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Bericht: Struckmann, Caspar: Schulprogramme und Jahresberichte : Zur Geschichte einer wenig bekannten Schriftenreihe
In einigen neueren Arbeiten zu schulgeschichtlichen Themen ist wiederholt
mit Bedauern festgestellt worden, daß über den Schulalltag früherer
Zeiten zuwenig Zeugnisse vorlägen, als daß zuverlässig
über die Unterrichtspraxis und die Erziehungswirklichkeit an den Schulen
berichtet werden könnte[1]
. Anders als die Sitzungen
kommunaler Räte oder Parlamente sind die Unterrichtsstunden der Schulen
natürlich nicht durch detaillierte Protokolle dokumentiert worden.
Immerhin aber bleibt das Leben in den Lehranstalten nicht gänzlich
im überlieferungslosen Dunkel. Dank einer besonderen Schriftenreihe
der höheren Schulen sind Rückblicke auf Lehrstoffe oder auf die
Mitglieder des Lehrkörpers möglich: Die Schulprogramme der Gymnasien
und später auch der Realschulen berichteten über den Ablauf des
je vergangenen Schuljahres. Wurde in den Anfängen nur zu den öffentlichen
Abschlußfeiern geladen und das "Programm" dieser Feier durch ein
Einladungsschreiben mitgeteilt, so erweiterte sich die Funktion dieser
Schriften hin zu einem Mitteilungsblatt über die Schule. In Preußen
wurden sie im Jahre 1824 allen höheren Lehranstalten zur Pflicht gemacht[2].
Nicht nur das, kurz darauf organisierten die Schulbehörden einen landesweiten
Austausch der Programme mit dem Ziel des Erfahrungsaustausches und der
gegenseitigen Bereicherung. Fortbildung der Lehrer war das eine Ziel, das
andere bestand in dem Bestreben, die Öffentlichkeit für die Bildung
zu interessieren, die höheren Schulen transparent zu machen und Eltern
der Schüler sowie Freunden und Förderern der Lehranstalten Einblicke
in die Art der Wissensvermittlung und die Erziehungswirklichkeit zu geben.
Der doppelten Zielsetzung entsprechend richteten sich die beiden Teile
der Programme nicht ausschließlich aber vornehmlich an bestimmte
Zielgruppen: die Schulnachrichten brachten Mitteilungen über die Lehrpensen,
die Absolventen, das Kollegium, Ausflüge, Gäste usw. zur Kenntnis
der Eltern und der lokalen Öffentlichkeit; in den Abhandlungen befaßte
sich ein Lehrer mit einem wissenschaftlichen Thema seiner Wahl. Art und
Inhalt dieser Arbeiten sollten so beschaffen sein, daß mindestens
die gebildeten Kreise von der Abhandlung Gewinn haben würden.
I. Zur Funktion der Schulprogramme und
Jahresberichte
Dem Programmwesen eignete von den Intentionen
her der Charakter des Neuen und Fortschrittlichen, da Austausch, Offenheit
und Dialog das Schulwesen beflügeln sollten und die Bildung im Land
fest verankert würde. Wie aber standen die Schulen zu der ihnen auferlegten
Pflicht, konnte die Schriftenreihe die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen?
Einblick in den Umgang der Schulen mit den Programmen bieten die jährlichen
Rechenschaftsberichte selber. Da wurde einerseits das positive Element
zwischen Eltern und Anstalt gewürdigt, "die nöthige Bekanntschaft
und Verbindung" zwischen beiden Seiten zu unterhalten, denn die Überzeugung
war verbreitet: "Denkende Eltern wollen wissen: Was wird gelehrt, wie wird
es gelehrt, von wem, welches sind die Mittel, den Fleiß zu beleben,
die Ordnung zu erhalten, welches die Hülfsmittel zur Förderung
des Ganzen?"[3]. All das sollte durch
die "Einladungsschriften" vermittelt werden.
Auf der anderen Seite war die Bindung zwischen
Schule und Elternhäusern örtlich nicht so eng, wie es wünschenswert
gewesen wäre. Das läßt sich der folgenden Feststellung
entnehmen: "Gleichwol (sic) ist hin und wieder wahrgenommen worden, daß
unsre Programme nicht von allen Aeltern (sic) gelesen werden. Das ist aber
nothwendig, wenn die Anstalt der so wichtigen Einwirkung des (Eltern-)Hauses
für ihre Zwecke gewiß werden soll. Wir ersuchen daher die geehrten
Aeltern, das jedesmalige Programm, welches ihren Söhnen immer für
Sie gegeben wird, den selben zum Lesen abzufordern. Unsre Schüler
sind angewiesen, es ihren Aeltern oder Vormündern jedesmal mitzutheilen"[4].
Über das Nachlassen des Interesses an den Schulen klagte wenig später
auch ein anderer Schulmann. In Prenzlau hatte man feststellen müssen,
daß sich Gleichgültigkeit gegenüber Schulen breit machte.
Die Folge war: "Es ist für manche solcher Schulen eine Thatsache,
daß die Programme in der Regel ihren Zweck verfehlen, eine theilnehmende
Menge von Zuhörern zu der öffentlichen Rechenschaft des in einem
längeren Zeitraum Geleisteten einzuladen ..."[5].
Mußte die Schule da nicht befürchten, daß die Programme
gar nicht mehr gelesen, sondern gleich weggeworfen wurden? Direktor Wiese
in Prenzlau suchte nach einer Erklärung für die Entfremdung zwischen
Schule und Publikum. Die Gründe sah er teils in der Sympathie für
die Realschulen und folglich der Abneigung gegen die altsprachlich-humanistische
Bildung, teils "in den eigenthümlichen Ansprüchen und vermeintlichen
Bedürfnissen einer besonderen städtischen Commune"[6]
und dann konnte auch die "gesammte Beschaffenheit, welche die Anstalt eben
darbietet"[7], eine negative Rolle
spielen.
Wenn die Resonanz der Öffentlichkeit
teilweise derart ernüchternd ausfiel, wie gingen die Lehrer mit den
Programmen um, welche Funktionen erfüllten die Schriften in den Schulen?
Es war zugleich ein Geben und Nehmen. Der aktive Part bestand darin, für
das Erscheinen des Programmes zu sorgen, die Verteilung zu organisieren
und die Kosten in Grenzen zu halten, darauf wird noch einzugehen sein.
