungen geben. Im Zeughaus soll der in der wissenschaftlichen Diskussion bis heute präsente Campe stärkeres Gewicht bekommen; im Braunschweigischen Landesmuseum soll der landeskundlich bis heute populäre Campe stärker akzentuiert werden.

Die Ausstellung wird unter der wissenschaftlichen Leitung von PROF. DR. HANNO SCHMITT (Potsdam) mit folgenden Kooperationspartnern realisiert: DR. PETER ALBRECHT (Braunschweig), DR. JÖRN GARBER (Halle), PROF. DR. HELMUT HENNE (Braunschweig), DR. FRANKLIN KOPITZSCH (Hamburg).

Zur Ausstellung erscheint im Harrassowitz-Verlag Wiesbaden ein Katalog gleichen Titels: "Visionäre Lebensklugheit" - Joachim Heinrich Campe in seiner Zeit (1746-1818) mit Beiträgen von: PETER ALBRECHT, GERD BIEGEL, HANS HEINO EWERS, JÖRN GARBER, HELMUT HENNE, ULRICH HERRMANN, HANS-WOLF JÄGER, RUDOLF W. KECK, CHRISTA KERSTING, ANGELA KLEIN, FRANKLIN KOPITZSCH, MICHAEL NIEDERMEIER, PIA SCHMID, HANNO SCHMITT. Der ca. 420 Seiten starke und über 200 Abbildungen umfassende Band kostet in der Ausstellung 30,- DM. Im Buchhandel wird er für 68,- DM erhältlich sein.

Kontaktadresse: PROF. DR. HANNO SCHMITT, Potsdam; - DR. MANUEL LICHTWITZ, Herzog August Bibliothek, Lessingplatz 1, 38304 Wolfenbüttel; - GERD BIEGEL, Braunschweigisches Landesmuseum, Löwenwall 8, 38100 Braunschweig.

KINDERBÜCHER ALS QUELLEN DER
BILDUNGSGESCHICHTLICHEN FORSCHUNG

In der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung, Berlin (Warschauer Str. 34-38, 10243 Berlin, Tel. 030/ 306490-0) wird zu diesem Thema in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz und in Abstimmung mit der Humboldt-Universität eine Ausstellung vorbereitet, die von September bis November 1996 gezeigt werden soll.

DER WEITE SCHULWEG DER MÄDCHEN

Das Schulmuseum Lohr am Main zeigt bis September 1996 als Leihgabe des Schulmuseums der Universität Erlangen-Nürnberg die genannte und von dort auch schon bekannte Ausstellung. Der zweite Teil der Ausstellung bezieht sich dann speziell auf die höhere Schulbildung der Mädchen im Kloster der Franziskanerinnen von 1855 bis 1976 in Lohr am Main. Als ständige Ausstellung sind im Schulmuseum Lohr auf 300 m2 etwa 3000 Exponate des 17. bis 20. Jhrhunderts zu sehen sowie zwei vollständig eingerichtete Klassenzimmer und eine Lehrerwohnung.

Kontaktadresse: Städtisches Schulmuseum Lohr am Main, Sendelbacher Str. 21, 97816 Lohr, Tel.: 09359-317, 09352-4960 und -500239.

FRANKFURT/M. IM SPÄTMITTELALTER

Ausstellung veranstaltet vom Historischen Museum Frankfurt/M., Ende April 1996 bis voraussichtlich 31.12.1997.

Kontaktadresse: PROF. DR. RAINER KOCH, Historisches Museum Frankfurt, Saalgasse 19, 60311 Frankfurt/M.

6. Neuerscheinungen zur Erziehungs- und Bildungsgeschichte 1996/I


Von DIETMAR HAUBFLEISCH


Das nachfolgende Verzeichnis von Neuerscheinungen zur Erziehungs- und             
Bildungsgeschichte enthält Monographien und Aufsätze in Sammelbänden und          
Zeitschriften (nicht verzeichnet wurden kleinere 'Miszellen' und Rezensionen)     
der Jahre 1995 und 1996 (mit einigen Nachträgen des Jahres 1994).                 

