Es hat mich gar sehr erfreut einmal
wieder ein Lebenszeichen von Ihnen zu erhalten
und zu wissen wo
mein Geist in der Erinnerung Sie aufsuchen soll, denn daß [sc.: das]
können
Sie sich wohl denken, daß Ihr
e
Thätigkeit Bemühen uns in die Kenntniß der innern Organe
unserer
geistigen Thätigkeit einzuführen als erziehende dankbar
in uns fortlebt, um so mehr freue ich mich auch
Ihnen auf Ihre
gütige mehrfach theilnehmend-pflegende Anfrage eine günstige
Antwor[t]
schreiben zu können. Nach dem was Sie mir von der
Frl. v. der Noddgerie
schreiben
soll uns dieselbe für den nächsten Sommercursus,
welcher den 15 Mai – resp
in
diesem
Jahr mit Anfang einer neuen Woche, am 17‘ Mai beginnt und mit
Ende
Octbr schließt als liebe Schülerin freundlich willkommen
seyn.* Und somit ist von
dieser Seite Ihre Anfrage beantwortet u.
die Sache abgemacht. Nur wollte ich
um gleich dem Verhältniß
einen klaren und sichern Ausdruck zu geben bei Ihnen
und g[an]z
besonders bei Frl v.d. Noddgerie anfragen ob sie sich zur
Ausglei-
chung des Gebens und Nehmens nicht geneigt finden sollte
mit ihrer Kenntn[iß]
der engl. u französischen Sprache dem Ganzen
zu dessen besonders innern Fortbildung täglich ein
ige oder wöchentl. einige Stunden einige
Stunden [2x] zu widmen. In
welcher geeigneten Weise, das würde
sich später, durch die Umstände
bestimmt
und gege-
ben werden, bestimmt heraus stellen;
darum wie ich die
Sache im
Allgemeinen jetzt schon ansehe, so würde dieß selbst für das
Frl
selbst eine Gelegenheit zum tiefern Eindringen und freiern
Beherrschen
des Gegenstandes
für
d als Lebensberuf haben [sc.:sein].
Ferner Da ich nun
nochmals vor
Eintritt des gnd. Frl von demselben eine bestimmte
Anzeige
desselben, und eine Antwort auf vorstehende Anfrage
erwarte: so
würde es um der weiteren Klärung und Feststellung der
Verhältnisse viel[-]
leicht gut seyn wenn Frl v. d. N. die
Zeit wegen der Bezahlung der
gedachten
60 rth ob im Beginn des Cursus oder in der Mitte derselbe
u.s.w.
[festzulegen überlassen bleibe]
Diese Bestimmungen
bleiben dem Frl. g[an]z überlassen nur eben, daß sie um Irrungen zu
ver-
meiden so voraus bestimmt werden, wie sie wirklich
eingehalten werden können.
So wüßte ich nun hier nichts weiter
hinzuzufügen als von uns wenn auch persönl
noch unbekannt die
freundlichsten Grüße. – Auch mir bleibt jetzt nur, wenn
der Brief
noch rechtzeitig zur Post soll, noch übrig den Wunsch auszusprechen,
daß
sich in nächster
Saison ein so reicher Besuch
hier im Bade einfinden möchte, daß Sie sich
dadurch veranlaßt
sehen, auch ihm wieder einen Besuch zu schenken und durch Ihre
geistreichen
Vorträge ein höheres geistiges Leben zu
wirken nähren. – Von meinem Wirken
sage ich blos, daß [durch]
das bekannte Verbot nach mehreren
Seiten hin die Theilnahme dafür noch mehr geweckt
worden ist so
daß seit demselben mehrere neue Kindergärten nahe u fern entstanden
sind.
*obgleich die von ihr bestimmte Vergütigungssumme der 60
rth gerad nur die Hälfte des jetzigen Cursusgeldes beträgt. Die
Besorgung der Wäsche müßte dann aber von Frl. v.d.N. selbst besorgt
werden was aber hier nicht eben theuer ist ferner würde das Frl. ihr
eigenes Bett u Bettbezüge mitbringen wie dieß sonst der Fall ebenso
einige Servietten u Ein Tischbesteck nebst Kaffeelöffel. Letzteres
sind zwar keine wesentl Sachen doch wollte ich sie erwähnen da sie
sonst zum g[an]zen gehören[.]