Die passive Seite hieß, die von Dritten im Austausch empfangenen
Schriften für die Benutzung zu bearbeiten und den Kollegen zugänglich
zu machen. In den Programmen ist diese zweite Seite die vorherrschend behandelte.
Wiederholt wird mitgeteilt, die eingegangenen Hefte zirkulierten im Kollegium
und fänden ihren Platz in der Schulbibliothek[8].
Andere und spätere Formen der Bekanntmachung bestanden darin, daß
die Eingänge im Lesezimmer ausgelegt wurden[9],
von wo sie dann zur dauernden Aufbewahrung in das Amtszimmer des Direktors
kamen; in Pyritz wurden sie im Jahre 1880 "dadurch fruchtbar gemacht, daß
die neu eingegangenen Programme gut geordnet, systematisch katalogisiert
wurden und in den wichtigsten Erscheinungen wöchentlich in besonderen
Lesemappen bei den Lehrern der Anstalt cirkulierten"[10].
Die bibliographische Erschließung war eine unerläßliche
Voraussetzung für die spätere Nutzung. Die Schulen mußten
diese Leistung zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben erbringen.
Es scheint üblich gewesen zu sein, diese Aufgabe einem besonderen
"Bibliothekar" zu übertragen, als solcher stellte sich ein Lehrer
zur Verfügung oder wurde damit beauftragt[11].
Bereits in den dreißiger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts entstanden
spezielle Verzeichnisse oder Programmkataloge, wie mehrfach berichtet wurde[12].
Welch schöner Lohn für lange mühevolle Arbeit, wenn das
Resultat allen Fleißes, der fertige Katalog, später öffentlich
belobigt wurde[13]. Nur darf die
Katalogisierung nicht als einfache Anwendung des Alphabetes mißverstanden
werden. Zuvor war zu entscheiden, wie denn verzeichnet werden sollte, nämlich
ob nach Ortsalphabet der Schulorte oder nach inhaltlichen Gesichtspunkten.
Diese Entscheidung würde auch auf die Art der späteren Aufstellung
Auswirkungen haben. Deswegen und mit Blick auf zu erwartende Zuwächse
wollte die beste oder zweckmäßigste Form sorgfältig erwogen
sein[14].
Auch über die Ansiedlung der Programme
innerhalb der Schule mußte mit Bedacht entschieden werden. Man geht
wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß die Integration in die Schul-
oder Lehrerbibliothek der Normalfall war. Wo vorhanden, kam auch das Schularchiv
als Aufbewahrungsort in Frage. Was die dauerhafte Lagerung angeht, so scheint
die Gliederung nach Sachgebieten und die Einordnung in entsprechende Fächer
gängige Praxis gewesen zu sein[15].
Von einzelnen Lehranstalten ist bekannt, daß ihre Programmbestände
gebunden wurden, wobei die Einbände zugleich als Unterscheidungsmerkmale
dienten: am Gymnasium in Gumbinnen waren die Ausgaben preußischer
Schulen an dunkelgrauem Karton mit rosa Schild zu erkennen, die übrigen
bekamen die Farbkombination blau mit gelbem Schild[16].
Die Berliner Schulen hatten sich lange den Luxus eleganter Ausstattung
derjenigen Exemplare geleistet, die an die vorgesetzten Behörden weitergegeben
wurden. Diese Extravaganz fand im Jahre 1889 aus Kostengründen ein
Ende, auch "Umschläge aus farbigem Glanzpapier"[17]
sollten nur noch ausnahmsweise verwandt werden.
Die Kostenfrage spielte bereits in der
ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts eine wichtige Rolle, jedenfalls
für die städtischen Schulen. Die kommunalen Schulträger
mußten wohl erst allmählich überzeugt werden, daß
die Druckkosten für die Programme als unvermeidlicher Bestandteil
des Etats der Lehranstalten anzusehen seien und zusätzlich bewilligt
werden mußten. Solange sich diese Einsicht noch nicht durchgesetzt
hatte, konnte es passieren, daß die nötigen Mittel nicht ausreichten
und der Leiter der Schule mit Zuschüssen aus seiner eigenen Tasche
das Erscheinen erst möglich machte[18].
In einem anderen Fall trugen die Kosten für die Programme dazu bei,
daß der notwendige Ankauf von Büchern und physikalischen Geräten
unterbleiben mußte und selbst die Anstellung eines Fachlehrers für
Französisch zurückgestellt wurde[19].
Der "Mangel an den nöthigen Fonds"[20]
war dafür verantwortlich, daß das Gymnasium von Lauban/Schlesien
die eigentlich vorgeschriebene wissenschaftliche Abhandlung im Jahre 1840
nicht publizieren konnte. Die höhere Schule in Glogau mußte
wenig später ein Kompensationsgeschäft hinnehmen: da sie in den
vergangenen beiden Jahren die angesetzten Mittel für die Druckkosten
des Programmes "bedeutend überschritten"[21]
hatte, vermutlich für überlange Abhandlungen, so stand nun für
die aktuelle Ausgabe der Abhandlung 1842 nur ein Minimum an Geld zur Verfügung.
Sehr ausführlich und fast provokativ für die Gemeindeväter
ging im Jahre 1856 der Direktor der Stadt- und höheren Bürgerschule
Landeshut/Schlesien auf die Misere um die Veröffentlichung der Programme
ein. Nur unter Zuhilfenahme von Geldern, die von den Schülern für
die Schulbibliothek eingezogen wurden, sei es gelungen, den Druck der Hefte
überhaupt zu ermöglichen. Was er durch eine direkte Umlage nicht
erreicht hätte, weil sie nicht bewilligt worden wäre, mußte
er über einen Umweg zustande bringen und richtete indirekt Vorwürfe
gegen die Stadt: damit hatten die Schüler bzw. ihre Eltern durch ihre
Zahlungen das Erscheinen der Programme erst sichergestellt[22].
Es gab auch Gegenbeispiele, nämlich die verständnisvolle Bewilligung
der notwendigen Mittel in anderen Städten. Wenn nicht alles täuscht,
spricht aus den entsprechenden Mitteilungen zweier wahrscheinlich jüngerer
Schulen ein gewisser Stolz über die einsichtige Haltung der Stadtväter[23].