Bei der Erstellung des Verzeichnisses wurden neben Neuerwerbungen der Bibliothek  
Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität Marburg (Autopsie) in erster    
Linie die Wochenverzeichnisse der Deutschen Bibliothek, außerdem                  
Verlagsprospekte, pädagogische Zeitschriften u.a.m. herangezogen. Zusätzlich      
gingen eine ganze Reihe an Titelmeldungen durch Mitglieder der Kommission ein -   
ihnen sei hiermit Dank gesagt. Auch für die nächste Ausgabe der                   
'Neuerscheinungen' ist die Mitarbeit der Mitglieder der Kommission - durch        
konstruktive Kritik und vor allem durch Meldung von (eigenen) Veröffentlichungen  
der Jahre 1995 und 1996 - willkommen und erwünscht!                               

Adresse: Dietmar Haubfleisch, Philipps-Universität Marburg, Institut für           
         Erziehungswissenschaft, Wilhelm-Röpke-Str. 6B, 35032 Marburg.             
         Tel.: 06421/28-4613 und -5115 - Fax: 06421/28-6506 (Geschäftszimmer)      
         e-mail: haubflei@deep-thought.ub.uni-marburg.de                           



ALPHEI, Hartmut, Erziehung in Vernatwortung vor der Geschichte. Die Odenwaldschule im Nationalsozialismus, in: Schulerfarhungen - Lebenserfahrungen. Anspruch und Wirklichkeit von Bildung und Erziehung heute. Reformpädagogik auf dem Prüfstand, hrsg. von Helmut ARNDT und Henner MÜLLER-HOLTZ (=Erziehungskonzeptionen und Praxis, 31), Frankfurt [u.a.], S. 99-118.

ALTENHUBER, Hans, Universitäre Volksbildung in Österreich 1895-1937, Wien 1995.

ANDRUCHOWITZ, Ingo, Schule in der Provinzialhauptstadt. Das öffentliche Schulwesen als zentralstaatliches Herrschaftsinstrument. Fallbeispiel Linz 1750-1848 (=Linzer Forschungen, 6), Linz 1994.

APEL, Hans Jürgen, Bedeutung und Funktion des Lehrers und das Lehrer-Schüler-Verhältnisses in Salzmanns schulischem Reformkonzept, in: Menschenbild und Bildungsverständnis bei Christian Gotthilf Salzmann, hrsg. von Herwart KEMPER und Ulrich SEIDELMANN, Weinheim 1995, S. 81-102.

APEL, Hans Jürgen, Theorie der Schule. Historische und systematische Grundlinien, Donauwörth 1995.

Auf den Spuren Pestalozzis. Stationen seines Lebens. Zürich, Birr, Stans, Burgdorf, Yverdon, hrsg. von Adrian KOBELT, Zürich 1996.

Aus der Schule geplaudert. Schule und Schulalltag in Berlin in zweieinhalb Jahrhunderten. Ausgewählt, eingeleitet und kommentiert von Klaus GROSINSKI und Matthias SCHREYER, Berlin 1994.

BACHMANN, Gerhild / MIKULA, Regina, Ein Jahrhundert Pädagogik an der Universität Graz (=Reihe Bildung - Arbeit - Gesellschaft, 21), München [u.a.] 1996.

BARTH-SCALMANI, Gunda, Geschlecht: weiblich, Stand: ledig, Beruf: Lehrerin. Grundzüge der Professionalisierung des weiblichen Lehrberufs im Primarschulbereich in Österreich bis zum Ersten Weltkrieg, in: Bürgerliche Frauenkultur im 19. Jahrhundert, hrsg. von Brigitte MAZOHL-WALLNIG (=L'Homme Schriften, 2), Wien [u.a.] 1995, S. 343-400.

BAUMBERGER, Arnold, Mit Schipp und Karscht. Leben und Arbeiten auf unserem Kleinbauernhof, Bad Kreuznach 1995.

BECKMANN, Otto Günther, Historische Lesebuchausstellung zum 'Kinderfreund' im Schloß Reckahn, in: "Er war ein Lehrer". Heinrich Julius Bruns (1746-1794). Beiträge des Reckahner Kolloquiums anläßlich seines 200. Todestages, hrsg. von Frank TOSCH (=Quellen und Studien zur Berlin-Brandenburgischen Bildungsgeschichte, 2), Potsdam 1995, S. 121-133.

BEHNKEN, Imbke / SCHMID, Pia, Religion in Tagebüchern von Frauen - zwei Fallstudien, in: Erziehung der Menschen-Geschlechter. Studien zur Religion, Sozialisation und Bildung in Europa seit der Aufklärung, hrsg. von Margret KRAUL und Christoph LÜTH (=Frauen- und Geschlechterforschung in der historischen Pädagogik, 1), Weinheim 1996, S. 63-99.