II. Die Themen der wissenschaftlichen
Abhandlungen
Die wissenschaftlichen Abhandlungen als
Teil der Schulprogramme sollten nach dem Willen ihrer Urheber zugleich
dem fachlichen Erfahrungsaustausch der Philologen untereinander wie der
Information der Öffentlichkeit über allgemein interessierende
Themen dienen. Das Bestreben der Schulmänner nach Gleichstellung mit
anderen Berufsgruppen und gesellschaftlicher Anerkennung fand Erfüllung
in der Bestätigung und Würdigung ihres Amtes als Gelehrte. Von
den Universitäten bereits mehr für die Wissenschaft als für
die Schule geprägt[24], fanden
sie ihr Selbstverständnis zunehmend in der Rolle des Vermittlers von
Wissen und immer weniger in der des Erziehers oder Lehrers. Folgerichtig
gerieten ihnen die Abhandlungen mehr und mehr zu Schauplätzen für
die Darstellung von Gelehrsamkeit: "Die Entwicklung nahm seit den dreißiger
Jahren immer entschiedener die Richtung auf rein `wissenschaftliche´
Arbeiten, besonders philologischen Inhalts. Sie erreichte ihren Höhepunkt
in den sechziger und siebziger Jahren"[25].
Damit waren diese Schriften ganz überwiegend dem Interesse eines breiteren
Publikums entzogen und entfielen als Mittler zwischen Schule und Öffentlichkeit.
Aber es gab auch Ausnahmen. In Abkehr von den "speciellsten Specialitäten
der Wissenschaft" oder umgekehrt von so rein pädagogischem Interesse,
"daß sie nur für Schulmänner geschrieben zu sein schienen"[26],
bat der Verfasser einer Hallenser Schule förmlich um Entschuldigung,
daß seine Abhandlung, damit sie für jedermann lesbar sei, "weder
auf den Gelehrten noch auf den Methodiker besonders Rücksicht nimmt"[27].
Worüber der Lehrer Hüser dann schrieb, trug den Titel: "Wie Chamisso
ein Deutscher wurde".
Die bisherige Fehlentwicklung der Abhandlungen
vor Augen wurde in der Unterrichts- und Prüfungsordnung für die
Realschulen von 1859 ausdrücklich festgelegt, daß die Programme
dieser Schulen "streng philologische Untersuchungen über griechische
und römische Sprache und Literatur"[28]
zu meiden hätten. Dafür böten Geschichte und Literatur,
Natur und Kunst genügend Stoff zu Arbeiten von allgemeinem Interesse,
und die Kunst bestehe gerade darin, den Stoff in populärer Form darzubieten.
Aber auch die Unterrichtsstoffe kämen als Themen in Betracht. Von
dieser Möglichkeit hat im gleichen Jahr ein Realschulleiter im Regierungsbezirk
Posen Gebrauch gemacht. Direktor Rodowicz schickte seiner Arbeit unter
dem Titel "Vorbemerkungen" Gedanken "Zur Verständigung mit unserem
nächsten Leserkreis" voraus, um sich über den Sinn seiner "Beiträge
zur Würdigung des Studiums fremder Sprachen, besonders der latheinischen
und französischen" zu äußern bzw. um ein solches Thema
zu rechtfertigen. Denn darum handelte es sich in Wahrheit. Indem der wissenschaftlich
interessierte Schulmann jederzeit bereit sei, sein Wissen zu erweitern
und auch sehr speziellen Gegenständen Aufmerksamkeit schenke, sei
die Veröffentlichung von Abhandlungen auch unterschiedlichster Arten
bereits gerechtfertigt. Dazu könne als praktischer Nutzen die Verwendung
in der Schule treten. Die Darstellung einzelner "Unterrichtsfächer
nach Lehrweise, Umfang, Lehrmitteln, Vertiefung"[29]
oder ein Bericht über die Gesamtlage einer Schule eigneten sich gut
für das Programm. Solche allgemeinen Gedanken mußten der Abhandlung
vorausgeschickt werden, um sie vor der Fachwelt zu legitimieren. Das bürgerliche
Publikum hatte in all diesen Überlegungen keinen Platz mehr. Schulspezifische
oder unterrichtspraktische Abhandlungen hat es später immer wieder
gegeben[30]. Nur scheinen sie die
Ausnahmen geblieben zu sein, denn bereits im Jahre 1866 wurden die Realschulen
wiederum ermahnt, ihre Abhandlungen allgemeinverständlich zu halten[31].
Der gleiche Appell richtete sich später, 1893, erneut an alle höheren
Schulen[32].
Will man sich ein Bild von dem Inhalt der
Abhandlungen machen, so zwingt die Vielfalt der Gegenstände zu einem
zusammenfassenden Überblick und die Einteilung in Themengruppen. Ein
solches Verfahren wählte etwa eine höhere Schule in Gumbinnen.
Dank der Überlieferung von drei "Jahresbilanzen" dieses Gymnasiums
ist auch ein Vergleich für den Zeitraum von knapp dreißig Jahren
möglich. Die inhaltliche Gliederung der Abhandlungen erbrachte dieses
Bild:
Die Schulprogramme und speziell ihre wissenschaftlichen
und theoretischen Teile wurden immer wieder als geeignet angesehen, die
Tüchtigkeit und Gelehrsamkeit des preußischen Schulwesens zu
belegen. Den Schriften kam daher wiederholt repräsentative Bedeutung
zu, sei es im Inneren oder nach außen. Beispiele dafür sind:
beim Besuch des preußischen Königs in Glogau im Jahre 1841 bekam
der Monarch neben einem Gedicht in lateinischer Sprache ein Prachtexemplar
des Programmes des örtlichen Gymnasiums überreicht[37];
in Ermangelung einer zusammenfassenden Darstellung über das Schulwesen
des Landes bediente sich der Ministerialbeamte Ludwig Wiese wiederholt
der Schulprogramme, um auswärtigen Besuchern den Wunsch nach "gedruckten
Nachweisungen"[38] zu erfüllen;
das im Ausland hoch angesehene Schulwesen Preußens wurde bei mehreren
Weltausstellungen vorgestellt, zu den dafür geeigneten Exponaten zählten
regelmäßig auch Programme höherer Schulen[39];
zum ewigen Andenken an die Grundsteinlegung eines Schulneubaues 1914 in
Wilmersdorf wurden außer dem Bauplan auch die Jahresberichte der
letzten drei Jahre in den Grundstein versenkt[40].
III. Verbreitung und Nutzung
Die Bestandsangaben des Gymnasiums in Gumbinnen
für die Zeitspanne von fünfundzwanzig Jahren zeigen das starke
Wachstum dieser Schriftenreihe, nach der Jahrhundertmitte war die Menge
sieben Mal größer als am Anfang. Eine der Ursachen für
diese Expansion war die Ausdehnung des Austausches auf immer mehr Länder
deutscher Zunge[41], seit den dreißiger
Jahren waren Städte wie Lübeck und Frankfurt/Main und zahlreiche
Länder dem Tauschsystem beigetreten[42].
Zehn Jahre später, also im Jahre 1869 war der Gesamtbestand der Programme
erneut kräftig angestiegen: von der Schule in einer schlesischen Stadt
wurde fast die doppelte Menge gemeldet, nämlich gut 10 0000 Exemplare[43].
Mit derartigen Größenordnungen hatte niemand gerechnet - die
mit dem Tauschverkehr beauftragten Behörden, Provinzialschulkollegien
und die Geheime Registratur des Kultusministeriums waren mit der Last überfordert[44].
Es waren dringend Änderungen erforderlich. Dazu kam der große
finanzielle Aufwand, der nur noch geschätzt werden konnte und über
den das preußische Kultusministerium im Jahre 1860 durch eine Erhebung
genauere Angaben zu gewinnen suchte[45].
Es hat bis April 1875 gedauert, dann konnte die Reorganisation des Programmwesens
in Kraft treten[46]. Die beiden
wichtigsten Änderungen bestanden darin, daß die Organisation
des Austausches in Privatregie überging, nämlich an den Verleger
Teubner in Leipzig, und daß die Herausgabe von Abhandlungen nicht
länger Pflicht war, sondern den Schulen überlassen wurde[47].
Auf diese Weise konnten die Kommunen von den Druckkosten für die Programme
entlastet werden. Die Stadt Breslau hatte bereits vor der Verkündung
des Reformbeschlusses die Kostenbelastung zu begrenzen versucht, indem
die höheren Bürgerschulen nicht in jedem Jahr mit Abhandlungen
an die Öffentlichkeit traten[48].
Aufsehen, nicht nur in Fachkreisen, erregte im Jahre 1877 der Beschluß
der Berliner Stadtverwaltung, die Mittel für den Druck der Abhandlungen
bis auf weitere zu verweigern[49].
Erst 1881 wurde diese Sperre aufgehoben.
Trotz der Reform von 1875 und der Freiwilligkeit
der Abhandlungen ist die Zahl der wissenschaftlichen Arbeiten nicht kleiner
geworden[50], wie sich an dem stetigen,
wenngleich weniger starken Wachstum der Gesamtzahlen zeigt: im Jahr 1890
war die Grenze von 20.000 Exemplaren bei einer einzelnen Schule überschritten[51].
Bei diesen Dimensionen noch die Übersicht zu wahren bzw. den Gesamtbestand
für die Benutzung verfügbar zu halten, muß für die
Schulen eine schwierige Aufgabe gewesen sein. Abgesehen davon stellte sich
natürlich auch die Frage nach dem Platz für die Aufstellung und
Aufbewahrung dieser Mengen von Schriftgut. In einem besonderen Fall, bei
dem Umzug des Königlichen Gymnasiums Oels 1904 in einen Neubau ist
das Platzproblem auf eine einfache, aber rabiate Weise gelöst worden:
durch die Vernichtung des Großteils des Bestandes. War dort bis zu
diesem Zeitpunkt kontinuierlich gesammelt worden und so ein Maximum von
fast 35 600 Stück zusammengekommen, so bleiben nach dem Einzug in
das neue Haus ganze 8 200 Hefte übrig[52].
Dem Umzug waren also über 27 000 Ausgaben zum Opfer gefallen. Schulen
ohne eine solche Zäsur haben bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges
ungestört weitersammeln können. In diesen zehn Jahren dürften
noch einmal beträchtliche Zuwächse zu erwarten sein, nur fehlen
leider die erwünschten direkten Zahlenangaben für das Jahr 1914.
Das hängt damit zusammen, daß durch Direktorenwechsel die Kontinuitäten
nicht gegeben waren, d.h. wenn der eine Schulleiter die Angaben über
die Zuwächse des Bestandes regelmäßig in das Programm aufgenommen
hatte, mochte der Nachfolger diese Information als unwichtig ansehen und
nicht mehr veröffentlichen. Auf diese Weise läßt sich nur
aus mehreren Indizien auf das theoretische Maximum an Heften für das
Jahr 1914 schließen. Zunächst läßt sich für
das erwähnte Gymnasium in Glogau feststellen, daß sein Endbestand
von 45 875 Stück noch nicht die mögliche Obergrenze erreichte,
da ein Vergleich mit der Sammlung von Oels im Jahr 1903 zeigt, daß
Glogau - aus welchen Gründen immer - einen leichten Rückstand
aufwies. Umgekehrt: hätte Oels ohne Unterbrechung weitergesammelt,
so wäre zu der Menge von 1903 (gut 35 000 Stück) noch mindestens
der größte Teil dessen hinzugekommen, was sich im Jahre 1915
bereits wieder angehäuft hatte: gut 16 000 Exemplare[53].
Es ist also realistisch, anzunehmen, daß
an einer einzelnen preußischen Schule maximal 50 000 Programme vorhanden
waren. Diese Größenordnung entspricht fast dem, was die Universität
Gießen in mehrjähriger Sammeltätigkeit zusammengetragen
hat[54]. Bei den Schulaufsichtsbehörden
müssen sich schließlich die Klagen der Schulen über die
räumliche Enge und die organisatorische Belastung mit der Fülle
der Programme gehäuft haben. Beide Übel spiegeln sich in der
Ministerialverfügung vom Juni 1914, nach der den Schulleitern nun
erlaubt wurde, sich insofern Erleichterung zu verschaffen, als fremde Schulnachrichten
nur drei Jahre aufgehoben werden sollten oder auch vernichtet werden konnten[55].
Knapp dreißig Jahre später sollte den Schulprogrammen ihr ideeller
Wert aberkannt werden. Im Zuge der Rüstungsanstrengungen und der Mobilisierung
aller Rohstoffquellen verfügte der Reichsminister für Wissenschaft,
Erziehung und Volksbildung am 29. April 1943, daß die Jahresberichte
und Schulprogramme aus der Zeit bis 1914 bei den höheren Schulen "zweifellos
meistens entbehrlich"[56] seien
und "in möglichst großem Umfang der Altmaterialsammlung überwiesen
werden" sollten. Allerdings wurde den Schulleitern ein gewisser Entscheidungsspielraum
eingeräumt, denn in der gleichen Verfügung hieß es: "Was
von den wissenschaftlichen Beilagen zurückzubehalten ist, kann dem
Ermessen der einzelnen Anstaltsleiter überlassen bleiben"[57].