BEISBART, Ortwin, Wider die konstruierte Ganzheitlichkeit, Johann Gottfried Herder, der Menschheitssucher, in: Historische Aspekte des Deutschunterrichts in Thüringen, hrsg. von Horst EHRHARDT und Edith SONNTAG (=Beiträge zur Geschichte des Deutschunterrichts, 24), Frankfurt [u.a.] 1995, S. 49-73.

BEJICK, Urte, Deutsche Humanistinnen, in: Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung in Deutschland, hrsg. von Elke KLEINAU und Claudia OPITZ, Bd. 1: Vom Mittelalter bis zur Aufklärung, Frankfurt [u.a.] 1996, S. 152-171.

BENNER, Dietrich / SLADEK, Horst, Bildungsziele zwischen affirmativer und reflektierender Lernzielnormierung. Vorüberlegungen zur Analyse von Konvergenzen und Divergenzen in ost- und westdeutschen Lehrplänen, in: Erziehung und Erziehungswissenschaft in der BRD und der DDR, hrsg. von Dietrich HOFFMANN und Karl NEUMANN, Bd. 2: Divergenzen und Konvergenzen (1965-1989), Weinheim 1995, S. 189-220.

BENNER, Dietrich, Die neuzeitliche Mensch-Bürger-Problematik als Thema und Gegenstand bildungstheoretischer Reflexion, in: Menschenbild und Bildungsverständnis bei Christian Gotthilf Salzmann, hrsg. von Herwart KEMPER und Ulrich SEIDELMANN, Weinheim 1995, S. 10-30.

BENNER, Dietrich, Wilhelm von Humboldts Bildungstheorie. Eine problemgeschichtliche Studie zum Begründungszusammenhang neuzeitlicher Bildungsreform, 2., korr. Aufl. Weinheim [u.a.] 1995.

BENNEWITZ, Ingrid, "Darumb lieben Toechter/seyt nicht zu gar fürwitzig ..." Deutschsprachige moralisch-didaktische Literatur des 13.-15. Jahrhunderts, in: Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung in Deutschland, hrsg. von Elke KLEINAU und Claudia OPITZ, Bd. 1: Vom Mittelalter bis zur Aufklärung, Frankfurt [u.a.] 1996, S. 23-41.

BERGEEST, Michael, Bildung zwischen Commerz und Emanzipation. Erwachsenenbildung in der Hamburger Region des 18. und 19. Jahrhunderts, Münster [u.a.] 1995.

BERGER, Franz Severin / HOLLER, Christiane, Trümmerfrauen. Alltag zwischen Hamstern und Hoffen, Wien 1994.

BERGER, Manfred, Leben und Wirken der Clara Grunwald. Nestorin der Montessori-Pädagogik in Deutschland, in: GRUNWALD, Clara, Das Kind ist der Mittelpunkt, hrsg. von Axel HOLTZ (=Ulmer Beiträge zur Montessori-Pädagogik, 3), Ulm [u.a.] 1995, S. 45-76.

BERGER, Manfred, Zum 100. Geburtstag von Ella Kay. Eine biographisch-pädagogische Skizze, in: Unsere Jugend. Die Zeitschrift für Studium und Praxis der Sozialpädagogik, Jg. 47 (1995), S. 529-531.

BERGMANN, Harald, Die Ranking-Funktion der Pestalozzi-CD-ROM als Interpretationshilfe, in: Pädagogische Rundschau, Jg. 50 (1996), S. 109-115.

BERNFELD, Siegfried, Sämtliche Werke in 16 Bänden, hrsg. von Ulrich HERRMANN, Bd. 11: Sozialpädagogik. Schriften 1921-1933, Weinheim [u.a.] 1996.

BERNHARD, Armin, Kultur, Ästhetik und Subjektentwicklung. Edukative Grundlagen und Bildungsprozesse in Peter Weiss' "Ästhetik des Widerstands", Frankfurt 1994.

BERULAVA, M. / KOLTAKOV, K. / ZAJAKIN, O., Zur Geschichte der Integration der Bildungsinhalte - Schritte auf dem Weg der Humanisierung der russischen Bildung, in: Reformpädagogik und pädagogische Reformen in Mittel- und Osteuropa, hrsg. von Lothar BÖTTCHER und Reinhard GOLZ (=Texte zur Theorie und Geschichte der Bildung, 5), Münster [u.a.] 1995, S. 159-180.