Bei allen Problemen und Belastungen mit
der Materialfülle - eignete der Reihe nicht trotzdem nach wie vor
ein positives Moment ? Hier Antworten zu finden fällt angesichts der
Quellenlage nicht leicht. Es mag den idealen Lehrer gegeben haben, der
von sich sagen konnte, er habe durch die Lektüre einer Abhandlung
unmittelbaren Nutzen für seinen Unterricht oder Anregungen in einer
theoretischen Frage erhalten. Der Befürworter der Programme hätte
die Weiterexistenz der Reihe verteidigt, er hätte damit Position bezogen
in einem Streit, der um die Jahrhundertwende um Sinn oder Nutzen der Schulprogramme
öffentlich ausgetragen wurde. Vielfach wurde das traditionelle Publikationsorgan
in Frage gestellt: der Ertrag stehe in keinem Verhältnis zu dem riesien
Aufwand, die Lehrer würden für die Beiträge nicht einmal
honoriert usw.
Es kann kein Zweifel darüber bestehen,
daß die Materialfülle geeignet war, die Nutzung zu erschweren,
zumal, wenn eine Schule die Bearbeitung nicht konsequent betrieb oder die
nach und nach verfügbaren Verzeichnisse[58]
nicht als Hilfsmittel zur Verfügung stellen konnte. Wie schnell Schwierigkeiten
bei der Ordnung der Schriften eintreten konnten und welche Folgen sie nach
sich zogen, illustriert das Beispiel einer Schule in Cottbus. Die Programme
wurden im Zusammenhang mit den sonstigen Arbeiten in der Schulbibliothek
geordnet und katalogisiert[59].
Der dafür zuständige Oberlehrer hat diese Arbeiten bis 1857 regulär
betrieben und einen eigenen Katalog angelegt. Das Unglück wollte es,
daß der "Bibliothekar" schwer erkrankte und offenbar für eine
gewisse Zeit amtsunfähig blieb. Er wurde von niemandem vertreten,
hat später nach Rückkehr in die Schule seine Arbeit wieder aufgenommen
und mußte sich - sei es aus gesundheitlichen oder aus quantitativen
Gründen - darauf beschränken, "die einzelnen Jahrgänge zu
sondern und vorläufig wenigstens einige derselben alphabetisch zu
ordnen"[60]. Der gute Wille war
da, aber der Nutzen dieser Mühe vermutlich eher gering, d. h. die
Benutzbarkeit war wohl seitdem nur noch sehr eingeschränkt gegeben.
Das war ein verbreitetes Übel, man vermißte eine schnelle, gezielte
Zugriffsmöglichkeit. Immer wieder wurde die Forderung erhoben, "daß
eine leichtere und bessere Ausnutzung der Programme ermöglicht werden
müsse"[61], wie es der Berliner
Direktor Schwalbe formulierte. Es erwies sich eben, daß die verschiedenen
veröffentlichten Verzeichnisse entweder zeitlich und sachlich zu begrenzt
angelegt waren oder modernen bibliographischen Erfordernissen nicht mehr
genügten. Um dem abzuhelfen und seinen Kollegen entgegenzukommen,
entschloß sich der Direktor des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen
Kloster im Jahre 1906, nach dem Vorbild einiger höherer Schulen in
Ostpreußen und nach der Praxis in Österreich, die Titel der
Abhandlungen der letzten Jahre in einer Übersicht an exponierter Stelle
des Programmes[62] wiederzugeben
in Form eines "Verzeichnisses der wissenschaftlichen Abhandlungen, welche
als Beilagen zu den Jahresberichten des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen
Kloster ... erschienen sind"[63].
Diese Rubrik im Programm wurde bis 1909 beibehalten, dann gekrönt
durch den "Versuch einer Inhaltsangabe von Teilen der Jahresberichte von
1825-1908", inklusive biographischer Daten zu den Autoren. So nützlich
diese Praxis sein konnte, sie ersetzte nicht das vielseits vermißte
große Verzeichnis, das die Suche in den Einzelheften erspart hätte.
So steht also zu vermuten, daß die
Programmsammlungen der höheren Schulen entweder aus organisatorischen
Gründen nur eingeschränkt genutzt werden konnten oder, wenn die
Bestände sehr alt waren, wegen nicht mehr zeitgemäßer Inhalte
für manche Fächer nur noch mit ihrem modernen Teil von direktem
Nutzen sein konnten. Es gab aber auch Fälle, bei denen die Schriftenreihe
keine Funktion mehr erfüllte. Wo die Schulen darauf verzichteten,
die Katalogisierung und systematische Aufstellung vorzunehmen - davon wußte
Direktor Schwalbe zu berichten[64]
- blieb das gesamte Material unzugänglich. Andererseits mögen
diese Voraussetzungen gegeben gewesen sein, aber trotzdem erfüllten
die Abhandlungen nicht ihren Sinn, da die Lehrer sie nicht beachteten bzw.
sie nicht für sich auswerteten[65].
Ein eifriger Befürworter der Schulprogramme wie Richard Ullrich mochte
sich über diese Tatsache empören: "Denn es wäre geradezu
unglaublich, wenn eine so wohlorganisierte Programmbibliothek ein wissenschaftlich
interessiertes Kollegium oder wenigstens einige seiner Mitglieder nicht
zu recht häufigem Gebrauch bei ihren Studien geradezu herausfordern
sollte"[66]. Einzelne Oberlehrer
mochten noch von dem alten Wissenschaftsethos durchdrungen sein. Dagegen
zeichnete sich um die Jahrhundertwende ab, daß der Lehrerstand einen
Veränderungsprozeß erlebte: "Sein Anteil an der wissenschaftlichen
Arbeit ist im Sinken"[67]. Es war
nicht nur dies, was die Oberlehrer des Kaiserreiches von ihren Kollegen
im Preußen des neunzehnten Jahrhunderts unterschied. Aus den Gelehrten
alten Stils waren Fachlehrer und Spezialisten geworden. Die Wissensvermittlung
und die Bewältigung der Stoffülle stand im Mittelpunkt aller
Erwägungen. Der Ton an den großen Schulen wurde unpersönlicher,
der einzelne Lehrer reduziert auf seine Funktion als Unterrichtsbeamter[68].
Die humanistische Bildung hatte an Ansehen verloren, es waren nicht länger
Philosophen und Historiker, die die Welterklärung lieferten, sondern
vielmehr Physiker, Biologen und Ärzte. Daher ist es nicht verwunderlich,
daß in dieser Phase, wo das Selbstverständnis der höheren
Bildung in Frage gestellt war, die Schulen sich stärker auf ihre eigene
Vergangenheit besannen und die Abhandlungen mit Themen pädagogischer
Art oder solchen zur Schulgeschichte eine größere Rolle zu spielen
begannen[69].
Der Berliner Direktor Schwalbe stellte
im Jahre 1881 den Sinn der Schulprogramme noch einmal unter Berufung auf
das folgende Zitat heraus: "Sie sollen für die Eltern zur Erregung
des Interesses dienen, sie sollen den Schülern Stoff zur Belehrung
bieten, sie sollen zur Anregung der Lehrer, Dokumentierung und Förderung
des wissenschaftlichen Geistes unter ihnen beitragen, sie sollen die Mitteilung
besonderer pädagogischer Einrichtungen ermöglichen, ein Bindeglied
zwischen den einzelnen Schulen sein und alles zusammengefaßt, sie
sollen zur Förderung des Schulwesens überhaupt dienen"[70].
Leider ist für dieses Zitat weder der Urheber noch die Zeit angegeben,
vermutlich handelte es sich um eine amtliche Äußerung aus der
Zeit nach der Reichsgründung. Man versuchte also, an die Zeit der
1820er Jahre anzuknüpfen, ungeachtet aller großen gesellschaftlichen
Veränderungen, die inzwischen auch Rückwirkungen auf das Bildungswesen
gehabt hatten. Das Programmwesen selber war seit der Reichsgründung
wiederholt reformiert worden[71],
es ist aber nichts darüber bekannt geworden, daß etwa eine Einstellung
der Reihe erwogen worden wäre. Statt dessen erfuhr sie eine Namensänderung,
die sich langsam durchsetzte: im Jahre 1899 zum ersten Mal belegt[72],
wurden die Schulnachrichten nun nach und nach zu "Jahresberichten", welche
Bezeichnung sich auf die Reihe insgesamt ausdehnte. Der Name war vor 1914
immer häufiger geworden und wurde nach Kriegsende als eigentlicher
Gattungsbegriff allgemein geläufig[73].
Der Direktor des Gymnasiums zum Grauen
Kloster in Berlin regte seine Kollegen in der deutschen Hauptstadt und
anderswo an, es ihm gleichzutun und in ihren Programmen künftig ebenfalls
Übersichten über die Abhandlungen abzudrucken, um sie so "bekannter
und zugänglicher"[74] zu machen.
In Preußen gab es außer den ostpreußischen Listen und
den wenigen Veröffentlichungen für die Zeit vor 1876[75]
nur durch "gelegentliche Zusammenstellungen bei Schuljubiläen"[76]
systematische Aufschlüsse über ganze Jahresfolgen von Abhandlungen.
Zu den Schuljubiläen nämlich wurden fast regelmäßig
Festschriften publiziert, die in der Regel die Titel der Abhandlungen der
betreffenden Periode - 25., 50. oder andere Jahrestage - enthielten.
Der mangelnden Erschließung wird
es mit zuzuschreiben sein, daß die Schulprogramme bis heute in der
Geschichtswissenschaft wie in der Bildungsgeschichte wenig Beachtung gefunden
haben, worauf wiederholt hingewiesen worden ist[77].
Die folgende Übersicht mit dem Nachweis von Abhandlungsserien von
über 130 höheren Schulen mag den Zugang zu weiteren Quellen eröffnen.
Die Liste bietet überwiegend Schulfestschriften, die in den Programmen
selber veröffentlicht worden sind[78].
Abkürzungen
[1] "Zahlreiche Arbeiten zur Schul- und Bildungsgeschichte kommen zu dem Schluß, daß die Realgestalt der Schule im Dunkeln bleibt, daß keine Betrachtung der schulpraktischen Umsetzung theoretischer Ansprüche und politischer Forderungen erfolgt (...). Die Hauptursache dieses Mangels liegt in der Tatsache begründet, daß große Teile der Schulrealität nicht anhand schriftlicher Quellen rekonstruierbar sind". Claus Conrad, Krieg und Aufsatzunterricht, Eine Untersuchung von Abituraufsätzen vor und während des Ersten Weltkrieges. Frankfurt/M. 1986 (Europäische Hochschulschriften, R 1, 856), S. 14. Ähnlich: "Die Erziehungs- wirklichkeit des Schulalltags ist für eine so weit entfernte Zeit mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nachträglich nicht mehr objektiv und exakt abzubilden". Dietrich Hoffmann, Politische Bildung 1890-1933, Ein Beitrag zur Geschichte der pädago- gischen Theorie. Hannover, Berlin, Darmstadt, Dortmund 1970, S. 23 [2] "Circularrescript des Königlichen Ministeriums der Geistlichen, Unterrichts- und Medicinalangelegenheiten an sämmtliche Königlichen Consistorien, die Gymnasial-Prüfungsprogramme betreffend" vom 23. August 1814. Wortlaut bei J. D. F. Neigebauer, Sammlung der auf den öffentlichen Unterricht in den Königlich Preußischen Staaten sich beziehenden Gesetze und Verordnungen, Nachdr. hg. v. Wolfg. Neugebauer. Köln, Wien 1988, S. 272-275 [3] Programm des Kgl. Gymnasiums Posen 1817, S. 3f [4] Programm des Kgl. Gymnasiums Lyck/Ostpr. 