BEUTLER, Kurt, Die Rezeption der DDR-Pädagogik in der Bundesrepublik Deutschland und die Frage nach dem Marxismus, in: Erziehung und Erziehungswissenschaft in der BRD und der DDR, hrsg. von Dietrich HOFFMANN und Karl NEUMANN, Bd. 2: Divergenzen und Konvergenzen (1965-1989), Weinheim 1995, S. 305-318.

Bildung und Nationalismus. Die Schule in ethnischen Mischgebieten (19. und 20. Jahrhundert) (=Nordost-Archiv. Zeitschrift für Regionalgeschichte. N.F., Bd. I/1992, Heft 2), Lüneburg 1992.

Bildungsgeschichtliche Stationen auf dem Wege von Ostarrichi nach Österreich. Begleitheft zur gleichnamigen Ausstellung an der Universität Klagenfurt, hrsg. von Elmar LECHNER (=Retrospektiven in Sachen Bildung, R. 2, Nr. 12), Klagenfurt 1995.

Johann Melchior von Birkenstocks Kurzgefaßte Geschichte der in den k.k. Erblanden im Schul- und Studienwesen bisher gemachten öftern neuen Einrichtungen und Versuche, hrsg. und eingel. von Herbert H. EGGLMAIER (=Retrospektiven in Sachen Bildung, R. 10, Nr. 4), Klagenfurt 1996.

BISCHOF, Franz Xaver, Ignaz Heinrich von Wessenbergs Bemühungen um die Fortbildung der Priester, in: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte, Sigmaringen, Bd. 14 (1995), S. 91-108.

BLUMENTHAL, Viktor von / STÜBIG, Heinz / WILLMANN, Bodo, Entwicklungslinien der Vergleichenden Erziehungswissenschaft in der Bundesrepublik Deutschland bis zum Ende der 80er Jahre. Institutionalisierungsprozesse, Kommunikationsstrukturen, Themenschwerpunkte, in: Bildungsreform und Vergleichende Erziehungswissenschaft. Aktuelle Probleme - historische Perspektiven. Leonhard Froese zum Gedenken, hrsg. von Bodo Willmann, Münster [u.a.] 1995, S. 112-147.

BOCKSTIEGEL, Heiko, "Die Schule in jeder Hinsicht zu einer tüchtigen gestalten". Der Realgymnasial-Direktor Theodor Geßner (1830-1884) zu Quakenbrück, in: Osnabrücker Mitteilungen. Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück (Historischer Verein), Osnabrück, Bd. 100 (1995), S. 197-229.

BÖHM, Winfried / GRELL, Frithjof, 'Neue Erziehung' und Christentum - ein problematisches Verhältnis, in: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Pädagogik, Jg. 71 (1995), S. 136-147.

BÖHM, Winfried / GRELL, Frithjof, Reformpädagogik und Christentum - ein problematisches Verhältnis, in: Reformpädagogik kontrovers, hrsg. von Winfried BÖHM und Jürgen OELKERS (=Erziehung, Schule, Gesellschaft, 3), Würzburg 1995, S. 75-87.

BÖHM, Winfried, Was heißt und zu welchem Ende studiert man die Geschichte der (Reform-) Pädagogik?, in: Reformpädagogik kontrovers, hrsg. von Winfried BÖHM und Jürgen OELKERS (=Erziehung, Schule, Gesellschaft, 3), Würzburg 1995, S. 9-21.

BÖNING, Holger, Friedrich Eberhard von Rochow und seine Bedeutung für die Volksaufklärung, in: "Er war ein Lehrer". Heinrich Julius Bruns (1746-1794). Beiträge des Reckahner Kolloquiums anläßlich seines 200. Todestages, hrsg. von Frank TOSCH (=Quellen und Studien zur Berlin-Brandenburgischen Bildungsgeschichte, 2), Potsdam 1995, S. 67-84.

BÖNSCH, Manfred, Die Weiterentwicklung der Didaktik in der BRD von 1966 bis 1989. Die Wissenschaft vom Unterricht in der Spannung zwischen globalen und regionalen Ansätzen, in: Erziehung und Erziehungswissenschaft in der BRD und der DDR, hrsg. von Dietrich HOFFMANN und Karl NEUMANN, Bd. 2: Divergenzen und Konvergenzen (1965-1989), Weinheim 1995, S. 221-242.