1830, S. 35 [5] Programm des Gymnasiums Prenzlau 1838, S. 1 [6] Ebenda [7] Ebenda [8] Siehe Programm des Lyceums Torgau 1825, S. 29, Anm. sowie Richard Ullrich, Programmwesen und Programmbibliothek der höheren Schulen. In: Zschr. f. das Gymnasialwesen, Jg. 61 (1907), S. 81-288 (206 u. 223) [9] Programm des Gymnasium Wittstock 1879, S. 13 [10] Programm des Gymnasiums Pyritz/Po. 1880, S. 28 [11] Ein Bibliothekar wird erwähnt: Kgl. Friedrich-Gymnasium Gumbinnen 1832, S. 24 [12] Gumbinnen, ebenda; Programm Kgl. Gymnasium Ratibor 1831, S. 34; Programm Gemeinschaftliches Hennebergisches Gymnasium Schleusingen 1839, S. 14 [13] So vermeldet vom Kgl. Katholischen Gymnasium Gleiwitz/Schles., Programm 1843, S. 10 [14] Zu Fragen dieser Art und einzelnen Lösungen siehe R. Ullrich, wie oben Anm. 8, S. 206f [15] So in Gumbinnen, wie oben Anm. 11, S. 25 und in allgemeiner Form R. Ullbrich, Programmwesen, S. 207 [16] Programm Friedrichs-Gymnasium Gumbinnen 1858, S. 19 [17] Programm Askanisches Gymnasium Berlin 1890, S. 14 [18] Programm Lyceum Torgau 1825, S. 29, Anm. [19] Programm Gymnasium Sorau 1832, S. 15 [20] Programm Gymnasium Lauban/Schles. 1840, S. 10 [21] Programm Kgl. Katholisches Gymnasium Glogau 1842, Anmerkung zum Titel der Abhandlung [22] Programm Stadt- und höhere Bürgerschule Landeshut/Schles. 1856, S. 14, Fußnote [23] Programm Städtisches Progymnasium Spandau 1858, S. 28 u. Realschule, Bürgerknaben- und Elementarschule Perleberg 1858, S. 2 [24] Vgl. Friedrich Paulsen, Geschichte des gelehrten Unterrichts auf den deutschen Schulen und Universitäten vom Ausgang des Mittelalters bis zur Gegenwart. Bd. 2, 3. Aufl. Berlin, Leipzig 1921, S. 271f. [25] Ders., Programmwesen und Programmbibliothek. In: Gesammelte pädagogische Abhandlungen, hg. v. Eduard Spranger. Stuttgart, Berlin 1912, S. 621-627 (hier S. 622) [26] Programm Realschule im Waisenhaus zu Halle 1847, S. 2 [27] Ebenda; auch eine Reihe anderer Abhandlungen dieser Schule geben sich allgemeinverständlich, stellen sich auf ein Laienpublikum ein. [28] Adolf Beier, Die höheren Schulen in Preussen, Sammlung der wichtigsten, hierauf bezüglichen Gesetze, Verordnungen, Verfügungen und Erlasse. Halle 1902, S. 266, Anm. 3 [29] Programm Rawicz/Posen 1859, S. 5 [30] Vgl. die Abhandlung "Die Gesetze der Rechnung mit gemeinen Brüchen" und ihre sehr charakteristische Vorbemerkung der Höheren Schule Krossen 1864, Titelblatt, Rückseite und etwas später die Ausführungen des Oberlehrers Dr. Welz als Einleitung zu seiner Arbeit über Französisch in den oberen Klassen, Kgl. Katholisches Gymnasium Gleiwitz 1869, S. 3 [31] Zentralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung, Jg. 1866, S. 92f [32] Programm Städtische Realschule Königsberg/Pr. 1894, S. 14 [33] Abgesehen von der pauschalen Angabe bei Fr. Paulsen, Programmwesen, S. 622 siehe detaillierter B. Schwalbe, Programmfrage, S. 133 und noch genauer R. Ullrich, Programmwesen, S. 265f [34] C. Varrentrapp, Johannes Schulze und das höhere preußische Unterrichtswesen. Leipzig 1889, S. 395 [35] Thomas Nipperdey, Deutsche Geschichte 1800-1866. 4. Aufl. München 1987, S. 491ff [36] Siehe z. B. George G. Iggers, Deutsche Geschichtswissenschaft, Eine Kritik der traditionellen Geschichtsauffassung von Herder bis zur Gegenwart. 2. Aufl. München 1972, S. 121 [37] Programm Kgl. Gymnasium Glogau/Schles. 1842, S. 22 [38] Ludwig Wiese, Lebenserinnerungen und Amtserfahrungen, Bd 1. Berlin 1886, S. 247 [39] Ders., ebenda, Bd. 2, S. 24 (betrifft Wien 1873) u. Programm Kgl. Joachimsthalsches Gymnasium Berlin für St. Louis 1904 [40] Programm Reform-Realgymnasiumn Wilmersdorf 1914, S. 20 [41] Durch den Beitritt von Holstein und Schleswig war auch der Zugang zu Arbeiten in dänischer Sprache eröffnet. Sie wurden in einzelnen Schulen auch aufgehoben, hatten aber nur eine Bedeutung an Rande. [42] Eine Übersicht mit Jahreszahlen bietet B. Schwalbe, Programmfrage, S. 122 [43] Exakt 10.097 Stück; Programm Gymnasium Oels 1859, S. 46 [44] Siehe Zentralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung 1866, S. 340f u. R. Ullrich, Programmwesen, S. 195 [45] Ministerialverfügung von Anfang Juni 1860 zur Ermittlung des Finanzbedarfs, siehe Programm Gymnasium Nordhausen/Sa. 1861, S. 25. Zu den Kosten für die Programme 1865 und später siehe B. Schwalbe, Programmfrage, S. 123 [46] Siehe Zentralblatt 1875, S. 635-638 [47] Im Königreich Sachsen wurde die Pflicht zur Ausgabe von Abhandlungen erst im Juni 1898 aufgehoben. [48] Programm Städtische evangelische höhere Bürgerschule II Breslau 1857, S. 8 [49] Siehe dazu B. Schwalbe, Programmfrage, S. 125f u. R. Ullrich, Programmwesen, S. 224ff u. 267 [50] So B. Schwalbe, Programmfrage, S. 124f [51] Programm Kgl. Katholisches Gymnasium Glogau 1890, S. 19 [52] Programm Kgl. Gymnasium Oels/Schles. 1904, S. 21 [53] Programm Gymnasium Oels 1915, S. 15 [54] Hermann Schüling nennt die Zahl von "ungefähr 55 000 Programm-Abhandlungen" in seinem Vorwort zu Franz Kösters "Verzeichnis von Programm-Abhandlungen deutscher, österreichischer und schweizer Schulen der Jahre 1825-1918". München, London, New York 1987, S. V [55] Programm Kgl. Friedrichs-Kollegium Königsberg/Pr. 1915, S. 18 u. Zentralblatt 1914, S. 490 [56] Abschrift der Verfügung des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 29. April 1943 durch die Abteilung für höheres Schulwesen beim Oberpräsidenten der Provinz Sachsen vom 21. Mai 1943 an alle höheren Schulen der Provinz Sachsen; Registratur des Berliner Instituts für Lehrerfortbildung (BIL) [57] Ebenda [58] Siehe die Übersicht bei F. Köster, Verzeichnis, S. VIII-X [59] Programm Friedrich Wilhelm-Gymnasium Cottbus 1957, S. 26 [60] Programm der gleichen Schule 1877, S. 19 [61] B. Schwalbe, Programmfrage, S. 133 u. R. Ullrich, Programmwesen, S. 207 [62] Entweder auf der Innenseite oder der Rückseite des Umschlages [63] Programm Gymnasium zum Grauen Kloster Berlin 1906, S. 25 [64] B. Schwalbe, Programmfrage, S. 141 [65] R. Ullrich, Programmwesen, S. 207 [66] Ders., ebenda [67] Friedrich Paulsen, Der höhere Lehrerstand und seine Stellung in der gelehrten Welt. In: Gesammelte pädagogische Abhandlungen. Stuttgart, Berlin 1912, S. 285f [68] Siehe Hartmut Titze, Die soziale und geistige Umbildung des preußischen Oberlehrerstandes von 1970 bis 1914. In: Ulrich Hermann (Hg.), Historische Pädagogik, Studien zur Historischen Bildungsökonomie und zur Wissenschaftsgeschichte der Pädagogik. Beiheft 14 d. Zschr. f. Pädagogik. Weinheim, Basel 1977, S. 107-128 (115) [69] Sieh R. Ullrich, Programmwesen, S. 268 [70] B. Schwalbe, Programmfrage, S. 135 [71] Außer im April 1875 im Januar 1885 (Zentralblatt 1885, S. 200-204): Revision der Schulnachrichten; Februar 1909 (Zentralblatt 1909, S. 319f): Kürzung der Schulnachrichten [72] "Zu den öffentlichen Prüfungen zu Ostern am Schlusse des Schuljahres wird durch ein Programm, jetzt Jahresbericht genannt, eingeladen". Programm Realschule Leisnig 1899, S. 31 [73] Siehe H. Güldner, Der Studiendirektor als Verwaltungsbeamter, T 2, Berlin 1929, S. 568 [74] Programm Gymnasium zum Grauen Kloster Berlin 1906, S. 25 [75] Also die Periode des Austausches durch die Schulbehörden und die obligatorischen Abhandlungen ohne Titelverzeichnisse [76] Programm Gymnasium zum Grauen Kloster Berlin 1906, S. 25 [77] "Die Schulberichte und besonders die oft in ihnen enthaltenen Schulreden stellen ein bis heute noch kaum erschlossenes Quellenreservoir dar", so Heinz Lemmermann in "Kriegserziehung im Kaiserreich, Studien zur politischen Funktion von Schule und Schulmusik 1890-1918", Bd 1. Bremen 1984, S. 256 und ähnlich: "Jahresberichte bzw. Programme der deutschen Gymnasien sind eine immer noch zu wenig genutzte Quelle für die Realgeschichte der gymnasialen Bildung und der Genese des `Bildungsbürgertums´ in Deutschland", wie Ulrich Hermann bestätigt in seinem Artikel "Über `Bildung´ im Gymnasium des Wilhelminischen Kaiserreichs". In: R. Koselleck (Hg.), Bildungsbürgertum im 19. Jahrhundert, T 2: Bildungsgüter und Bildungswissen. Stuttgart 1990, S. 346-368 (353, Anm. 24) [78] Zu den im Buchhandel erschienenen selbständigen Festschriften siehe Otto Leistner, Internationale Bibliographie der Festschriften von den Anfängen bis 1979, Bd 3, 2. Aufl. Osnabrück 1989, S. 987-90 sowie die häufig vorhandenen Spezialverzeichnisse einschlägiger Bibliotheken wie Senatsbibliothek Berlin oder Bibliothek für bildungsgeschichtliche Forschung Berlin [79] Herbert Kirinnis, Geschichte der Friedrichsschule zu Gumbinnen. Würzburg 1963, S. 174f [80] Übersicht ist lückenhaft [81] Enthalten im Nekrolog auf K. W. Siebdrat [82] Nach Sachgruppen geordnet [83] F. A. Eckstein, Beiträge zur Geschichte der Halleschen Schulen, T 1 SPS Latein. Hauptschule Halle. Halle 1850, S. 2-45; T 3 1862, S. 20-26: 1706-1861; S. 26-29 übrige Schriften v. 1702-1856 [84] Karl Weiske, Systematisches Verzeichnis der in den Jahresberichten des Königlichen Pädagogiums und der Lateinischen Hauptschule in den Franckeschen Stiftungen veröffentlichten Abhandlungen. In: Ehrengabe der Latina, Acht Abhandlungen, Herrn Geh. Regierungsrath Prof. Dr. Wilhelm Fries bei der Gedenkfeier seiner 25-jährigen Wirksamkeit als Konrektor und Direktor der Franckeschen Stiftungen dargebracht im Namen des Kollegiums der Lateinischen Hauptschule am 31. März 1906. Halle 1906, S. 29-44 (nach Sachgruppen geordnet) [85] Festschr. bei Einzug in das neue Gebäude..., verfaßt vom Direktor und Lehrern der Schule. Halle 1908, S. 43f [86] Velder, Christian u. Gehrmann, Rolf: Französisches Gymnasium - College francais. Materialenband zur Festschrift 300 Jahre Französisches Gymnasium Berlin und zum Ausstellungskatalog 1689-1989. Berlin, Bonn 1989, S. 148-150 [87] Enhält auch sonstige Veröffentlichungen von Lehrern [88] Siehe auch Mitteilung des Direktors Olbricht über die Leiter der Schule, aaO, S. 17 [89] Im folgenden fortgeführt bis 1915 [90] Ab 1900 ebenfalls Übersicht auf Titelblatt, Rückseite [91] Siehe Bemerkung des Rektors Prof. Bernhard auf Seite 6 [92] Aufgeführt sind auch die Vorträge bei Schulfeiern [93] Im folgenden fortgeschrieben auf Umschlag, Rückseite [94] "... Wissenschaftliche Abhandlungen sind den Programmen nur ausnahmsweise beigegeben worden, aao., S. 14 [95] Im folgenden fortgeführt bis 1915
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