BÖTTCHER, Lothar, Aspekte des deutschen Auslandschulwesens im östlichen Europa in einer Zeit reformpädagogischer Bestrebungen, in: Reformpädagogik und pädagogische Reformen in Mittel- und Osteuropa, hrsg. von Lothar BÖTTCHER und Reinhard GOLZ (=Texte zur Theorie und Geschichte der Bildung, 5), Münster [u.a.] 1995, S. 282-290.

BOLLE, Rainer, Jean-Jacques Rousseau. Das Prinzip der Vervollkommnung des Menschen durch Erziehung und die Frage nach dem Zusammenhang von Freiheit, Glück und Identität (=Internationale Hochschulschriften, 182), Münster [u.a.] 1995.

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BOTHIEN, Horst-Pierre, Die Jovy-Gruppe. Eine historisch-soziologische Lokalstudie über nonkonforme Jugendlihe im 'Dritten Reich' (=Geschichte der Jugend, 19), Münster 1995.

BRAUN, Karl, Die Krankheit Onania. Körperangst und die Anfänge moderner Sexualität im 18. Jahrhundert, Frankfurt [u.a.] 1995.

BREGULLA, Claudia, Die Entwicklung des Volksschulwesens im Landkreis Landsberg am Lech bis zum Ende des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der bayerischen Schulgeschichte (=Europäische Hochschulschriften, Reihe 11: Pädagogik, Bd. 651), Frankfurt [u.a.] 1995.

BREINBAUER, Ines M., Einführung in die Allgemeine Pädagogik (=WUV Studienbücher. Grund- und Integrativwissenschaften, 5), Wien 1996.

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BROCKER, Ralf / SPRINGER, Sylvia, Erstellung und Nutzung einer Volltextdatenbank in den Geisteswissenschaften. Bericht über die elektronische Erfassung der Kritischen Pestalozzi-Ausgabe und Erörterung von Nutzungsmöglichkeiten für die Registererstellung, in: Pädagogische Rundschau, Jg. 50 (1996), S. 75-94.

BRÜCHER, Bodo, Die Sozialistische Jugendbewegung Deutschlands. Politisch-pädagogisches Konzept und Realität sozialistischer Jugend- und Erziehungsarbeit in den Nachkriegsjahren, Werther 1995.

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BURGER, Hannelore, Mehrsprachigkeit und Unterrichtswesen in der Bukowina 1869-1918, in: Die Bukowina. Vergangenheit und Gegenwart, hrsg. von Ilona SLAWINSKI und Joseph P. STRELKA, Bern [u.a.] 1995, S. 93-127.

BURKARD, Dominik, Katholische Theologie in der Kurpfalz. Zur Geschichte der Katholisch-Theologischen Fakultät Heidelberg (1706-1807), in: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte, Sigmaringen, Bd. 14 (1995), S. 37-49.

BUTORINA, T.S., Nationale und regionale Komponenten im schülerorientierten Curriculum als Verfahren zur Integration in die europäische Bildung, in: Reformpädagogik und pädagogische Reformen in Mittel- und Osteuropa, hrsg. von Lothar BÖTTCHER und Reinhard GOLZ (=Texte zur Theorie und Geschichte der Bildung, 5), Münster [u.a.] 1995, S. 187-197.

CASSIRER, Henry R., Schule als Vorbereitung auf eine sich ständig schneller wandelnde Welt, in: Schulerfarhungen - Lebenserfahrungen. Anspruch und Wirklichkeit von Bildung und Erziehung heute. Reformpädagogik auf dem Prüfstand, hrsg. von Helmut ARNDT und Henner MÜLLER-HOLTZ (=Erziehungskonzeptionen und Praxis, 31), Frankfurt [u.a.], S. 93-97.

COHN, Willy, Verwehte Spuren. Erinnerungen an das Breslauer Judentum vor seinem Untergang, hrsg. von Norbert CONRADS (=Neue Forschungen zur schlesischen Geschichte, 3), Köln [u.a.] 1995.

Comenius-Jahrbuch, Bd. 3 (1995).

CONRAD, Anne, "Jungfrawe Schue" und Christenlehre. Lutherische und katholische Elementarbildung für Mädchen, in: Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung in Deutschland, hrsg. von Elke KLEINAU und Claudia OPITZ, Bd. 1: Vom Mittelalter bis zur Aufklärung, Frankfurt [u.a.] 1996, S. 175-188.

CONRAD, Anne, 'Äußere Schulen' und Pensionate. Die Mädchenschulen der Ursulienen, Englischen Fräulein und Notre-Dame-Schwestern im 17. und 18. Jahrhundert, in: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte, Sigmaringen, Bd. 14 (1995), S. 25-35.

CONRAD, Anne, Weibliche Lehrorden und katholische höhere Mädchenschulen im 17. Jahrhundert, in: Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung in Deutschland, hrsg. von Elke KLEINAU und Claudia OPITZ, Bd. 1: Vom Mittelalter bis zur Aufklärung, Frankfurt [u.a.] 1996, S. 252-262.

CRIBLEZ, Lucien, Zwischen Pädagogik und Politik. Bildung und Erziehung in der deutschsprachigen Schweiz zwischen Krise und Krieg (1930-1945) (=Explorationen, 11), Bern [u.a.] 1995.

Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte, Bd. I: Hochschulen, 2. Teil: TITZE, Hartmut, Wachstum und Differenzierung der deutschen Universitäten 1830-1945, Göttingen 1995.

DAUM, Janusch, 'Bildnisse berühmter polnischer Pädagogen' - Über ein neues Buch von Wincenty Okon, in: Reformpädagogik und pädagogische Reformen in Mittel- und Osteuropa, hrsg. von Lothar BÖTTCHER und Reinhard GOLZ (=Texte zur Theorie und Geschichte der Bildung, 5), Münster [u.a.] 1995, S. 117-122.

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"Denken heißt Grenzen überschreiten". Beiträge aus der sozialhistorischen Frauen- und Geschlechterforschung. Eine Festschrift zum 60. Geburtstag von Marie-Elisabeth Hilger, hrsg. von Elke KLEINAU, Katrin SCHMERSAHL und Dorion WEICKMANN, Hamburg 1995.

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WEBER, Wolfgang, Von Jahn zu Hitler. Politik und Organisationsgeschichte des deutschen Turnens in Voralberg 1847-1938 (=Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs, 1), Konstanz 1995.

WECKEL, Ulrike, Der Fieberfrost des Freiherrn. Zur Polemik gewgen weibliche Gelehrsamkeit und ihre Folgen für die Geselligkeit der Geschlechter, in: Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung in Deutschland, hrsg. von Elke KLEINAU und Claudia OPITZ, Bd. 1: Vom Mittelalter bis zur Aufklärung, Frankfurt [u.a.] 1996, S. 360-372.

WECKEL, Ulrike, Lehrerinnen des weiblichen Geschlechts. Die ersten Herausgeberinnen von Frauenzeitschriften und ihr Publikum, in: Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung in Deutschland, hrsg. von Elke KLEINAU und Claudia OPITZ, Bd. 1: Vom Mittelalter bis zur Aufklärung, Frankfurt [u.a.] 1996, S. 428-439.

WEHRMEISTER, Frank, Fortbildungsschule in Sachsen, Bd. I: Allgemeine und gewerbliche Fortbildungsschule in Sachsen im Spannungsfeld schulpolitischer und gewerblicher Interessen (1815-1933) (=Europäische Hochschulschriften, Reihe 11: Pädagogik, 656), Frankfurt [u.a.] 1995.

Weibliche Ärzte. Die Durchsetzung des Berufsbildes in Deutschland, hrsg. von Eva BRINKSCHULTE, Berlin 2994.

WEITLAUFF, Manfred, Priesterbild und Priesterbildung bei Johann Michael Sailer, in: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte, Sigmaringen, Bd. 14 (1995), S. 65-89.

WEITZ, Siegfried, Makarenkos Erziehungskonzeption auf dem Weg ins Leben. Eine Zwischenbilanz unter besonderer Berücksichtigung Deutschlands, in: Bildungsreform und Vergleichende Erziehungswissenschaft. Aktuelle Probleme - historische Perspektiven. Leonhard Froese zum Gedenken, hrsg. von Bodo Willmann, Münster [u.a.] 1995, S. 225-242.

WESTPHAL, Siegrid, Reformatorische Bildungskonzepte für Mädchen und Frauen - Theorie und Praxis, in: Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung in Deutschland, hrsg. von Elke KLEINAU und Claudia OPITZ, Bd. 1: Vom Mittelalter bis zur Aufklärung, Frankfurt [u.a.] 1996, S. 135-151.

WEYER, Reinhold, Bernhard Christoph Ludwig Natorp (=Beiträge zur Geschichte der Musikpädagogik, 3), Frankfurt [u.a.] 1995.

WIESNER-HANKS, Merry, Ausbildung in den Zünften, in: Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung in Deutschland, hrsg. von Elke KLEINAU und Claudia OPITZ, Bd. 1: Vom Mittelalter bis zur Aufklärung, Frankfurt [u.a.] 1996, S. 91-102.

WILKING, Susanne, Mutter, Missionarin, Meisterin: Der Beruf der Lehrerin in Italien von 1860 bis 1914 (=Europäische Hochschulschriften, Reihe 3: Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, 688), Frankfurt [u.a.] 1996.

WINKLER, Michael, Was spricht gegen Bücher?, in: Reformpädagogik kontrovers, hrsg. von Winfried BÖHM und Jürgen OELKERS (=Erziehung, Schule, Gesellschaft, 3), Würzburg 1995, S. 201-234.

WITT, Ulrike, "Wahres Christentum" und weibliche Erfahrung. Bildung und Frömmigkeit im Pietismus des 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts, in: Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung in Deutschland, hrsg. von Elke KLEINAU und Claudia OPITZ, Bd. 1: Vom Mittelalter bis zur Aufklärung, Frankfurt [u.a.] 1996, S. 263-274.

WITTMÜTZ, Volkmar, Friedrich Eberhard von Rochow und Johann Friedrich Wilberg, in: "Er war ein Lehrer". Heinrich Julius Bruns (1746-1794). Beiträge des Reckahner Kolloquiums anläßlich seines 200. Todestages, hrsg. von Frank TOSCH (=Quellen und Studien zur Berlin-Brandenburgischen Bildungsgeschichte, 2), Potsdam 1995, S. 85-101.

WOLLENBERG, Jörg, Zyniker mit blutendem Herzen. Der Bildungsreformer und Volkshochschulgründer Theodor Lessing (1872-1933), in: Mitteilungen des Vereins zur Geschichte der Volkshochschulen 5 (1994), H. 3-4, S. 22-37.

WÜRZER SCHOCCH, Elsbeth, Otto Rühle und Siegfried Bernfeld. Eine vergleichende Darstellung zweier Pädagogen, ihrer unterschiedlichen psychologischen und soziologischen Grundlegungen und ihrer pädagogischen Relevanz, Zürich 1995.

ZIERATH, Christof, Moral und Sexualität bei Jakob Michael Reinhold Lenz (=Saarbrücker Hochschulschriften, 25), St. Ingbert 1995.

7. Mitgliederspiegel


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Mitgliederstand April 1996: 269 Mitglieder

Adressenänderungen und neue Mitglieder

A. Neue Mitglieder

DR. GERNOT BARTH
PH Erfurt
Institut für Schulpädagogik
Nordhäuser Str. 63
99089 Erfurt

DR. MONIKA FIEGERT
Universität Osnabrück
FB III Erziehungs- und Kulturwiss.
FG Allg. Pädagogik
Hegertorwall 9
49069 Osnabrück

DR. FRANZ-MICHAEL KONRAD
Universität Tübingen
Institut f. Erziehungswissenschaft I
Münzgasse 22-30
72070 Tübingen

MONIKA WARLING
Berkenbrinkweg 23
32051 Herford

B. Adressenänderungen

PROF. DR. PETER DREWEK
Arnimallee 11
14195 Berlin

PROF. DR. JULIANE JACOBI
Universität Potsdam
Institut f. Pädagogik
Postfach 601553
14415 Potsdam

PD DR. ELKE KLEINAU
Van-Dyck-Str. 12
24539 Neumünster

PROF. DR. TOSHIAKI MIYAZAKI
Kagoshima Univ.
Fac. of Education
Kohrimoto 1
Kagoshima 890
JAPAN

PROF. DR. ANDREAS VON PRONDCZYNSKY
Bildungswissenschaftliche Hochschule Flensburg - Universität
Institut f. Allg. Pädagogik
Mürwiker Str. 77
24943 Flensburg

PROF. DR. KARL FRIEDRICH REIMERS
Amalienstr. 11
85737 Ismaning (Mchn)